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Treffen zwischen Jens Spahn und Peter Thiel

Treffen zwischen Jens Spahn und Peter Thiel

Zu der Berichterstattung über ein Treffen von Jens Spahn, Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag, und dem amerikanischen Unternehmer Peter Thiel äußert sich VORSPRUNG-Leser Jörg Sternberg in seinem Leserbrief.

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"Eine Kurzmitteilung von dem Treffen des Fraktionsvorsitzenden der CDU/CSU im Bundestag, Jens Spahn, mit dem Tech-Milliardär und Mitgründer von Paypal, Palantir, Facebook und anderen Netzwerken, Peter Thiel, wird wohl weder die Welt bewegen noch eine breite Öffentlichkeit, spielt aber doch eine größere Rolle, als es dem aus dem Hintergrund der MAGA-Bewegung und dem Kreis der Trumpisten heraus agierenden Thiel lieb sein kann - allerdings dem wahrlich die Öffentlichkeit nicht scheuenden Spahn als Mehrheitsführer der Merzkoalition recht peinlich sein müsste.

Für Jens Spahn war die Begegnung mit Thiel übrigens kein einmaliges Ereignis, auch keine augenblickliche Verirrung, im Gegenteil, dass er schon fünf Mal teilgenommen hat, belegt nicht nur sein Interesse an den illustren geheimen Kontakten zu rechten, ja rechtsextremen Gesinnungsbrüdern, die es zum Beispiel für unerlässlich halten, die Atomkraft wieder einzuführen, wo sie abgeschaltet worden ist, den menschengemachten Klimawandel zu bestreiten und – man höre und staune – die Unvereinbarkeit von unternehmerischer Freiheit und Demokratie zu betonen. In diesem Punkt muss man ihnen Recht geben. Zu allem Übel, das der Herr Thiel in der Welt anrichtet, die Kontrolle über den Zahlungsverkehr, die Kommunikation, die treffsichere Lokalisierung von menschlichen oder technischen bis hin zu militärischen Bewegungen hat er schon, über diese Kontrolle hinaus und die Erörterung der Frage, wie man den dritten Weltkrieg, nein, nicht verhindern sondern 'bewältigen' kann, neigt Peter Thiel dazu, dem ganzen Schaden auch noch einen pseudoreligiösen, eschatologischen Überbau überzustülpen: Er glaubt, dass wir in einer Endzeit leben, in der Ära des Amageddon, des Jüngsten Gerichts. Der Antichrist, das Böse schlechthin tritt auf in Gestalt des Papstes, von Klimaaktivisten, Friedensforschern, Techskeptikern, kurz, überall dort, wo man seinen materiellen und ideologischen Interessen entgegensteht. Die Zerstörungen, die er betreibt gemeinsam mit der ganzen Entourage von Trump, Kushner, Vance, Hegseth, man sieht sie gelegentlich in tiefem Gebet, Trump scheint ein wenig eingenickt, eine Show, eine verlogene Horror-Show denkt man. Da irrt man, sie glauben es wirklich. Bei all dem Irrwitz bleibt für das deutsche politische Panorama die Feststellung: Jens Spahn, einer von uns, er ist dabei, in der erlauchten Gesellschaft der 'Teufelsanbeter'. Wollen wir mal annehmen, es war nur ein Schnupperkurs für Spahn."

Jörg Sternberg
Hanau

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