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Trotz verpasstem Aufstieg: Fans feiern TV Gelnhausen

Trotz verpasstem Aufstieg: Fans feiern TV Gelnhausen
Foto: Roland Adrian

Es hat am Ende nicht ganz gereicht. Der TV Gelnhausen hat den Sensationsaufstieg in die 2. Handball-Bundesliga am letzten Spieltag der Aufstiegsrunde knapp verpasst (wir berichteten). Vor 1.800 Zuschauern in der restlos ausverkauften Rudi-Lechleidner-Halle unterlagen die Barbarossastädter dem Meister der Nord-Ost-Staffel EHV Aue mit 27:30 (15:19). Doch trotz der Enttäuschung feierten die Fans ihre Mannschaft noch lange nach dem Schlusspfiff für eine außergewöhnliche Saison und sorgten für jede Menge emotionale Momente in der Hölle Süd.

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Nur ein Sieg hätte dem TVG den historischen Aufstieg beschert. Doch während manche erwartet hatten, dass der bereits ausgeschiedenen EHV Aue es ruhig angehen lassen würde, zeigten die Sachsen von der ersten Minute an eine hochkonzentrierte Leistung. „Wir wollten es sportlich fair halten und noch einmal alles für unsere Ehre und einen versöhnlichen Saisonabschluss investieren“, erklärte Aues Trainer Uwe Jungandreas, der dem TVG zugleich ein großes Kompliment machte: „Ihr habt eine tolle Mannschaft, tolle Fans und spielt einen tollen Handball. Es hat riesigen Spaß gemacht, gegen euch in dieser Halle zu spielen.“

Beim TV Gelnhausen kehrten Rechtsaußen Dima Redkyn nach seiner Erkrankung und Rückraumspieler Fynn Hilb nach seiner Knieverletzung rechtzeitig zurück. Weiterhin verzichten musste Cheftrainer Matthias Geiger allerdings auf Rückraumspieler Jonas Dambach (Fußverletzung) und Rechtsaußen Akos Csaba (Kreuzbandriss).

Die Partie begann zunächst ausgeglichen. In der vierten Minute brachte Kapitän Jonathan Malolepszy den TVG per Siebenmeter mit 2:1 in Führung. Es sollte allerdings die einzige Gelnhäuser Führung des gesamten Abends bleiben. Den Rot-Weißen war die Bedeutung der Partie anzumerken. Während Aue befreit aufspielte, wirkten die Barbarossastädter in vielen Situationen etwas gehemmt und fanden defensiv zunächst keinen Zugriff.

Nach dem 3:3 in der sechsten Minute setzte sich der EHV erstmals ab. Torben Lange erhöhte in der 13. Minute auf 8:4 für die Gäste, die die Lücken in der Gelnhäuser Abwehr konsequent nutzten. Der TVG kämpfte sich jedoch zurück. Vor allem Malolepszy und Benjamin Wörner gingen mit Treffern voran. Beide erzielten an diesem Abend sechs Tore und waren damit die besten TVG-Schützen. In der 18. Minute verkürzte Gelnhausen auf 7:9.

Doch Aue ließ nicht nach. Angeführt von Francisco Pereira, der ebenso wie Justin Döbler sieben Treffer erzielte, stellten die Gäste den alten Vorsprung wieder her. In der 27. Minute erhöhte Pereira sogar auf 17:12. Kurz vor der Pause folgte ein offener Schlagabtausch mit schnellen Toren auf beiden Seiten. Anschließend ging der TVG mit einem 15:19-Rückstand in die Kabine.

Nach dem Seitenwechsel keimte neue Hoffnung auf. Fynn Hilb, der insgesamt fünf Tore erzielte, verkürzte mit zwei schnellen Treffern auf 17:19. Kurz darauf sah Aues Torben Lange nach einem Treffer im Gesicht von Malolepszy die Rote Karte. Die Halle bebte und es schien, als könne das Momentum nun auf die Seite des TVG kippen.

