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Stadtrechtsfeier Gelnhausen: Bürgermeister Litzinger reagiert auf Kosten-Vorwürfe

Stadtrechtsfeier Gelnhausen: Bürgermeister Litzinger reagiert auf Kosten-Vorwürfe

"Die Diskussion um die Kosten der Stadtrechtsfeier 2025 trieb in den vergangenen Tagen absurde Blüten", reagiert Bürgermeister Christian Litzinger (CDU) auf eine Pressemitteilung der "Bürger für Gelnhausen" (BG). Darin kritisiert die Wählergemeinschaft eine aus ihrer Sicht fehlende Transparenz bei der Abrechnung der Großveranstaltung und stellen eigene Schätzungen zu einem möglichen Defizit von bis zu 1,2 Millionen Euro an.

Politisch beschlossenes Budget – deutlich unterschritten

"Das Budget für die Stadtrechtsfeier wurde politisch beschlossen. Die Stadtverordnetenversammlung genehmigte ein Gesamtbudget von 440.000 Euro. Diese Entscheidung wurde demokratisch getroffen. Tatsächlich wurden für Sach- und Dienstleistungen 380.000 Euro ausgegeben. Damit blieb die Veranstaltung klar unter dem politisch beschlossenen Budgetrahmen. Diese Ausgaben wurden im Kulturausschuss bereits vorgestellt. Die von der BG genannten Defizitschätzungen entstehen hingegen aus einer Rechnung, die Kostenblöcke willkürlich zusammenzieht, ohne differenzierte Betrachtung. Wird die eigene Logik der BG konsequent angewendet, relativiert sich die Darstellung erheblich: Selbst bei der höchsten Schätzung der BG von 1,2 Millionen Euro müsste zunächst das tatsächliche Defizit von rund 100.000 Euro abgezogen werden. Von den verbleibenden 1,1 Millionen Euro entfielen etwa 180.000 Euro auf Betriebshofleistungen – also interne Leistungen, die bei jeder städtischen Veranstaltung anfallen und zum Aufgabenfeld des Betriebshofes gehören", teilt Litzinger mit.

Personalkosten sind nicht isoliert berechenbar

Und der Rathauschef weiter: "Ein zentraler Kritikpunkt der BG betrifft angeblich fehlende Personalkosten der Kultur- und Tourismusabteilung. Hier liegt jedoch ein grundlegendes Missverständnis über die Arbeitsweise kommunaler Verwaltung. Viele Planungen für die Stadtrechtsfeier wurden bereits vor der Corona-Pandemie für die ausgefallene 850-Jahr-Feier getroffen. Diese mussten lediglich aktualisiert werden. Parallel dazu hat das Team der Abteilung Kultur und Tourismus durch organisatorische Anpassungen und Prozessoptimierungen dafür gesorgt, dass die gesamte reguläre Kultursaison (KuH, Ehemalige Synagoge, Weihnachtsmarkt, Weihnachtsführung, Neujahrsempfang, Sportlerehrung etc. ) weiterhin organisiert und umgesetzt werden konnte. Das bedeutet: Während das Fest vorbereitet wurde, liefen die regulären Kultur- und Tourismusprojekte weiter. Federführend wurde das Fest von vier Mitarbeiterinnen geplant, währenddessen die regulären Kulturprojekte weiterliefen. 2025 entfielen lediglich die Museumshofkonzerte sowie das Altstadtweinfest. Personalkosten lassen sich kaum isoliert einem einzelnen Projekt zurechnen, weil die Mitarbeiter parallel an zahlreichen Aufgaben arbeiten – genau das ist der Kern kommunaler Kulturarbeit.Verbleiben nach Rechnung der BG etwa 900.000 €. Selbst wenn sämtlich Mitarbeiter der Abteilung ein ganzes Jahr nichts anderes als Stadtrechtsfeier gemacht hätten, zeigt ein Blick in den kommunalen Haushalt, dass die Summe all ihrer Jahresgehälter bei weitem nicht in dieser Größenordnung liegt." 

Die Aufgabe einer städtischen Kulturabteilung

Es gehe bei kommunaler Kulturarbeit nicht darum, einzelne Veranstaltungen ausschließlich nach kurzfristigen Einnahmen oder Ausgaben zu bewerten: "Vielmehr geht es um kulturelle Teilhabe für die Bevölkerung, die Förderung von Stadtidentität und Gemeinschaft, touristische Entwicklung und Stadtmarketing, die Unterstützung von Vereinen, Initiativen und lokalen Akteuren. Die Stadtrechtsfeier erfüllt genau diese Funktionen als Teil einer langfristigen kulturellen und touristischen Strategie. Sie sorgte für eine breite mediale Präsenz der Stadt – regional und darüber hinaus, die sich nicht unmittelbar in Geldwert messen lässt. Ebenso wenig lässt sich der nachhaltige Effekt auf Stadtführungen, touristische Nachfrage, Gastronomie und Einzelhandel sowie das Image der Stadt exakt beziffern."

