Zahlreiche Gäste aus beiden Kommunen kamen zusammen, um im festlich geschmückten Glashaus des Hofguts Steup in Wachenbuchen auf fünf Jahrzehnte des Austauschs, der Begegnungen und der gewachsenen Freundschaften zurückzublicken. Bereits der Sektempfang auf dem roten Teppich, musikalisch begleitet vom Blasorchester Wachenbuchen, setzte einen feierlichen Akzent. Die herzlichen Begrüßungen zeigten, dass die Städtepartnerschaft mehr ist als ein formaler Austausch: Hier kamen Freunde zusammen, die ihr Wiedersehen freudig feierten.
Bereits am Vormittag hatten Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Maintal-Moosburg mit Udo Jung an der Spitze mit der knapp 20-köpfigen Moosburger Delegation um Bürgermeister Herbert Gaggl eine fröhliche Städtetour durch Frankfurt unternommen. Die Stimmung war heiter und ausgelassen, sodass Gaggl spontan mit seiner Amtskollegin Böttcher über den roten Teppich tanzte. An zwei Bildschirmen ließ eine Diashow mit Bildern aus den vergangenen 50 Jahren die Geschichte der Städtepartnerschaft lebendig werden. Sie erinnerte an zahlreiche gegenseitige Besuche, gemeinsame Veranstaltungen, lieb gewonnene Traditionen und viele unvergessliche Begegnungen.
Nach der offiziellen Begrüßung durch den Ersten Stadtrat Karl-Heinz Kaiser, der lange Jahre als Vorsitzender der AG Maintal-Moosburg und des Partnerschaftsvereins aktiv war, eröffnete eine Talkrunde mit Maintals Bürgermeisterin Monika Böttcher, Moosburgs Bürgermeister Herbert Gaggl, Erstem Stadtrat Karl-Heinz Kaiser, Stadtverordnetenvorsteher Martin Fischer und Udo Jung als Vorsitzendem der AG Maintal-Moosburg vielfältige Perspektiven auf die Entwicklung der Städtepartnerschaft, die Bedeutung des persönlichen Austauschs und Ideen für die Zukunft.
Dabei wurde deutlich, welchen Wert Städtepartnerschaften gerade in einer Zeit haben, in der nationale Interessen und gesellschaftliche Spannungen vielerorts die öffentliche Debatte prägen. Denn Städtepartnerschaften stünden für Verständigung über Grenzen hinweg und damit für die Überzeugung, dass persönliche Begegnungen Vorurteile abbauen und Freundschaften entstehen lassen können. Dies sei der beste Weg für ein Leben in Frieden und ein geeintes, starkes Europa, waren sich die Teilnehmer*innen der Talkrunde einig.
Dafür müssten Menschen gegenwärtig stärker denn je eintreten – auch und gerade die junge Generation. Denn der Austausch und die ehrenamtliche Arbeit, die das Fundament der Partnerschaft bilden, kann nur gelingen, wenn sich auch Jüngere einbringen. Einige der Aktiven sind seit vielen Jahren und Jahrzehnten engagiert – darunter Elfriede Mandler, die an diesem Abend mit der Ehrennadel der Stadt Maintal in Silber geehrt wurde und Udo Jung, der die Ehrennadel in Gold erhielt. Daher ist es Zeit, den Staffelstab weiterzugeben. Gaggl und Böttcher hatten bereits eine Idee für ein Format, das hier den Weg bereiten könnte: Das „Spiel ohne Grenzen“, zuletzt ausgetragen 1977 im damals noch jungen Maintalbad. „Anfang 2028 haben wir ein neues Maintalbad. Das könnten wir doch mit einer Neuauflage des ,Spiels ohne Grenzen‘ feiern“, schlug Böttcher vor.
Eine Idee, die in den kommenden Monaten intensiver beraten wird – vielleicht sogar auf dem Moosburger Gastgeschenk. Denn die hatten eine „Glücksbank“ aus Massivholz und der Aufschrift „Zum Glück gibt es Maintal und Moosburg“ mitgebracht. „Wie oft haben wir gemeinsam auf solchen Bänken gesessen, geredet, gefeiert und gelacht? Eine Bank verbindet. Wir wünschen uns, dass auch weiterhin Menschen auf Bänken zusammensitzen und miteinander reden, damit wir die Grenzen in den Köpfen der Menschen aufbrechen“, so Gaggl in einer leidenschaftlichen Rede, in der er dazu aufrief, „nicht die Asche zu bewahren, sondern das Feuer einer lebendigen Städtepartnerschaft weiterzutragen“.
So überwog an diesem Abend die Zuversicht. Die Vertreter*innen beider Städte bekräftigten ihren ausdrücklichen Wunsch und festen Willen, die Partnerschaft auch in Zukunft lebendig zu gestalten und weiterzuentwickeln.
Anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Städtepartnerschaft zwischen Maintal und Moosburg wurde die Partnerschaftsplakette erneuert. Darauf sind die Wünsche für die Zukunft zusammengefasst. Bürgermeister Herbert Gaggl (Zweiter von links) nahm von Erstem Stadtrat Karl-Heinz Kaiser die Tafel für Moosburg entgegen. Bürgermeisterin Monika Böttcher und Stadtverordnetenvorsteher Martin Fischer (rechts) freuten sich über die neue Plakette für Maintal. Das Bindeglied zwischen beiden Kommunen ist Udo Jung (Mitte) als Vorsitzender der AG Maintal-Moosburg. © Stadt Maintal
Im Rahmen der Jubiläumsfeier erhielten Elfriede Mandler (Dritte von rechts) die Ehrennadel der Stadt Maintal in Silber und Udo Jung (Zweiter von links) die Ehrennadel der Stadt in Gold für ihr langjähriges Engagement für eine lebendige Partnerschaft. Mit ihnen freuten sich Maintals Erster Stadtrat Karl-Heinz Kaiser (links), Moosburgs Bürgermeister Herbert Gaggl (Dritter von links), Bürgermeisterin Monika Böttcher und Stadtverordnetenvorsteher Martin Fischer. © Stadt Maintal





