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Keiler Bier

Debütkonzert des Spessart-Ensembles sorgte für Begeisterung

Debütkonzert des Spessart-Ensembles sorgte für Begeisterung

Minutenlanger Applaus, stehende Ovationen, Bravo-Rufe, voluminöse Blumensträuße: Das Debütkonzert des neu gegründeten Spessart-Ensembles im Theatersaal der Konzerthalle am zurückliegenden Ostersonntag darf als außerordentlich gelungen bezeichnet werden.

Unter der künstlerischen Leitung der Pianistin Irina Maurer wurden die knapp 250 Gäste entführt in die Welt ausgewählter musikalischer Werke – eine konzertante Reise, die immer wieder mit Jubel belohnt wurde. Das Programm dabei: Zweigeteilt. Zunächst und dem Anlass „Osterkonzert“ entsprechend bezogen auf die Passions- und Auferstehungsgeschichte, später dann auf den Aufbruch, der mit der Frühlingszeit einher geht.

Die Musikliebhaber waren eingeladen „nicht einfach zu einem Konzert, sondern zu einer musikalischen Reise“, wie Moderatorin Jessica Maurer erläuterte. Die Achtzehnjährige setzte mit klarer Stimme die Akzente mal auf die geistliche Geschichte, mal auf die Inhalte der elf Stücke, die vor der Zugabe nach rund 75 Minuten gespielt wurden. Das anspruchsvolle Programm vereinte populäre Werke der klassischen Musik, beliebte und höchst geschätzte Werke berühmter Komponisten und Serenaden mit heiteren Kompositionen, hinreißender Melodik und Rhythmus. Begleitet wurden die Musikerin und die fünf Musiker Irina Maurer (Klavier, künstlerische Leitung), Anton Hubert (Violine), Manfred Hubert (Violine), Ferdinand Pastorek (Viola), Andràs Kovàts (Violoncello) und Dmytro Gukov (Clarinet) von passenden Hintergrundbildern. Auf der Leinwand wurden zunächst religiöse Motive wie das Abendmahl oder die Kreuzigung dargestellt, später dann schwungvoller Tanz, Blumen und Hummeln. Auch optisch wandelte sich das Bild auf der Bühne: Die Hemden und schwarzen Sakkos wichen bunten Westen bei den Musikern, allein das schwarze, glitzernde Paillettenkleid von Irina Maurer durfte das komplette Konzert über weiter funkeln.

Dass die sechs Musiker nicht nur musikalisch harmonierten, zeigte sich am Konzertende: Irina Maurer und die fünf Männer gratulierten sich mit Umarmungen und Handschlag, ein großer Blumenstrauß, von einem Besucher an die Ensembleleiterin überreicht, wurde von dieser zunächst mit einer Gratulation an den jungen Solisten Manfred Hubert weitergegeben – der ihn wiederum zum Dank der Moderatorin Jessica Maurer übereignete. Sichtlich bewegt nahmen alle den stürmischen Applaus der Gäste entgegen, den sie sich zweifelsfrei verdient hatten:

Das anspruchsvolle Programm nahm seinen Auftakt mit einem der populärsten Werke der klassischen Musik, dem Adagio g-Moll vom Tomaso Albinoni, gefolgt von der cis-Moll-Prélude von Sergei Rachmaninow und einem Meisterstück von Wolfgang Amadeus Mozart: Lacrimosa. Ihr folgte Johann Pachelbels populärste Komposition Kanon und Gigue in D-Dur, bevor die „Kleine Nachtmusik'“ von Wolfgang Amadeus Mozart den stürmischen Applaus des Publikums noch einmal verstärkte.

In eine heitere, frühlingshafte Stimmung versetzt wurde das Publikum nach einer kurzen Pause vom Frühlingsstimmen-Walzer von Johann Strauss, bevor eine wahre Perle für Entzücken sorgte: Der „Hummelflug“ aus der Oper „Das Märchen vom Zaren Saltan“ erwies sich als Quell der Heiterkeit.

