Und weiter: "Dieses Gut ist keine Selbstverständlichkeit, sondern ein Schatz, den wir für kommende Generationen bewahren müssen. Doch Politik und Teile der Öffentlichkeit folgen einer grün eingefärbten Ideologie, wonach allein Wind und Sonne das Klima retten sollen. Wer sich jedoch mit der aktuellen Realität der Energieversorgung beschäftigt, erkennt schnell: Diese Vorstellung greift zu kurz. Für einen Gesundheitsstandort wie Bad Orb geht es daher nicht um eine Symbolpolitik für den Klimaschutz, sondern um den Erhalt seiner existenziellen Grundlagen – insbesondere des sauberen Trinkwassers."
Gefahr durch Bau und Betrieb im Wasserschutzgebiet
Der geplante Bau von Windindustrieanlagen auf dem Horstberg berühre unmittelbar die einzigen Trinkwasserquellen des Orbtals: "Gesetzlich dürfen Windräder im Wasserschutzgebiet III errichtet werden; die daran angrenzende Schutzzone II, die frei bleiben muss, ist jedoch nach heutigen Maßstäben erheblich zu klein bemessen. Bereits frühere Gutachten (REUL 1966, ASCHENBRENNER 2004) belegen die außergewöhnlich hohen Fließgeschwindigkeiten im Spessart. Statt einer Verweilzeit von 50 Tagen, wie sie der Standard vorsieht, erreicht Regenwasser die Bad Orber Quellen tatsächlich schon nach wenigen Stunden. Die Folge: Das Quellgebiet reagiert extrem sensibel auf jede Verunreinigung. Windkraftanlagen von 260–300 m Höhe benötigen bis zu acht Meter tiefe Fundamente, die die nur wenige Meter betragenden Bodenschichten über dem Grundwasser vollständig durchtrennen und direkt in den hochdurchlässigen Buntsandstein eingreifen, jenem Gesteinskörper, der Niederschlagswasser in kürzester Zeit zu den Quellen weiterleitet. Damit entfällt die natürliche Barriere, die das Grundwasser vor Schadstoffeinträgen schützt. Der massive Tiefbau für Fundamente, Zuwegungen und Kranflächen verändert zusätzlich den Wasserhaushalt des Horstbergs: Böden werden abgetragen oder stark verdichtet, Regenwasser kann kaum noch flächig versickern und wird stattdessen über Schotter- und Technikflächen konzentriert abgeleitet – genau dort, wo sich Schadstoffe sammeln und die Filterwirkung des Waldbodens verloren geht. Bereits in der Bauphase entsteht ein erhebliches Risiko, weil ausgekofferte und mit Schotter verfüllte Wege jede Verunreinigung direkt in den Untergrund leiten, von wo sie über die schnellen Fließwege des Spessarts nahezu ohne Verzögerung in Richtung Quellfassungen transportiert wird."
Unsichtbare Gefahr aus dem Rotorblattabrieb
Noch gravierender seien die dauerhaften Einträge aus dem Betrieb der Windräder: "Jedes Jahr entstehen pro Anlage erhebliche Mengen an Abriebpartikeln durch die Erosion der Rotorblattkanten. Aktuelle Untersuchungen von DTU, Fraunhofer IWES und dem Wissenschaftlichen Dienst des Bundestages belegen, dass moderne Windkraftanlagen durch sogenannte Leading-Edge-Erosion jährlich mehrere Kilogramm Mikroplastik, Harz- und Faserverbundpartikel freisetzen; ingenieurtechnische Berechnungen auf Basis der dokumentierten Erosionsraten und Materialdichten zeigen, dass der gesamte Materialabrieb bei großen Anlagen realistisch im Bereich von 50-100 Kilogramm pro Jahr liegen kann. Dabei werden langlebige Chemikalien wie PFAS und BPA sowie Mikroplastik- und Faserpartikel (GFK/CFK) freigesetzt. Diese Stoffe gelten als dauerhaft, mobil und toxisch wirksam: Sie stören hormonelle Prozesse, beeinträchtigen das Immunsystem und stellen ein erhebliches ökologisches Risiko dar. Aufgrund der kurzen Reaktionszeit der Bad Orber Quellen genügen bereits geringste Mengen, um eine messbare Belastung des Quellwassers zu verursachen. Für eine Kurstadt, deren Identität auf Reinheit und Gesundheit beruht, ist dies nicht hinnehmbar."
