Der Hainfelder-Hof hat sich in den vergangenen Jahren wie viele landwirtschaftliche Betriebe im Main-Kinzig-Kreis kontinuierlich weiterentwickelt und teilweise neu aufgestellt. Nicht zuletzt die sinkenden Milchpreise haben dazu geführt, dass sich die Familie Amend neben der Milchviehwirtschaft mit rund 70 Kühen mit dem Hofladen ein zweites wirtschaftliches Standbein geschaffen hat. Über seine Erfahrungen sprach Frank Amend jetzt mit CDU-Landratskandidatin Srita Heide, die gemeinsam mit Vertretern der CDU Steinau auf dem Hof Station machte. „Wir sind Buchhalter, handwerklich begabt und verstehen bestenfalls soviel von Tieren, dass wir selbst fast ein halber Veterinär sind“, fasste Frank Amend die Anforderungen an einen modernen Landwirt zusammen. Amend, der auf dem Hof seiner Familie auch Auszubildende beschäftig und als Prüfer im Einsatz ist, liegt die Zukunft seines Berufsstandes sehr am Herzen.
Der steht – nicht zuletzt auch als Folge der Globalisierung – vor immer neuen Herausforderungen: „Wir sollen zu Weltmarktpreisen produzieren, können das aber nicht zu den gleichen Bedingungen tun“, berichtete Amend und nannte als Beispiel die Milchproduktion. Während in Neuseeland Kühe ganzjährig auf der Weide und ohne den Bau teurer Stallungen gehalten werden könnten, sei dies in Deutschland schon aus klimatischen Gründen nicht möglich. Die zusätzlichen Investitionen würden sich aber zwangsläufig im Preis niederschlagen, was sich wiederum negativ auf die Gewinnspanne der Landwirte auswirke. Auch die Bürokratie habe in den vergangenen Jahren stark zugenommen; rund ein Drittel seiner Arbeitszeit verwendet Amend nach eigenen Angaben allein auf das Thema Büroarbeit und Dokumentation.
„Landwirte sind echte Unternehmer, die jeden Tag Lösungen für neue Probleme unterschiedlichster Art finden müssen. Davor habe ich großen Respekt“, zeigte sich Srita Heide beeindruckt. Auch wenn man den Bauern vor einigen Jahren noch geraten habe, sich auf ein Segment zu spezialisieren, so sei es heute unabdingbar, sich breiter aufzustellen - sei es durch den Bau von Biogasanlagen, das Thema Direktvermarktung oder im touristischen Bereich, beispielsweise unter dem Motto „Ferien auf dem Bauernhof“. Besonders angetan zeigte sich die CDU-Landratskandidatin von den Bemühungen der Familie Amend, den Hof auch für Veranstaltungen, wie beispielsweise einen eigenen Weihnachtsmarkt am 23. Dezember, für ein breiteres Publikum zu öffnen.
„Um neue Kunden zu gewinnen, bedarf es innovativer Ansätze“, so Srita Heide. Auch Kochkurse für junge Familien, in denen beispielsweise Hausmannskost gezaubert werde, könne hierfür ein kleiner, aber feiner Schritt in die richtige Richtung sein. „Gerade junge Eltern sind sehr interessiert und aufgeschlossen, was das Thema gesunde Ernährung angeht. Hier liegt auch für die heimischen Landwirte eine große Chance, sich neue Felder zu erschließen.“
Foto: Srita Heide im Gespräch mit Frank Amend (links) und Vertretern der CDU Steinau.

