Auf dem Programm steht neben Carl Orffs Meisterwerk eine eigens zusammengestellte Suite zu Aram Chatschaturjans „Gayaneh“, natürlich auch mit dem berühmten „Säbeltanz“. Gemeinsam mit der Frankfurter Singakademie, herausragenden Solisten und unter dem Dirigat der international renommierten Anna Skryleva wird die Neue Philharmonie Frankfurt das Publikum in Hochstimmung versetzen.
In drei Teilen erzählt die „Carmina Burana“ vom Werden und Vergehen, von Lebensfreude, Liebe und Liebeswerbung, Mystik und Romantik. Das so prachtvolle wie pulsierende „O Fortuna“ zu Ehren der Göttin des Schicksals und des Glücks umrahmt kraftvoll das Geschehen. 1937 uraufgeführt, ist die „Carmina Burana“ das erfolgreichste oratorische Werk des 20. Jahrhunderts. Und das hat seinen Grund. Voller Rhythmus und Energie kann es Orffs Werk mit jedem aktuellen Beat aufnehmen. Die Texte basieren auf einer Benediktbeurer Handschrift aus dem 13. Jahrhundert, sind aber viel mehr als nur ein Schaufenster ins Mittelalter. Die Wirtshauschöre: erheblich deftig, im Detail gleichwohl delikat. Das „Mädchen mit dem roten Hemd“, immerhin ein Text aus dem 13. Jahrhundert, singt auch noch heute unerhört sinnlich. Die großartigen Stimmen der Solisten Chelsey Schill, Patrick Ruyters und Gert Hohmann, begleitet von den starken Klängen des Konzertchors der Frankfurter Singakademie und dem Orchester, der Neuen Philharmonie Frankfurt, lassen im Paul-Hindemith-Saal die Funken sprühen.
1942 schrieb Aram Chatschaturjan sein Ballett „Gayaneh“. Entstanden als Auftragsarbeit der Kommunistischen Partei der Sowjetunion im Stil des Sozialistischen Realismus, ist es überraschend vital und beinhaltet eine Vielzahl herausragender Sätze. Der berühmteste ist der „Säbeltanz“, zu dem 1961 - inmitten des Kalten Krieges - Lilo Pulver in Billy Wilders Komödie „Eins, Zwei, Drei“ auf dem Tisch im Ostberliner „Grand Hotel Potemkin“ tanzte. Voller Rhythmus und Energie wird das Orchester mit der Gayaneh-Suite bereits im ersten Teil des Abends ein mitreißendes Feuerwerk im Konzertsaal des CPH entfachen.
Chelsey Schill
Die kanadische Sopranistin Chelsey Schill singt mit großem Erfolg an der Oper Köln, dem Teatro Nacional in Lissabon oder dem Grand Théâtre de Luxembourg. Als Konzertsängerin ist sie international in zahlreichen Konzerten aufgetreten, etwa in Beethovens „9. Symphonie“ unter der Leitung von José Cura, in Mendelssohns „Elias“, in Brahms „Ein deutsches Requiem“, in Orffs „Carmina Burana“, in Vivaldis „Gloria“ und in Mozarts „Requiem“. Neben vielen anderen Rollen sang sie die Königin der Nacht aus Mozarts „Die Zauberflöte“, Musetta in Puccinis „La Bohème“ und Violetta in Verdis „La Traviata”. Weiter konzertierte sie erfolgreich mit der „Lulu Suite“ von Alban Berg und mit den „Faust Szenen“ von Robert Schumann.
Patrick Ruyters
Der Bariton Patrick Ruyters ist seit April 2016 fest engagiert am Staatstheater Braunschweig und dort in klassischen wie auch außergewöhnlichen Partien zu erleben. So etwa als Mesner in Tosca und als Derim in der Liveübertragung von Kurt Atterbergs Oper Aladin auf Deutschlandradio Kultur. In den Jahren zuvor konzertierte Ruyters unter anderem mehrfach mit den Hamburger Symphonikern (Mahler, Kindertotenlieder; Bruch, Das Lied von der Glocke). Aufführungen der Johannes-Passion führten ihn bis an das Teatro Lirico di Cagliari. Im Juni 2017 wird er als Vater in Zaide/Adama von Mozart/Czernowin am Theater Freiburg auf der Bühne stehen.
Gert Hohmann
Gert Hohmann aus Wiesbaden ist ein profilierter Solist im Fach des hohen Tenors oder Altus. Hier widmet er sich zum einen intensiv der barocken und vorbarocken Literatur, zum anderen ist die anspruchsvolle und hoch charakteristische Partie des „gebratenen Schwans“ in der „Carmina Burana“ ein Paradestück des Solisten.
Frankfurter Singakademie
Die Singakademie gehört zu den großen, traditionsreichen Frankfurter Chören und sang bereits bei der Uraufführung der „Carmina Burana“. Bei der Gründung als „Reformchor“ im Jahr 1922 ging es vor allem um die Einstudierung und Präsentation neuerer Musik. Der Laienchor zählt derzeit rund 140 aktive Mitglieder und verfügt über ein umfangreiches Repertoire mit dem Schwerpunkt der romantischen Chorliteratur. Geleitet wird sie seit 2015 von Jan Hoffmann, der hauptberuflich Chordirektor und stellvertretender Generalmusikdirektor am Stadttheater Gießen ist.
Anna Skryleva
Anna Skryleva war Dirigentin an der Hamburgischen Staatsoper und der Oper Köln sowie stellvertretende Generalmusikdirektorin und 1. Kapellmeisterin am Landestheater Kiel. Seit 2013 ist sie in gleicher Position am Staatstheater Darmstadt engagiert. Unter sechs Dirigentinnen weltweit wurde sie zur Teilnahme am fünfjährigen internationalen Programm der Dallas Oper für Dirigentinnen „Institute for Women Conductors“ ausgewählt. In der Spielzeit 2016/2017 tritt sie dort als Gastdirigentin mit einem Verdiprogramm auf. Anna Skryleva ist Initiatorin der Friedensinitiative „Classic for Peace“, die mit grenzüberschreitenden Projekten zur Völkerverständigung beitragen will.