Wörner traf in der 40. Minute zum 20:21-Anschluss, doch der Ausgleich wollte zunächst nicht fallen. Stattdessen erhöhte Aue erneut und stellte durch Pereira in der 47. Minute wieder auf 26:22. Doch genau in dieser Phase zeigte die Gelnhäuser Mannschaft einmal mehr ihren außergewöhnlichen Charakter. Vier Tore in Folge brachten den TVG zurück ins Spiel, Hilb erzielte in der 52. Minute den umjubelten Ausgleich zum 26:26. Die Halle stand Kopf und die Sensation war zum Greifen nahe.

Als Malolepszy sechs Minuten vor dem Ende zum 27:27 traf, war noch alles möglich. In der Abwehr kämpften die Gelnhäuser aufopferungsvoll, Leon David eroberte einen Ball und auch die Torhüter wurden nun zum Faktor. Daniel Drozdz zeigte eine starke Parade, Alexander Bechert entschärfte einen Siebenmeter. Drei Mal bot sich dadurch dem TVG die Chance, erstmals seit der Anfangsphase wieder in Führung zu gehen. Doch Malolepszy scheiterte vom Siebenmeterpunkt und anschließend verhinderten zwei Offensivfouls den möglichen Führungstreffer.

Aue blieb dagegen eiskalt. Mit sieben Feldspielern im Angriff erhöhten die Gäste den Druck und Sebastian Paraschiv erzielte zwei Minuten vor Schluss das 28:27. Da ein Unentschieden dem TVG nicht gereicht hätte, musste die Mannschaft weiter volles Risiko gehen. Doch die letzten Würfe fanden ihr Ziel nicht mehr. Aue nutzte die sich bietenden Räume durch die Gelnhäuser Manndeckung in den letzten Minuten und stellte mit zwei weiteren Treffern den 30:27-Endstand her.

„Wir haben in der ersten Hälfte die Last des Spiels gespürt und nicht ganz so befreit aufgespielt wie zuletzt“, analysierte Geiger. Gleichzeitig fand der TVG-Coach vor allem Worte des Dankes: „Die Mannschaft hat über eine unglaublich lange Saison bis zum Schluss alles investiert. Dass unsere Zuschauer das so honorieren, ist ein wahnsinniger Lohn für alle Beteiligten im Verein. Für solche Momente machen wir den Sport. Danke an alle, die hier mitwirken. Nächste Saison geht es weiter und wir freuen uns wieder auf diese unglaubliche Unterstützung.“

Die Enttäuschung über den verpassten Aufstieg war den Spielern unmittelbar nach dem Schlusspfiff anzusehen. Doch die Reaktion der Fans zeigte einmal mehr, was den TV Gelnhausen auszeichnet. Noch lange feierten die Zuschauer ihre Mannschaft für eine grandiose Saison und sorgten trotz der Niederlage für Gänsehautmomente in der Hölle Süd. Im Anschluss wurden Daniel Drozdz, Leon David und Dima Redkyn ebenso wie A-Jugendtrainer Dominic Di Meglio offiziell verabschiedet.

Mit 3:5 Punkten beendet der TV Gelnhausen die Aufstiegsrunde auf dem dritten Platz. Der TV Emsdetten sichert sich mit 5:3 Punkten den Aufstieg in die 2. Handball-Bundesliga, der EHV Aue wird Zweiter. Für den TVG endet damit zwar zunächst der Traum von der 2. Bundesliga, doch die Barbarossastädter haben in den vergangenen Wochen eindrucksvoll bewiesen, dass sie auch mit den besten Mannschaften der anderen Staffeln auf diesem Niveau mithalten können. Es war allerbeste Werbung für den Handball in der Region. Ende August startet der TV Gelnhausen mit viel Rückenwind in eine neue Saison der 3. Liga.

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