"Die Anmietung von ca. 250 m2 wurde damit mehrheitlich beschlossen. Hintergrund ist laut Verwaltung der fehlende Platz im Rathaus. Ursprünglich war vorgesehen, das betreffende Gebäude in der Nähe der Gemeindeverwaltung von der Kreissparkasse zu kaufen. Nachdem dies nicht realisiert werden konnte, wurde nun die Anmietung vom neuen Eigentümer beschlossen. Die FWG-Fraktion hat diesem Vorhaben nicht zugestimmt und einen Änderungsantrag eingebracht, die vorgesehene Mietdauer auf zunächst 5 Jahre zu begrenzen. Gerade in Zeiten von Digitalisierung, mobilem Arbeiten, Homeoffice und Arbeitsplatz-Sharing halten wir eine längerfristige Vertragsbindung für fragwürdig. Unser Antrag wurde jedoch abgelehnt. Nach Angaben von Bürgermeister Markus Kern beträgt die Kaltmiete rund 30.000 Euro pro Jahr. Über eine angenommene Vertragslaufzeit von zehn Jahren summiert sich dies auf 300.000 Euro Kaltmiete. Und dabei bleibt es nicht. Hinzu kommen Kosten für den Umzug, die Einrichtung der neuen Büroräume, technische Ausstattung, mögliche Umbauten sowie laufende Betriebs- und Nebenkosten. Die tatsächliche Belastung für den Gemeindehaushalt wird daher deutlich über den reinen Mietkosten liegen", so die FWG.
Und weiter: "Für uns wirft diese Entscheidung mehrere Fragen auf: Bereits im vergangenen Jahr war geplant zusätzliche Büroflächen in einem gemeindeeigenen Gebäude am Wertstoffhof zu schaffen. Dazu wurde bereits einem langjährigen Mieter vorsorglich gekündigt. Später stellte sich laut Verwaltung heraus, dass die Einrichtung von Büros in dem Gebäude doch nicht möglich war. Es stellt sich die Frage, warum man die Eignung der Räumlichkeiten nicht vorher abschließend geprüft hat. Wer denkt eigentlich an die Bürgerinnen und Bürger? Künftig werden Verwaltungswege nicht einfacher, sondern komplizierter. Wer Angelegenheiten bei der Bauverwaltung erledigen muss, hat möglicherweise zusätzlich Termine im Rathaus oder bei der Gemeindekasse. Statt alles an einem Ort erledigen zu können, entstehen zusätzliche Wege, mehr Zeitaufwand und weniger Bürgerfreundlichkeit. Und was ist mit den Mitarbeitern? Auch die Beschäftigten der Bauverwaltung werden künftig regelmäßig zwischen den Standorten pendeln müssen. Besprechungen, Abstimmungen oder kurzfristige Rückfragen bedeuten zusätzliche Wegezeiten, die ebenfalls Geld kosten und Arbeitszeit binden. Die daraus entstehenden Mehrkosten müssen am Ende von den Bürgerinnen und Bürgern getragen werden. Für die FWG stellt sich daher die grundsätzliche Frage: Ist die Auslagerung der Bauverwaltung wirklich die wirtschaftlichste und bürgerfreundlichste Lösung? Was ist mit Verwaltungsbereichen, die keinen Publikumsverkehr haben? Wir sind der Meinung, dass vor einer langjährigen Verpflichtung mit zusätzlichen Kosten von mindestens 300.000 Euro alle gemeindeeigenen Alternativen sorgfältig hätten geprüft und bewertet werden müssen. CDU, SPD und AfD haben ihre Entscheidung getroffen. Wir werden die weitere Entwicklung aufmerksam begleiten und insbesondere die tatsächlichen Kosten sowie die Auswirkungen auf Bürger und Mitarbeiter kritisch hinterfragen", so die FWG abschließend.



