Hiltrud und Karl-Heinz Hufnagel alias Petra Giesel und Frieder Arndt sind in der Region schon lange keine Unbekannten mehr. Obwohl das beliebte Comedy-Duo mit seinem Beziehungsknatsch längst große Theatersäle füllt, kehren die beiden gerne in Eichen ein. Mit ihrem neuen Programm „Mir halte durch“ erheiterten die beiden „Hessischen Babbelkepp“ mit Witz, Schlagfertigkeit, umwerfender Mimik und schrägem Gesang ihr generationsübergreifendes Publikum. Angesichts der „Ehe-Problematik“ von Hiltrud und Karl-Heinz wurde bereits von den ersten Minuten an herzhaft gelacht.
Zum Auftakt erschien Hiltrud zunächst allein auf der Bühne und verkündete, dass man auf ihr „Ehegespons“ heute Abend leider verzichten müsse, da sie ihn zum Fasten verdonnert habe. „Ganz konsequent isst der seit drei Tagen nix mehr.“ Sport müsse er auch machen. Doch weil der Eintritt im Schwimmbad zu teuer sei, habe sie ihn zum Schwimmen in den Teich geschickt. Kurze Zeit später betrat Karl-Heinz die Bühne, in der Hand eine abgebrochene Stange französisches Weißbrot. Als Spaziergänger im Teich die Enten füttern wollten, habe ihn der Hunger überfallen, sodass er ebenfalls nach den Brocken geschnappt habe, gestand er. „Des is halt de Fortschritt“, entgegnete Karl-Heinz gelassen auf Hiltruds Lamento über seine Figur, „früher hat isch en Waschbrettbauch unn jetzt hab isch e Waschtrommel“. Ein weiterer Kritikpunkt Hiltruds war Karl-Heinz’ Trägheit: „Deshalb hab isch ihm e Schildkröt geschenkt, damit er net immer der Langsamste iss, aber jetzt zieht die locker an ihm vorbei“, meinte sie zum Publikum und überredete ihren Karl-Heinz, mit Musik eine Kostprobe ihres daheim geübten Synchronschwimmens preiszugeben. Doch zuvor musste ihr Gatte unter allerlei Protest und Verrenkungen seine neue Badehose anziehen, derweil Hiltrud ihn durch ein mitgebrachtes Badehandtuch vor den neugierigen Blicken der Besucher schützte.
Unter rhythmischen Klängen und Hiltruds Gesang „Let me show your Good Time“ vollzog Karl-Heinz seine Übungen auf dem Stuhl und wurde mit Heiterkeitsausbrüchen und tosendem Zwischenapplaus belohnt. Selbstverständlich durfte auch Frieder Arndts Tanz- und Gesangseinlage als Henni Ewersberger nicht fehlen, die ihm ebenfalls sehr viel Jubel einbrachte. Petra Giesel begeisterte ihr Publikum vor allem mit hervorragend in Szene gesetzter Naivität, als sie demonstrierte, wie sie sich beim Casting als „Aushilfs-Bond Girl“ bewerben wolle. Nach dieser Solonummer erschien Karl-Heinz wieder auf der Bühne und berichtete von einem „Angel-Club“ - ausgesprochen wie das englische Wort für Engel - einem neuen Klubhaus am See. In der Hoffnung auf „ebbes Erotisches“ sei er dort eingetreten. „Doch die ‚Angel‘ waren all ausgefloche unn stattdesse saßen nur lauter ahle Männer mit Gummianzügen am Disch“, berichtete er weiter. „Isch waß genau, was du manst“, kommentierte Hiltrud trocken, „des is kein ‚Angel-Club‘, sondern der Angelverein.“
Zwei Stunden lang unterhielt das Duo mit Plaudereien aus dem Nähkästchen einer langjährigen Ehe. Beide bewiesen außerdem mit flotten Tanz- und Gesangseinlagen ihr Können. Dazu wurde mit den Hüften gewackelt und mit den Augen gerollt, sodass im Zuschauerraum vor Lachen kein Auge trocken blieb. Das Publikum erklatschte sich am Ende mit Standing Ovations noch zwei Zugaben.