Veraltete Schutznormen – neue Risiken
"Die bestehenden Wasserschutzrichtlinien stammen aus einer Zeit, in der Windkraftanlagen um ein Vielfaches kleiner waren. Moderne Anlagen von bis zu 300 m Höhe und Rotorblättern mit 70-120 m Radius verändern die Reichweite von Emissionen grundlegend. Die Kontamination beschränkt sich längst nicht mehr auf den Anlagenstandort, sondern betrifft großflächig Waldböden und Einzugsgebiete der Quellen, auch wenn die geplanten Anlagen nicht in den Schutzzonen I und II gebaut werden! Wenn Betreiber oder Behörden heute auf die Einhaltung bestehender Umweltauflagen verweisen, kann das keinen ausreichenden Sicherheitsnachweis für Bad Orb darstellen – denn die zugrunde liegenden Normen sind wissenschaftlich überholt", so "Gegenwind Bad Orb e.V." weiter.
Verantwortung von Politik und Behörden
Abschließend heißt es in der Pressemitteilung: "Politik und Genehmigungsstellen müssen endlich ihrer Verantwortung gerecht werden. Die Umweltgefahren moderner Windkraftanlagen – insbesondere durch PFAS-, BPA- und Mikroplastik-Emissionen aus Rotorblättern – waren bei der Erstellung älterer Regelwerke nicht bekannt und sind darin folglich nicht berücksichtigt. Eine Genehmigungspraxis, die sich weiterhin auf den 'Teilplan Erneuerbare Energien' von 2018 oder auf veralteten Wasser- und Emisionsschutz stützt, ignoriert den aktuellen Stand der Wissenschaft und riskiert irreversible Schäden im sensiblen Quellgebiet des Horstbergs. Erforderlich sind vollständige Transparenz über eingesetzte Materialien, belastbare Daten zu Emissionen und eine Neufassung der Schutzstandards. Nur so lässt sich sicherstellen, dass Bad Orbs wertvollste Ressource – sein Trinkwasser – nicht durch politische Trägheit und das bewusste Ignorieren von Risiken gefährdet wird."



Irgendwann tauchen dann Gutachten von Projektierern auf, die angeblich belegen, dass keine Gefährdung vorliegt. Auf dieser Grundlage wird das Projekt schließlich genehmigt.
@ Norbert:
Ein solches Vorgehen habe ich selbst beim Bauprojekt in Flörsbachtal/Jossgrund erlebt. Dieses Verfahren wiederholte sich über nahezu zwei Jahre hinweg. Erst nachdem auf behördlicher Ebene entsprechende Bestimmungen auf Bitten des Projektierers geändert wurden, konnte die Genehmigung erteilt werden.
Der dazugehörige Schrift- und E-Mailverkehr liegt vor. Für den Otto-Normalverbraucher ist ein solches Vorgehen kaum vorstellbar.
Die findet sowohl auf der Pro- wie auch auf der Kontraseite Anwendung.
Dahingehend beeinflusst man schon seit Jahrhunderten Entscheidungen in allen Bereichen des Lebens.
Wenn nicht, dann! Mit erhobenem Zeigefinger ist die Praxis.
Bei all den Debatten sollte man Angstmache nicht mit gesunder Skepsis verwechseln.
Das unser Bestreben nach Erzeugung von Energie nachhaltige Spuren hinterlassen ist defacto nicht von der Hand zu weisen. Eine kompromisslose Tatsache die den weiteren Weg in eine von Notwendigkeiten geprägte Lebensweise mit sich bringt.
Nach dem Prinzip "wird schon" zu wirtschaften wird uns nicht weiter bringen.