Für Begeisterung sorgte schließlich der Geiger Manfred Hubert. Der sechzehnjährige Musiker interpretierte eines der Meisterwerke für Solo-Violine: Den „Erlkönig“ von Heinrich Wilhelm Ernst nach Franz Schubert. Der junge Geiger war es auch, der nach dem mitreißenden Potpourri aus der Operette „Die Csárdásfürstin“ von Imre Kálmán erneut in den Vordergrund trat. Beim „Czárdás“ von Vittorio Monti, einer „kleinen Geschichte, die sich dann zu einem mitreißenden Tanz entfaltet“, wie die Moderatorin ankündigte. Die Darbietung von Manfred Hubert, der das Konzertstück schwungvoll und lebendig präsentierte, forderte erneut den stürmischen Beifall und Bravo-Rufe heraus. Der Walzer aus dem Ballett „Dornröschen“ von Pjotr Iljitsch Tschaikowski als Hommage an „den Sieg des Guten, der Schönheit und der Liebe“ sorgte mit seiner strahlenden Lebensfreude für einen passenden und bejubelten Abschluss, dem als Zugabe noch der Ungarische Tanz Nr. 5 von Johannes Brahms folgte.

„Es war ein super Konzert, alle Gäste sind mit lachenden Gesichtern aus der Halle gekommen und waren begeistert vom Niveau der Musik“, beobachtete Brunhilde Freund, die am Eingang das Geschehen überwachte. „Sehr zufrieden“ zeigte sich auch eine strahlende Irina Maurer, die als Initiatorin des neuen Ensembles gelten darf. „Irgendwann Ende Januar“ sei sie auf Kurgeschäftsführer Steffen Kempa und Veranstaltungsleiter Christian Edel (Bad Orb Kur GmbH) zugekommen und habe ihm ihre Idee vorgetragen. „Für uns war klar, dass wir weiterhin Klassik auf die Bühne bringen wollen, sodass wir das Angebot gerne angenommen haben“, zeigte sich auch Edel nun sehr zufrieden mit dem Ablauf des Premierenauftritts und den Reaktionen der Gäste. Und lässt den Worten Taten folgen: Das nächste Konzert findet 22. April 2026 im Foyer der Konzerthalle statt. Geplant sind künftig drei bis vier Konzerte pro Monat.

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Kommentare

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Meine Meinung 2
1 monat vor
Ups! Das muss ja jetzt ein richtig herber Schlag für den sehr geschätzten Musikdirektor, Dirigent, Musiklehrer, Konzertmeister Jaroslav Bilik gewesen sein, der nach jahrzehntelangem erfolgreichen Schaffen in Bad Orb mit seinem Südhess. Kammerorchester passend zu seinem 80. Geburtstag von der Bad Orber KurGmbH, naja, sagen wir mal, ziemlich - ähem - "brutal abgesägt" wurde, weil mittlerweile zu teuer. So kam es zumindest in der Öffentlichkeit `rüber.
Aber selbst Unterschriftlisten interessierten die dafür Verantwortlichen nicht.
Selbstverständlich ist da ein sehr großes Loch in Sachen klassischer Musik in Bad Orb entstanden.
Und schwupps: Zitat:
„Irgendwann Ende Januar“ sei sie auf Kurgeschäftsführer Steffen Kempa und Veranstaltungsleiter Christian Edel (Bad Orb Kur GmbH) zugekommen und habe ihm ihre Idee vorgetragen. „Für uns war klar, dass wir weiterhin Klassik auf die Bühne bringen wollen, sodass wir das Angebot gerne angenommen haben“, zeigte sich auch Edel nun sehr zufrieden mit dem Ablauf des Premierenauftritts und den Reaktionen der Gäste. Und lässt den Worten Taten folgen: Das nächste Konzert findet 22. April 2026 im Foyer der Konzerthalle statt. Geplant sind künftig drei bis vier Konzerte pro Monat.
Aber das Angebot war doch im eigenen Hause da? Seit Jahrzehnten etabliert?

Also kann ich für mich jetzt nur die Schlussfolgerung ziehen, dass "man" sich die Bilik-Kosten dauerhaft sparen wollte und das neue Ensemble selbstverständlich für umsonst und kostenlos spielt, und das 3-4x p.M. .
Oder gibt es da unbekannte Sponsoren oder ist man Protegè von irgendjemanden, weil es nun so besser passt?
Das bitte nicht als Kritik an den Leistungen der jungen Leuten sehen.

Sondern vielmehr am Umgang mit Personen, die sich JAHRZEHNTELANG extrem in die Stadtgesellschaft eingebracht hatten und die evtl. zum Dank nur nen feuchten Händedruck, verbunden mit nem Tritt in den Allerwertesten bekommen hatten.
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