
Unter der sachkundigen Führung des Archäologen Michael Müller fuhr das Expeditionsteam dreizehn geschichtsträchtige Orte an, die an das Geschehen der Schlacht bei Hanau am 30. und 31. Oktober 1813 erinnern. Mit von der Partie waren die Historiker Ralf Schumacher und Martin Hoppe vom Hanauer Geschichtsverein 1844 e. V., die betreuend und informierend zur Seite standen.
Gedenksteine wurden gebürstet, fotografiert und kartografiert, strategisch relevante Orte besichtigt und mit Hilfe der historischen Überlieferung durch Augenzeugen der Schlacht auf ihre Bedeutung überprüft. Zweihundert Jahre alte Pläne und Aussagen lieferten den Ausgangspunkt für einen Vergleich mit dem uns heute vertrauten Stadtbild, aber auch für eine Befragung über die Auswirkungen des Schlachtgeschehens auf die unmittelbar Beteiligten. Wo sich vor 200 Jahren Soldaten der bayerisch-österreichischen Armee auf der einen Seite und der französischen Armee , in der auch viele deutsche Soldaten kämpften, auf der anderen Seite gegenüber standen, konnten die Schüler an markanten Punkten aus eigener Anschauung Rückschlüsse auf den Schlachtverlauf und das Schicksal der Soldaten ziehen. Was heißt das, wenn brennende Häuser kein Weiterkommen ermöglichen, schmale Brücken ein Ausweichen verhindern oder die Kinzig den Rückzug versperrt?
In Kooperation mit dem Hanauer Geschichtsverein und der Stadt Hanau erarbeiten die Holaner mit ihrer Geschichtslehrerin Petra Rentschler und dem Historiker Ralf Schumacher einen Beitrag zur Sonderausstellung „Die Franzosen kommen! – Hanau und Region in der Zeit Napoleons 1806-1813“, die ab Oktober dieses Jahres im Historischen Museum Hanau Schloss Philippsruhe stattfindet.
Dass Geschichte unmittelbar vor der Klassenzimmertür beginnt, dass Experten unterschiedlicher Fachrichtungen und Institutionen außerhalb von Schule Ansprechpartner und Lernpartner sein und auch Baugruben und Uferböschungen als Geschichtsorte befragt werden können, haben die Schüler an diesem Tag erfahren.
Foto: Beide Bilder zeigen von links nach rechts: Schüler des Vorleistungskurses Geschichte, Petra Rentschler, Michael Müller.