Ticketpreise waren politisch bekannt

Ebenso wie das Budget seien auch die Ticketpreise politisch beschlossen worden und hätten sich an vergleichbaren Veranstaltungen dieser Größenordnung orientiert: "15 Euro im Vorverkauf, Kinder bis 16 Jahre, Altstadtbewohner, Gewerbetreibende, Helfer, Mitarbeiter sowie Gastronomen hatten freien Eintritt. Die von der BG genannten 18 Euro galten nur für Besucher, die ihr Ticket bar an den Festtagen erwerben wollten. Dieser höhere Preis wurde angesetzt, um den Personalaufwand in der Stadtkasse zu reduzieren. Es bestand jederzeit die Möglichkeit, Tickets online für 15 Euro (auch noch vor Ort digital) zu erwerben. Der nachträgliche Vorwurf mangelnder Kinderfreundlichkeit ist schlicht falsch, da Kinder ausdrücklich freien Zutritt hatten."

Bemerkenswerter Doppelstandard

Der Gelnhäuser Bürgermeister Christian Litzinger (CDU) abschließend: "Auffällig ist, dass unterschiedliche Maßstäbe bei der Bewertung von städtischen Arbeitsleistungen angewendet werden. Einerseits wird bei einigen Projekten minutiös berechnet, welche Kosten für die Arbeitszeit der Mitarbeiter anfallen. Andererseits werden bei anderen politischen Initiativen oder Prüfaufträgen die dafür eingesetzten Ressourcen deutlich sorgloser behandelt. Dieser Unterschied in der Bewertung ist schwer nachvollziehbar und wirft Fragen nach Konsistenz und Transparenz in der städtischen Verwaltung auf. Die Stadtrechtsfeier 2025 war eine außergewöhnliche Veranstaltung, die von vielen Menschen in Verwaltung, Vereinen, Gastronomie und Bürgerschaft getragen wurde. Sie war organisatorisch anspruchsvoll – gleichzeitig gelang es der Kulturabteilung, das übrige Kulturprogramm der Stadt nahezu vollständig weiterzuführen. Eine solche Leistung ausschließlich auf hypothetische Defizitrechnungen zu reduzieren, ist offensichtlich reiner Wahlkampf ohne Rücksicht auf Verluste, im Bewusstsein, eine außerordentliche Gemeinschaftsleistung zu beschädigen. Kulturpolitik bedeutet mehr als Buchhaltung einzelner Projekte. Sie bedeutet auch, Gemeinschaft zu schaffen, Geschichte sichtbar zu machen und eine Stadt nach außen zu präsentieren. Und genau das hat die Stadtrechtsfeier für Gelnhausen getan."

Kommentare

1
Bürger
2 monate vor
Wenn ich an die Stadtrechtsfeier 2025 erinnert werde, fällt mir zuerst die Arbeit all derer ein, die ehrenamtlich zu einer gelungenen Feier beigetragen haben. Danke nochmal an alle Mitwirkenden!
War Kultur jemals rentabel im Sinn des Erwirtschaftens von Gewinnen? Besser noch: Sollten wir von Kulturveranstaltungen überhaupt erwarten Gewinne zu erzielen?
Ich denke nicht.
Abgesehen davon kann man von den Eintrittsgeldern als Haben und den Kosten für die Abwicklung über Drittunternehmen als Ausgaben kaum realistische Angaben von den Mitarbeitern zu ihrem Zeitaufwand für dieses eine Projekt verlangen. Wozu auch, die Mitarbeiter sind da und sie werden bezahlt.
Wie wollen wir den Erfolg oder (wenn die BG meint) den Misserfolg überhaupt messen? Die Unternehmen in der betroffenen Zone, die Gäste, die hoffnungsfroh Spaß hatten und zurückkehren….
Es gibt immer Spielraum nach oben und jeder wird auch etwas zu meckern haben. Das sollte aber nicht Anlass dazu sein, bei Einhalten des beschlossenen Budget nun mit eigenen Rechnungen (kurz vor dem Wahltermin) aufzuschlagen. Wo ist die Sachpolitik an der doch allen so gelegen ist? Sehr Euch die Zahlen an und zieht Schlüsse daraus, wie aus Eurer Sicht die nächste Geier verbessert werden kann! Das wäre meine Erwartung an Sachpolitik gewesen.
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Stefan
2 monate vor
Ich habe die Stadtrechtsfeier besucht - hatte mir ein Wochenend-Ticket gekauft. Die Eintrittspreise waren doch völlig in Ordnung...Sonst geben die Leute auch für allen möglichen Quatsch viel Geld aus, insbesondere für Zigaretten ist immer Geld da.

Dankeschön an die Stadt Gelnhausen und alle, die dort etwas geleistet haben. Es war ein tolles Wochenende.

Die Wadenbeisser und die Bedenkenträger, die jetzt hier rumnölen, sollen ihre Zeit besser nutzen - und auch einmal etwas organisieren.

Was kommt von diesen nervigen Besserwissern? Nichts - außer Gestänker. Ihr seid so peinliche Kleingeister!
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D.A.
2 monate vor
Man kann es bald nicht mehr lesen der gegen den und alle gegeneinander!
Und so soll zukunftsfähig gehandelt werden?
Nun ja Gelnhausen halt!ich bin kein Freund von Litzinger aber macht er etwas ist es falsch macht er nichts ist es wieder falsch!um das zu ertragen hilft bestimmt sein Gehalt (er wird es als Schmerzensgeld ansehen) von ca 10000Euro im Monat!
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