


„Gesundheitsschädlich“ bedeutet das dicke schwarze Kreuz auf rotem Hintergrund auf einem Zettel an den Holzkisten, befürchtet wurden Beeinträchtigungen für die Bevölkerung und vor allem für auf dem angrenzenden Bolzplatz spielende Kinder. Bürgermeister Joachim Lucas hat sich am Ostermontag selbst ein Bild vor Ort gemacht und will jetzt dafür sorgen, dass die Chemikalien anderweitig gelagert werden. Eine konkrete Gesundheitsgefährdung für die Bevölkerung habe allerdings nicht bestanden, so der Rathauschef.
In den großen Holzkisten wird eine Kombihärtung mit Peroxiden aufbewahrt, die für die Kanalsanierung verwendet wird. Im so genannten „Inliner-Verfahren“ wird dieses Material erhitzt und in die Kanalrohre gespritzt. Die Arbeiter müssten hierbei sehr vorsichtig sein und spezielle Masken tragen, da bei der Erhitzung laut Bürgermeister Lucas tatsächlich giftige Dämpfe austreten würden. Im Kanal würde sich das Material dann wieder abkühlen und erhärten. Risse und Löcher in den Rohren würden somit abgedichtet.
„Wir werden dafür sorgen, dass das Material an einem anderen Ort gelagert wird“, kündigte Bürgermeister Joachim Lucas nun angesichts der Nähe zu dem Bolzplatz und dem Neuseser Fußballplatz („Horbacher Stutz“) an. Zwar gehe von dem Material im dort aufbewahrten Zustand grundsätzlich keine Gefahr aus, allerdings sei nicht auszuschließen, dass Kinder sich an den Kisten zu schaffen machen. Die besorgten Bürger hatten laut eigenen Angaben über Ostern auch bereits die Polizei informiert, die zwar offenbar keinen dringenden Handlungsbedarf sah, aber zumindest ankündigte, nach Ostern die Gemeindeverwaltung zu informieren. Die Kanalarbeiten in Neuses, für die das Material dort gelagert wird, sollen in Kürze beendet sein.




