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„Natur-Erlebnis-Krippe“: Eltern packen mit an

„Natur-Erlebnis-Krippe“: Eltern packen mit an

Über ein außergewöhnliches Engagement freut sich nicht nur Bürgermeister Joachim Lucas sehr, sondern auch alle Kinder der U3-Betreuung, die sich seit Anfang Oktober auf das Außengelände in ihrer „Natur-Erlebnis-Krippe“ freuen können.

Evonik

naturkrippenaturkrippe1naturkrippe2naturkrippe3naturkrippe4naturkrippe5Denn mit übergroßem Eifer und reichlich Herzblut haben sich kürzlich Elternschaft, Erzieherinnen und Mitarbeiter der Verwaltung in großer ehrenamtlicher Aktion unter Beteiligung von Sponsoren dafür eingesetzt, dass aus unansehnlichen Erdhaufen rund um die Krippe Schatzkiste ein interessantes naturnahes Außengelände mit höchst abwechslungsreichen und ganzjährig nutzbaren Spielangeboten entstanden ist.

Bürgermeister Lucas: „was hier in so kurzer Zeit auf die Beine gestellt wurde, kann nicht genug gewürdigt werden. Das war Elternbeteiligung im wahrsten Wortsinne“. Lucas bedankt sich mit Nachdruck für den tatkräftigen Einsatz, bei dem so viel-  und das ohne großen Aufhebens - bewegt wurde. Nur ein kleines Helferfest als Dankeschön und als offizielle Eröffnung des Außengeländes ist für den Freitag, 20. November ab 16 Uhr geplant.

Nach der Eröffnung des U3-Hauses im Januar diesen Jahres zogen die kleinen Freigerichterinnen und Freigerichter von ihrem seit Oktober 2014 genutzten, vorübergehenden Domizil  in der Freigericht-Halle in das neue Gebäude und füllten dieses mit Leben. Allerdings blieb das Außengelände in Zeiten knappster Kassen und angesichts sehr begrenzter Mittel erst einmal brachliegend. Für Kinder in den meisten Fällen kein Problem, aber kein Zustand, der dauerhaft beibehalten werden konnte. Schon vor Baubeginn der U3-Einrichtung machten sich deshalb die Kita-Leitung und Erzieherteam große Gedanken, wie das Außengelände möglichst naturnah aber auch möglichst günstig gestaltet werden könnte. Es wurde dazu im Vorab das Krippenhaus Löwenzahn in Langenselbold besucht. Dort hatte bereits Diplom-Ingenieurin Dorothee Dernbach ihre nachhaltige Handschrift  hinterlassen – aber nicht nur sie alleine, sondern in ehrenamtlicher Elternaktion war dort das Außengelände naturnah gestaltet worden, was Frau Dernbach bei ihren Projekten häufiger vollzieht. Um auch in Freigericht Kosten zu sparen, eine gute Idee. „Schaffen wir das, die Eltern so ins Boot zu holen und zum Mitmachen zu bewegen, wie es in Langenselbold das Fall war?“, war die bange Frage, deren Antwort nicht lange auf sich warten ließ. Doch zuvor wurden Wünsche und Ideen von Kindern und Erziehern abgefragt, zusammengetragen und mit Vertretern des Bauamts besprochen.

In der Grobplanung von Frau Dernbach waren danach Schaukel, Hängematte, Wasserlandschaft, Sandbereich, Sonnensegel und weitere schattige Sitzgelegenheiten, kleine Wege, die mit dem Bobbycar erkundet werden können, und natürlich ein so genannter „Naschgarten“ vorgesehen, was bei einem Elternabend im Mai mit Erzieherinnen und Vertretern von Bauamt und Ordnungsamt als erster Gestaltungsvorschlag vorgelegt wurde, dazu die bange Bitte an die Eltern, sich aktiv an der Umsetzung zu beteiligen, sonst wäre das Projekt niemals umsetzbar. Die Resonanz war jedoch enorm: alle 22 Familien der U3-Kinder waren begeistert und standen geschlossen hinter dem Projekt, das nun Ende September in die Tat umgesetzt wurde. „Das wäre sonst gescheitert“, erklärt dazu Bürgermeister Lucas.

Wünschenswertes ist aber selten bezahlbar, eine mühsame Sponsorensuche begann zudem, wobei schließlich neben der Muskelkraft der Eltern doch einige Geld-, Sach- und Dienstleistungen von Firmen und Privatleuten im vierstelligen Bereich zugesichert wurden. „Alle Sponsoren sollen dafür zum Dank später auf einer Tafel an der U3-Einrichtung entsprechend gewürdigt werden“, meint der Rathauschef. Vom 14. bis 18. September fanden vorbereitend mit Maschinenarbeiten grobe Erdbewegungen durch ein heimisches Unternehmen statt; vom 28. September bis zum 3. Oktober hieß es dann sechs Tage lang für die Elternschar, darunter auch eine Flüchtlingsfamilie, Ärmel hochkrempeln, jetzt gilt`s – und zum Glück spielte auch das Wetter durchgängig mit. Ab 8 Uhr morgens ging es los, zehn, zwölf Stunden am Tag, nebenbei lief der reguläre Krippenbetrieb weiter. Bei den Einsätzen vor Ort waren nicht nur Eltern von U3-Kindern, sondern auch Großeltern beteiligt. Auch Väter größerer Kita-Kinder halfen mit.  Die pädagogischen Fachkräfte brachten sich nach Arbeitsende ein, ebenso wurden die Amtsleiter von Ordnungs- und Bauamt ehrenamtlich aktiv. Es wurden Baumstämme zersägt, damit gestaltet; es wurde gepflanzt, angelegt, modelliert. Ein Vater stand in einer Spontanaktion mit einem Minibagger zur Seite, ein anderer hatte sich komplett die ganze Woche Urlaub genommen. Mütter stifteten Kuchen und halfen bei der Verpflegung. Im „Naschgarten“ steht nun ein Apfelbäumchen; in den Hochbeeten wurden dort Kräuter und Erdbeeren angepflanzt. Fast alle Laubbäume sind gepflanzt, ein paar wenige werden im November ergänzt. Eine gestiftete Gartenlaube steht; der Bachlauf ist ein richtiger Hingucker geworden. Was jetzt noch fehlt, ist vielleicht der ein oder andere Sponsor, der altersgerechtes Sandspielzeug, kleine Rädchen für draußen oder eine Kinderschubkarre stiften möchte.

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