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Keiler Bier

„Mitleid, Respekt, Demut“

„Mitleid, Respekt, Demut“

Im Zeichen des Ersten Weltkriegs stand für den Vorleistungskurs Geschichte die Projektwoche im Juli 2014.

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respektholarespekthola1Die Schüler und ihre Lehrerin Petra Rentschler haben sich auf dem Hanauer Hauptfriedhof und im Stadtarchiv auf die Suche nach (Hanauer) Soldaten begeben. Sie wollten erfahren, was diese, zumeist jungen Männer, über ihre Erlebnisse an der Front berichten, wie sie mit ihrer Angst umgingen, wie ihr Kriegsalltag aussah, ob und wie sich ihre Briefe oder auch Tagebucheinträge von der offiziellen Kriegspropaganda unterscheiden. Ergänzend wurden die Online-Archive insbesondere des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. sowie des Deutschen Historischen Museums Berlin genutzt.

Frau Turre, Referentin beim Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, betreute die Schülergruppe sachkundig bei ihren Nachforschungen auf dem Gräberfeld des Hanauer Hauptfriedhofes. Hier wurden unter anderem Abriebe von Grabplatten erstellt. Besonders interessierte auch das Alter der Gefallenen: 15 Jahre „alt“, war der Jüngste der hier Begrabenen. Dass offizielles Gedenken, wie in dem Mahnmal am Eingang manifestiert und der Tod „im Feld“ zweierlei sind, wurde rasch deutlich und regte zu Fragen über Sinn und Gestaltung von Mahnmalen an. Bei allen zeigte sich beim Gang über das Gräberfeld Betroffenheit. „Ehrfurcht vor diesen Toten“, „Mitleid, Respekt und Demut“, so fassten die Schüler ihre Eindrücke zusammen.

Im Stadtarchiv widmete sich eine Schülergruppe, betreut von Frau Rademacher, den Schicksalen einzelner Soldaten. Es waren Handschriften zu lesen und zu transkribieren: eine neue Herausforderung. „Man kann sich einlesen, das geht ja besser als wir dachten“, konnten die Beteiligten erleichtert feststellen. Besonderes Interesse fanden die Postkarten: Stadtansichten, Landschaften, „fast wie Urlaub“. Die Angehörigen sollten nicht beunruhigt werden, die Hoffnung auf ein Wiedersehen und vor allem ein baldiges Ende des Krieges wurde immer wieder beschworen. Auch Patriotismus und der Wunsch, an den Kämpfen teilzuhaben, war in frühen Briefen noch zu entdecken. Die in den Blick genommenen Einzelschicksale zeigten: diese Brief- und Tagebuchschreiber waren nur wenige Jahre älter als die Schüler, nämlich zwischen 18 und 21 Jahre jung. Sie schrieben ihre Briefe an der Ost- und der Westfront, zu Anfang noch voller Hoffnungen, später in flüchtigerer Schrift und in knapper werdenden Schilderungen.

Das grauenvolle Erleben trat allen dann in den Sammlungen von Feldpostbriefen zutage, die für das Gedenkjahr 2014 neu aufbereitet und angelegt worden waren: Einzelschicksale, die mehr berichten als viele Geschichtsbücher und Statistiken mit unfassbaren Zahlen. Jeder Schüler befasste sich mit einem ausgewählten, in Briefen und manchmal auch Tagebucheinträgen dokumentierten Schicksal. Die Ergebnisse wurden am Ende zusammengetragen und ausgewertet. Sie sind in einer kleinen Ausstellung in der Hohen Landesschule zu sehen und zu lesen.

Das Resümee: „Dankbarkeit, dass Frieden ist.“

Foto: Die Schüler des Vorleistungskurses Geschichte mit der Referentin des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge (links im Bild) auf dem Gräberfeld der Gefallenen des ersten Weltkriegs/ Hanauer Hauptfriedhof.

Foto: Stadtarchiv Hanau: Henning Wagner (links) und Frederic Wolf (rechts) exzerpieren aus den Soldatenbriefen von Max Manko.

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