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Brückenbauer in der Mitte Europas

Brückenbauer in der Mitte Europas
Erwarten gespannt den ersten Sudetendeutschen Tag an Pfingsten, der 81 Jahre nach Kriegsende auf tschechischem Gebiet stattfindet: Der Eidengesäßer Bernd Klippel mit Milan Horácek, Libor Roucek und Petr Brod am Rande der Frühjahrstagung der Sudetendeutschen Seliger-Gemeinde in Bad Alexandersbad.

Linsengericht/ Bad Alexandersbad/Brünn. Wenn am Pfingstwochenende der Sudetendeutsche Tag 81 Jahre nach Kriegsende erstmals auf tschechischen Boden, in Brünn, der zweitgrößten Stadt Tschechiens und seit dem 17. Jahrhundert Zentrum Mährens, stattfindet, werden an diesem historischen Ereignis auch VertrerInnen aus dem Main-Kinzig-Kreis teilnehmen.

Unter ihnen der Eidengesäßer Bernd Klippel, gewähltes Mitglied der Sudetendeutschen Bundesversammlung und Mitglied der sozialdemokratischen Sudetendeutschen Seliger-Gemeinde: „Wie zu erwarten, gab es im Vorfeld auch kritische Stimmen, die sich gegen einen Sudetendeutschen Tag auf tschechichem Gebiet aussprachen. Eine überwältigende Mehrheit auf beiden Seiten der deutsch-tschechischen Grenze allerdings befürwortet dieses Treffen.“ Es sei ein „starkes Signal für Aussöhnung, Verständigung und Freundschaft, gerichtet besonders an die vielen Konfliktparteien rund um die Welt“, so Klippel.

Noch frisch sind die Eindrücke, die Bernd Klippel von der Frühjahrstagung der Sudetendeutschen Seliger-Gemeinde in Bad Alexandersbad mitgenommen hat. Auch die Gemeinschaft der SozialdemokratInnen in der Sudetendeutschen Landsmannschaft befasste sich u.a. mit der Vorbereitung des Sudetendeutschen Tags in Brünn.

Der Eidengesäßer erläutert: „Seit ihrer Gründung vor 75 Jahren nimmt die Seliger-Gemeinde eine besondere Stellung innerhalb der sudetendeutschen Geschichte ein. Während viele Verbände nach 1945 zunächst von konservativen oder nationalistischen Tönen geprägt waren, bildete die Seliger-Gemeinde den sozialdemokratischen Gegenpol und setzte sich von Beginn an für Versöhnung ein. Unser Ziel war stets, Brücken zu bauen statt Grenzen zu ziehen.“ Es habe Jahrzehnte gebraucht, um das heutige vertrauensvolle Miteinander von Tschechen und Sudetendeutschen nachhaltig zu festigen: „ Unsere Erfahrungen können besonders in der derzeit so krisengeschüttelten Weltlage auch über Europa hinaus Orientierung geben. In vielen Konfliktregionen dieser Welt fehlen heute genau jene Brücken des Dialogs und der Menschlichkeit, die für eine friedliche Zukunft notwendig sind. Gerade die Geschichte der deutsch-tschechischen Verständigung zeigt, dass selbst tiefe historische Wunden heilen können, wenn Menschen bereit sind, aufeinander zuzugehen.“

Die Freundschaft zwischen Tschechen und Sudetendeutschen sei ein Garant für Frieden im Herzen Europas. Ihre Grundlagen - Begegnung statt Abgrenzung, Zusammenarbeit statt Konfrontation – „sind ein Beispiel der Solidarität und des friedlichen Zusammenlebens.“ Bernd Klippel ist überzeugt, dass auch in anderen Regionen dieser Welt aus bisherigen Gegnern Freunde werden können: „Versöhnung beginnt dort, wo Menschen einander wieder zuhören und gemeinsam Verantwortung für die Zukunft übernehmen.“

Eine Zusammenfassung der Ereignisse beim Sudetendeutschen Tag im tschechichen Brünn sendet der Bayerische Rundfunk am Pfingstsonntag um 23.15 Uhr.

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