Begrüßt wurden sie von André Zimmermann, Imker aus Leidenschaft und stellvertretender pädagogischer Leiter auf der Wegscheide. Diese Leidenschaft wurde sofort augenscheinlich. Graue Theorie gab es nicht. Vielmehr tauchten die Kinder mit Witz und ansteckender Begeisterung immer tiefer ein in das Leben einer Honigbiene. Viele Fragen wurden gestellt, Klein wie auch große Begleiter wurden schnell in den Bann gezogen.
Präzision, harte Arbeit und das Leben im Bienenstock
Besonders faszinierend war die Präzision der fleißigen Insekten: Jede Bienenwabe der unzähligen Waben hat die exakt selbe Größe und Sechseckform. Was für eine großartige Leistung! Auch die Aufgabe einer jeden Honigbiene wurde besprochen: Die Königin des Stocks leistet Schwerstarbeit. Sie legt in der Hauptsaison täglich 3.000 Eier. Die Männer haben nichts anderes zu tun, als die Königin zu begatten und sich außerhalb des Stocks mit ihren Kumpels zu treffen. Der Haken an der Sache ist, dass diese Drohnen ab Juli nicht mehr in den Stock eingelassen werden, wenn kein weiterer Nachwuchs vonnöten ist. Ihr sicherer Tod, sind sie doch ein gefundenes Fressen für Vögel und andere Tiere. Stechen können Männer nämlich nicht, was die Räuber sehr genau wissen. Die Arbeit der Brutpflege und des Pollensammelns erledigen die weiblichen Bienen – die Arbeiterinnen.
Imkeranzug an und auf zu den Bienenstöcken
Nach dieser kurzweiligen Einführung in die Welt der Honigbiene marschierten alle zu den Bienenstöcken, die auf der Wegscheide beheimatet sind. Vor Ort angekommen, zog sich jeder einen Imkeranzug an, was für die ein oder andere Irritation und diverses Gelächter sorgte. Schicker Hut, ganzer Kopf bedeckt, ein schwarzes Netz vor den Augen: Gemütlich ist anders, aber Sicherheit geht vor. André Zimmermann begrüßte nun fröhlich „seine Mädels“, während alle mit ausreichend Abstand und in ruhiger Atmosphäre gebannt beobachteten, wie Zimmermann langsam das ein oder andere Rähmchen aus dem Stock zog, um das bunte Treiben zu zeigen.
Mit einmaligen Einblicken wurden die Beobachterinnen und Beobachter belohnt: Rote, leuchtend gelbe und grau-gelbe Pollen klebten an den Beinen der Arbeiterinnen, sogar die Königin mit ihrem langen Hinterleib wurde entdeckt. Jeder, der wollte, durfte eine männliche Honigbiene auf die Hand nehmen. Huch, das kitzelt!
Süße Kostproben
Unvergleichlich ist der Geschmack frischen, direkt aus der Bienenwabe entnommenen Honigs, davon konnten sich alle überzeugen. Zimmermann entnahm ein von Honig schweres Rähmchen aus dem Stock, befreite es von Bienen und bot jedem an, einen Finger Honig zu kosten. Eine Honigbiene produziert im Laufe ihres 6-wöchigen Lebens einen Teelöffel Honig. Für diese recht kleine Menge muss sie 1.000 bis 2.000 Blüten anfliegen und deren Pollen sammeln. Einige dieser teelöffelgroßen Portionen landeten auf den Fingern und anschließend in den Mündern der begeisterten kleinen und großen Verkoster.
Kreativer Abschluss und wertvoller Tipp
Nach der „Feldarbeit“ konnten alle in den Räumlichkeiten des Imkers der Wegscheide eine Bienenwachskerze herstellen und mit nach Hause nehmen. Am Ende stellte Zimmermann eine interessante Frage: „Wer von euch hat nun etwas weniger Angst vor diesen faszinierenden kleinen Tieren, die so Großes leisten?“ Alle Hände hoben sich. Sollte doch einmal etwas passieren, gab es gleich den Erste-Hilfe-Tipp: Sobald eine Biene gestochen hat, sollte innerhalb von 4 Sekunden kräftig über die betreffende Hautstelle gerieben werden. So wird der Stachel mitsamt des Giftsacks aus der Haut herausbefördert. In dem Falle bleibt der Stich beinahe oder gänzlich folgenlos. Dieser lehrreiche und kurzweilige Nachmittag auf der Wegscheide wird allen NVSG-Kindern nachhaltig im Gedächtnis bleiben, da sind sich alle einig.
Fotos: NVSG






