Da in der Nachbarschaft bereits archäologische Fundstellen bekannt sind, konnte der zukünftigen Bebauung nur unter Auflagen zugestimmt werden, nämlich einer zuvor stattfindenden archäologischen Ausgrabung.
Zu Beginn der Untersuchungen fanden sich nur ein paar Vorratsgruben und Spuren ehemaliger Holzhäuser aus dem 8. Jahrhundert v. Chr., der beginnenden Eisenzeit. Angesichts der Vielzahl vergleichbarer Denkmäler im Rhein-Main-Gebiet war dies kein ungewöhnliches Ergebnis. Vor wenigen Tagen und kurz vor dem geplanten Grabungsende wurden reich ausgestattete Gräber aus frühkeltischer Zeit entdeckt. Mehrere Bestattungen – bei diesen dürfte es sich wohl um Frauengräber handeln – enthielten kostbaren Schmuck aus Bronze. Vor allen Dingen ein Grab stach heraus: Dem wohl männlichen Verstorbenen hatte man neben einem Gefäß auch Schmuck, eine Lanze und ein Schwert mitgegeben.
"Einige der in Nidderau beerdigten Personen könnten noch zur selben Zeit wie die Fürsten am Glauberg gelebt haben. Wie aber lebten die Menschen damals außerhalb des Glaubergs? Welches Verhältnis bestand zu den Glaubergfürsten? Um diese Epoche zu verstehen, bedarf es auch der Untersuchung weiterer, vielleicht nicht so reich ausgestatteter Gräber. Mit der Entdeckung des Friedhofs von Nidderau ist die Archäologie der Kelten in Hessen wieder einen wichtigen Schritt weitergekommen", heißt es aus der Kreisverwaltung.




