Zwar haben die geplanten Sanierungsarbeiten bereits begonnen und sollen nach und nach ausgeweitet werden, vielen Schülerinnen und Schülern – besonders aus der Oberstufe – geht die Veränderung jedoch nicht schnell genug. Seit Jahren wünschen sich ältere Jahrgänge eine modernere und ansprechendere Gestaltung der Schule.
Denn Schule ist weit mehr als nur ein Lernort. Sie ist ein Ort der Begegnung, der Erinnerungen und der Gemeinschaft. Eine angenehme Atmosphäre und ein ansprechendes Umfeld tragen dazu bei, dass sich Schülerinnen und Schüler stärker mit ihrer Schule verbunden fühlen. Aus diesem Gedanken heraus entstand die Idee, die Lindenauschule nicht nur optisch aufzuwerten, sondern gleichzeitig auch ein stärkeres Gemeinschaftsgefühl zu schaffen.
Betreut wurde das Projekt von Lehrer Michael Gurnik, der die Idee über einen langen Zeitraum begleitete und schließlich gemeinsam mit einem Künstler umsetzte. Im Mittelpunkt stand dabei ein großes Wandgemälde aus den 1990er-Jahren, das über die Jahre deutlich an Strahlkraft verloren hatte. Dieses sollte nicht nur überarbeitet, sondern vollständig neu interpretiert und erweitert werden. Um die Verbindung zur Stadt Hanau und ihrer Geschichte herzustellen, fiel die Wahl auf Motive rund um die Gebrüder Grimmund einige ihrer bekannten Märchen. Ziel war es, den Schülerinnen und Schülern einen stärkeren Bezug zur Geschichte ihrer Heimatstadt zu vermitteln und Stolz auf die Zugehörigkeit zur Schulgemeinschaft und zur Stadt zu fördern.
Für die künstlerische Umsetzung wurde der Streetartist „Kunst_sm“ gewonnen, der in der Hanauer und Seligenstädter Umgebung bereits zahlreiche beeindruckende Wandgemälde geschaffen hat und in der regionalen Szene zunehmend Bekanntheit erlangt. Hinter dem Pseudonym steckt Sebastian Matheja, der bereits vor fast zwei Jahren für das Projekt begeistert werden konnte. Gemeinsam wurde die Idee „Schule verschönern, Identität schaffen“ schließlich in den Osterferien umgesetzt. Auch Sebastian Matheja zeigte sich von der Zusammenarbeit begeistert. Besonders gereizt habe ihn das Projekt als Künstler und Wertevermittler mit pädagogischem Hintergrund. Eine erneute Zusammenarbeit mit der Schule könne er sich daher gut vorstellen.
Die Reaktionen nach den Ferien waren überwältigend. Viele Schülerinnen und Schüler staunten beim ersten Anblick des neuen Kunstwerks nicht schlecht. Besonders erfreulich sei, dass sich das Wandgemälde seit seiner Fertigstellung großer Beliebtheit erfreut. Viele Schülerinnen und Schüler halten sich gerne dort auf, nutzen den Bereich als Treffpunkt und identifizieren sich sichtbar mit der neugestalteten Umgebung. Das Projekt zeige eindrucksvoll, was mit Zeit, Ausdauer und ehrenamtlichem Engagement möglich sei. Gleichzeitig könne eine solche positive Gestaltung des Schulumfelds auch dazu beitragen, Vandalismus entgegenzuwirken – einem Problem, mit dem heutzutage nahezu alle Schulen konfrontiert seien.




