Die Ausgangslage in der Gruppe ist weiterhin völlig offen. Nach zwei Spieltagen liegt der TV Gelnhausen mit 2:0 Punkten auf dem ersten Platz, während Emsdetten mit 2:2 Zählern Rang zwei belegt. Der EHV Aue steht nach der knappen 31:32 (12:17)-Niederlage in Emsdetten mit 0:2 Punkten unter Druck. Für die Sachsen ist die Partie gegen den TVG bereits richtungsweisend, denn bei einer weiteren Niederlage würde der mögliche Aufstieg in die 2. Bundesliga in weite Ferne rücken.
Der TVG präsentiert sich unterdessen in überragender Form und setzte mit dem sensationellen Erfolg gegen Emsdetten ein dickes Ausrufezeichen im Aufstiegskampf. Besonders die aggressive Abwehrarbeit, die enorme Mentalität und die einzigartige Fanunterstützung machten den Unterschied. Diese Qualitäten werden nun auch im Erzgebirge gefragt sein. Wie groß die Euphorie mittlerweile in Gelnhausen ist, zeigt die Tatsache, dass die Anhänger sogar einen Fanbus organisiert haben, um an einem Dienstagabend ihre Mannschaft vor Ort in Aue zu unterstützen.
Dieser Support wird auch nötig sein, um überhaupt eine Chance im Erzgebirge zu haben. „Mit Aue wartet wieder ein absoluter Topgegner auf uns“, betont TVG-Cheftrainer Matthias Geiger. „Sie haben einen überragenden Kader und sind nicht umsonst Staffelmeister geworden. Eigentlich ist dort jede Position extrem stark besetzt.“
Der EHV Aue gehört zu den traditionsreichsten Handballstandorten im Osten Deutschlands. Der Verein wurde 1990 aus der Handballsektion des BSG Wismut Aue gegründet und spielte insgesamt 30 Jahre in der 2. Bundesliga. Nach dem Abstieg 2024 folgte zunächst ein fünfter Platz in der Süd-Staffel, ehe die Sachsen in dieser Saison mit 49:11 Punkten die Meisterschaft holten und sich für die Aufstiegsrunde qualifizierten.
Der Saisonstart verlief mit 5:7 Punkten zunächst holprig, anschließend entwickelte sich der EHV jedoch zu einer der konstantesten Mannschaften der Liga. Zwischenzeitlich gewann Aue 15 Spiele in Folge. Auch in Emsdetten zeigte die Mannschaft große Moral, kämpfte sich nach einem Acht-Tore-Rückstand noch einmal bis auf ein Tor heran und bewies eindrucksvoll ihre Qualität.
Im vergangenen Sommer leitete der EHV einen größeren Umbruch ein. Prominentester Neuzugang war Trainer Uwe Jungandreas. Der erfahrene Coach führte einst Concordia Delitzsch sensationell in die Bundesliga, trainierte unter anderem den SC DHfK Leipzig und den SC Magdeburg und wurde 2022/23 während seiner Zeit beim Dessau-Roßlauer HV als Trainer des Jahres der 2. Bundesliga ausgezeichnet.
Auch der Kader wurde gezielt verstärkt. Neben den Neuzugängen Justin Döbler und Mihkel Löpp zählen in dieser Saison auch Rechtsaußen Francisco Pereira, der gegen Emsdetten neun Treffer erzielte, sowie Paul Bones zu den Schlüsselspielern der Sachsen. Der EHV vereint große individuelle Qualität mit starkem Tempo- und Umschaltspiel. „Aue hat eine sehr komplette Mannschaft“, erklärt Geiger. „Der Kader hat sehr viel Qualität und sie haben eine überragende Saison gespielt. Deshalb müssen wir wieder eine aggressive und kompakte Abwehr zeigen und die starken Spieler vor Probleme stellen.“
Personell muss der TVG auf Leistungsträger Jonas Dambach verzichten. Der Rückraumspieler wird nach seiner Fußverletzung aus dem Spiel gegen Emsdetten auch in Aue fehlen. Hoffnung gibt es hingegen bei den beiden Rechtsaußen Akos Csaba und Simon Belter, die nach ihren langen Verletzungspausen vor einem Comeback stehen. Ganz gleich, wer auf der Platte stehen wird, am Ende wird die bessere Mannschaftsleistung den Unterschied ausmachen.
„Wir dürfen uns nicht von dem Sieg gegen Emsdetten blenden lassen“, warnt Geiger. „Jedes Spiel in dieser Aufstiegsrunde ist brutale Arbeit. Aber verstecken müssen wir uns auch nicht. Wir fahren mit breiter Brust nach Aue und wollen dort wieder ein geiles Spiel abliefern.“
Für alle Fans, die nicht vor Ort sein können, wird die Partie wie gewohnt live auf Sportdeutschland.tv übertragen.


