TPL_VORSPRUNG_SKIP_NAV
Keiler Bier

Rechenzentrum: Birstein darf seine Identität nicht verlieren

Rechenzentrum: Birstein darf seine Identität nicht verlieren

In der Debatte über das geplante Rechenzentrum in Birstein meldet sich VORSPRUNG-Leserin Anna-Katharina Thum zu Wort.

Vorsprung - WhatsApp Kanal

"Birstein wurde einmal die Perle des Vogelsbergs genannt. Viele Menschen fragen sich heute jedoch, ob dieser Titel noch gerechtfertigt ist. Denn unsere Heimat hat in den vergangenen Jahren bereits viel von ihrem einstigen Charme verloren. Der Ortskern ist längst nicht mehr so belebt wie früher. Geschäfte verschwinden, Treffpunkte werden weniger und viele Bürger vermissen Ideen, die das Leben in unserer Gemeinde wieder lebenswerter machen. Statt den Charakter unseres Ortes dauerhaft zu verändern, sollten wir unsere Energie darauf verwenden, Birstein wieder zu einem lebendigen und attraktiven Ort zu entwickeln.

Die Diskussion um ein Rechenzentrum von gewaltigen Ausmaßen erfüllt viele Menschen mit großer Sorge. Es geht dabei nicht nur um ein Bauprojekt, sondern um einen tiefgreifenden Eingriff in Natur und Landschaft, um den Verlust von Lebensräumen und um die Frage, welche Auswirkungen ein solches Projekt auf Umwelt und Wasservorkommen haben wird. Nicht alles, was wirtschaftlich sinnvoll erscheint, ist auch der richtige Weg für die Zukunft.

Unsere ältere Generation hat Birstein mit viel Herzblut aufgebaut. Sie hat Vereine gegründet, Traditionen gelebt und eine Heimat geschaffen, auf die viele Menschen stolz waren. Dieses Erbe darf nicht Stück für Stück zerstört werden. Umso enttäuschender ist es, dass das Bürgerbegehren, das von vielen Bürgerinnen und Bürgern unterstützt wurde, letztlich abgeschmettert worden ist. Viele Menschen haben sich engagiert und mit ihrer Unterstützung ein deutliches Zeichen gesetzt. Ein solches Signal aus der Bevölkerung darf nicht einfach übergangen werden. Wenn Bürgerinnen und Bürger den Eindruck gewinnen, dass ihre Stimme und ihr Engagement keine Bedeutung haben, geht damit auch ein Stück Vertrauen in die kommunale Politik und in die Gemeinde verloren.

Die Gemeindevertretung hat ihre Entscheidung getroffen. Doch die Sorgen und der Wille vieler Bürgerinnen und Bürger dürfen damit nicht einfach beiseitegeschoben werden. Es wäre traurig, wenn wir unseren Kindern und Enkeln eines Tages erklären müssten, dass wir tatenlos zugesehen haben, wie unsere Heimat unwiederbringlich verändert wurde. Denn was einmal zerstört ist, lässt sich nicht rückgängig machen."

Anna-Katharina Thum
Birstein

Hinweis der Redaktion: Die Redaktion behält sich vor, Leserbriefe zu kürzen oder nicht zu publizieren. Online eingesandte Leserbriefe werden nicht direkt veröffentlicht, sondern zuerst von der Redaktion geprüft. Leserbriefe sind immer mit dem Namen und der Anschrift des Autors zu versehen und spiegeln die Meinung des oder der Autoren wider. Die E-Mail-Adresse zur Einsendung von Leserbriefen lautet info@vorsprung-online.de.

Artikel teilen: Teilen Tweeten Teilen
Ihnen ist etwas Interessantes aufgefallen im Main-Kinzig-Kreis? Schreiben Sie uns an info@vorsprung-online.de
Zeig dein Herz und spendiere der Redaktion einen Kaffee! Jede Unterstützung hilft uns, weiterhin unabhängig aus der Region zu berichten.
☕ Kaffee spendieren
Interkulturelle Wochen im Main-Kinzig-Kreis