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Großkrotzenburg: Kauft nicht bei Roten

Großkrotzenburg: Kauft nicht bei Roten

Zum Kommunalwahlkampf in Großkrotzenburg äußert sich VORSPRUNG-Leser Peter Bergmann in diesem Leserbrief.

"Es ist noch keine hundert Jahre her, als in diesem Land politisch unerwünschte Menschen verfolgt wurden. Eine der Schikanen, die seinerzeit üblich waren, war es die Schaufenster von Geschäften mit dem Spruch zu beschmieren 'Kauft nicht bei...!' Auch wenn es in diesem Land nun wieder Strömungen gibt, die sich in diese Zeit zurück wünschen, war ich bis vor kurzem der festen Überzeugung, wir hätten diese Art der politischen Auseinandersetzung 1945 hinter uns gelassen und hätten, zumindest was das Spektrum demokratischer Kräfte betrifft, abgesehen einiger konservativer Entgleisungen, zu einer weitgehend sachorientierten politischen Kultur gefunden.

Diese Meinung musste ich am vergangenen Wochenende leider revidieren. Meine Frau, die ehrenamtlich kommunalpolitisch tätig ist, kam nach Hause, verwies auf die aktuelle Presse und berichtete mir, dass die Wirtin der Gaststätte in der die SPD ihren Stammtisch abgehalten hat, mehrfach von Vertretern einer anderen örtlichen Partei bedroht worden wäre, man würde sie zukünftig boykottieren, wenn sie SPD-Veranstaltungen ausrichten würde.

Gleiches sei der Inhaberin des Ladens geschehen, die gemeinsam mit der SPD-Großkrotzenburg eine Benefiz-Veranstaltung ausgerichtet hat, die eine Stiftung unterstützt, die sich gegen Gewalt gegen Frauen ausspricht und Gewaltopfer unterstützt. Welche Geisteshaltung muss man mitbringen, eine Veranstaltung zu sabotieren, die dazu ausgerichtet wurde, Gewaltopfer zu unterstützen? Ich war offen gesprochen sprachlos.

Auch wenn  nicht offen ausgesprochen wurde, wer von den beiden in Frage kommenden Organisationen hinter den Drohungen steckt, so liegt es dennoch auf der Hand,  denn die für ein solches Verhalten vorrangig Verdächtigen treten in Großkrotzenburg nicht an und scheiden damit aus. Ist man wirklich so schwach, dass man zu solchen perfiden Mitteln greifen muss? So unfähig, dass man keine Sachargumente findet, um einen politischen Gegner argumentativ zu stellen und bedroht statt dessen Menschen die Gewaltopfer unterstützen in ihrer beruflichen Existenz? Einfach nur widerlich - schämt euch!"

Peter Bergmann
Großkrotzenburg

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Kommentare

12
Old white man
2 monate vor
Gibt es in dem heruntergekommenen Kaff mit einer Rathausburg und Pleitegesellschaft in Sachen Fernwärme tatsächlich noch nennenswerte Gastronomie? Bitte um Hilfe, habe Hunger.
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W̷i̸n̵s̷t̵o̴n̸
2 monate vor
Man könnte ja mal die Firma Müller (Milchprodukte) oder Kurt Krieger (Höffner) zum Thema "Kauft nicht bei xyz" Befragen.

Sicher könnten einige Gastwirte die nach Ankündigungen über Parteitreffen ihre eigene Erfahrung gemacht haben, zum Thema auch etwas beitragen.
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Reklov
2 monate vor
Lieber Herr Bergmann,
es wär bestimmt interessant für alle Demokraten in unserem Ort, zu erfahren welche Gruppierung in Großkrotzenburg hinter solchen kranken Drohungen gegen vermeintlich politische Gegner steckt!
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Peter Bergmann
2 monate vor
Hallo Reklov,

Sie dürfen mir glauben, dass ich Ross und Reiter allzugerne veröffentlicht hätte, wenn ich mit Sicherheit hätte sagen können wer dafür verantwortlich ist. Solange ich das aber nicht mit Bestimmtheit weiss, würde es einer Verleumdung gleichkommen, meinen Verdacht offen auszusprechen, welche kräfte aus der demokratischen Mitte hier unterwegs waren und dafür gebe ich mich nicht her.

Da ich dieses Vorgehen wie Sie als nicht hinnehmbar und ekelhaft empfinde, bleibt also nur öffentlich zu machen was passiert ist, sich offen dagegen auszusprechen und Max Liebermann möge es mir verzeihen, den Menschen zu sagen, dass man angesichts ihres Anblicks nicht soviel fressen kann, wie man kotzen möchten.
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Reklov
2 monate vor
Hallo Herr Bergmann,
Ihren Argumenten stimme ich natürlich uneingeschränkt zu. Trotzdem ist ist schade, nicht zu wissen welche kranken Gestalten in unserem Ort frei herumlaufen.
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