Moderiert wurde der Dichterwettstreit von Benedict Hegemann, Host der Frankfurter Slam-Reihe im Montez und selbst renommierter Poetry Slammer. Die Sterntalerfreunde Büdesheim organisierten die Veranstaltung zugunsten der lokalen Grundschule.
Die SKV-Halle war an diesem Abend – trotz Fußball-WM und frühsommerlichem Wetter – gefüllt mit Gästen aus Nah und Fern, leckerem Essen und vor allem sehr viel Lachen. Noch bevor der erste Poetry Slammer antrat, ließ schon das Intro von Benedict Hegemann erahnen: Das wird großartig. Die kleine Dorf-Turnhalle wurde zum Raum für große Kunst und Menschen, die es hervorragend verstehen, mit Sprache umzugehen und mit Worten zu berühren. Die Poetry Slammer Tobias Beitzel, Ole Bechthold, Emm Weyrauch und Gax traten mit leicht, rasant und eindringlich vorgetragenen Texten an. Mal lustig, mal nachdenklich stimmend – und immer mitreißend. Jeder Künstler hatte sechs Minuten Zeit pro Runde, um die Gäste und die Jury von sich zu überzeugen. Im Finale kürte das Publikum per Applaus den Sieger: Gax gewann den Poetry Slam in Büdesheim.
Die Themen waren so vielfältig wie die Künstler: Tobias Beitzel sprach über Nicht-Ka]eetrinker und die Herausforderungen heranwachsender Männer. Ole Bechthold ließ das Publikum andächtig still werden mit seinen Sinnfragen und berührenden Einblicken in innere Dämonen. Die Stücke von Emm Weyrauch drehten sich um Mobbing – eine schonungslos ehrliche Betrachtung, die nicht nur an der Oberfläche rührte. Gax spielte gekonnt mit Sprache an sich und rückte sie selbst in den Mittelpunkt seiner Texte. Sie alle teilten in ihren Stücken eingefangene Momente, Gefühle und Gedankenanstöße. Durch das Engagement des Fördervereins wurde mit dem 2. Poetry Slam Büdesheim nicht nur ein Stück großartige Kultur aufs Land geholt – die Einnahmen kommen erneut den Schülerinnen und Schülern der Sterntalerschule zugute. Eine schöne Kombination von gutem Zweck und guter Laune.
Tolles Engagement, tolle Künstler und ein toller Abend. Es bleibt zu wünschen, dass diese Veranstaltungsreihe auch in Zukunft fortgesetzt wird, denn sie ist unbedingt sehens- und unterstützenswert.
Text: Patricia Roß



