




Auf den Inhalt der umfangreichen Dokumentation „Niederrodenbacher Steinbrüche, Anekdoten und mehr“ machte die ehemalige Vorsitzende des Geschichtsvereins, Inge Frick, in einer Einleitung neugierig. Helga Duda hatte zu Beginn der Veranstaltung die interessierten Bürger und den 1. Beigeordneten Helmut Schwindt sowie den Hauptamtsleiter der Gemeinde Udo Vitt begrüßt. Helmut Schwindt erzählte aus seiner Kindheit von den spannenden Abenteuerplätzen, den zum Teil schon stillgelegten „Steinbrüchen“ nahe der Bulau im Wald. „Neugier treibt den Menschen“ begann Rudolf Waldschmidt und begründete seine Motivation etwas über die Niederrodenbacher Steinbrüche zu schreiben.
„Als Maurermeister interessierten mich bei den Spaziergängen die Kalkstein des Bruchs, weil sie in mein Berufsbild passten! Allerdings wusste ich noch nicht, was da im Rahmen der Recherchen an Arbeit und Zeitaufwand auf mich zukam. Aber der positive Effekt überwog und so begann ich mit eingehenden Befragungen der Nachfahren der Pächter. Sie erinnerten sich an viele Details und versorgten mich mit Bildmaterial!“ stellte Waldschmidt mit Freude fest.
Der eigentliche Durchbruch in punkto Wissen über die drei Steinbrüche gelang ihm mit tatkräftiger Unterstützung der Archivarin, Dr. Annegret Wenz-Haubfleisch, im Staatsarchiv in Marburg, die ihm den Zugriff auf die Protokolle und Akten der Grafschaft Hanau ermöglichte. „Der gemeindeeigene Steinbruch am Kalkofen lieferte Jahrhunderte die Steine für den Aufbau im alten Ortskern von Niederrodenbach. In unmittelbarer Nähe zur Kalkhecke befanden sich Steine in guter Qualität. Im 2. Steinbruch der Gemeinde sind dessen Felswände heute noch sichtbar. Das Gelände steht seit den 1970-ziger Jahren unter Naturschutz“ betonte der Autor.
Der 3. Steinbruch im Flur „Am neuen Feld“ gehörte den Grafen von Hanau und das gebrochene Material des „Herrschaftlichen Steinbruchs“ wurde nach Hanau und Umgebung sowie illegal ins ausländische Alzenau und Kahl transportiert. Um 1850 war der Steinbruch gänzlich ausgebeutet und wurde später als illegaler Müllplatz benutzt bevor er - über 100 Jahre später - 1986/87 von den Naturschützern gesäubert wurde.
Rudolf Walschmidt bedankte sich abschließend bei Kurt Blaschek, Studienrat a.D. aus Hanau, für die Übersetzertätigkeiten des zum Teil über 300 Jahre alten Aktenmaterials und bei Inge Frick für die Vorbereitungen des Manuskriptes zum Druck sowie bei Udo Vitt für die zur Verfügung gestellten Unterlagen der Gemeinde Rodenbach aus den 192er bis 1940er Jahren. Das Buch „Niederrodenbacher Steinbrüche, Anekdoten und mehr“ kann zum Preis von 18,00 € beim Geschichtsverein (Helga Duda, In der Gartel 20, Tel. 06184-54348) und in der Bücherstube Keese, Inhaber Detlef Knoll, erworben werden.
Foto: Der Autor, Maurermeister a.D. Rudolf Waldschmidt (rechts) , vor der Präsentation seiner Dokumentation „Niederrodenbacher Steinbrüche, Anekdoten und mehr“ in der Bücherei zusammen mit dem 1. Beigeordneten Helmut Schwind und der ehemaligen Vorsitzeden vom Geschichtsverein Inge Frick (links).
Text und Fotos: Anton Hofmann




