TPL_VORSPRUNG_SKIP_NAV
Keiler Bier

Windkraft-Debatte in Bad Orb: Bürgermeister Weisbecker wirft Betreiber Ørsted ein Foulspiel vor

Windkraft-Debatte in Bad Orb: Bürgermeister Weisbecker wirft Betreiber Ørsted ein Foulspiel vor

Bad Orbs Bürgermeister Tobias Weisbecker (CDU) hatte es laut eigenen Angaben prognostiziert: "Der offensichtlich angeschlagene Energieriese Ørsted hat sein Onshore Geschäft komplett verkauft. Das dänische Private Equity Unternehmen CIP hat diesen Teil Ørsteds aufgekauft. Eine Chance? Oder eine noch größere Bedrohung für den Heilwald?"

"Wenn am 15. März die Bürgerinnen und Bürger von Bad Orb beim Bürgerentscheid per Mehrheit gegen den Bau von Windrädern im Orber Wald am Horstberg stimmen, besteht die Möglichkeit, dass ein wesentlicher Baustein für die Gesundheit, der Heilwald Cura Silva, doch noch eine Chance hat. Aber die Luft wird dünn. Es weht inzwischen eher ein eisiger Wind bei den Verhandlungen und dafür ist nicht die Stadt Bad Orb verantwortlich. Ich wurde mehrfach belächelt als ich letztes Jahr vermutete, dass Ørsted in eine finanzielle Schieflage geraten ist und somit die Gefahr besteht, dass die Dänen Teile des Geschäfts verkaufen müssen. Und genau so ist es jetzt gekommen. Nun hängt die Zukunft von einem Private Equity Unternehmen ab, was nicht gerade beruhigend ist. Gut ist: Wir haben es selbst in der Hand. Und wir werden das nutzen” sagt Weisbecker.

Rote Karte für den Windpark

"Es mutet wie ein schlechter Wirtschaftskrimi an. Immer wieder hatte die Stadt Bad Orb Ørsted den Dialog angeboten. Immer wieder spielten die Verantwortlichen des Konzerns auf Zeit. Am Ende wurde die Kommunikation von Ørsteds Seite eingestellt", so der Rathauschef aus Bad Orb. Weisbecker hatte eine Vermutung: “Durch dieses Stillschweigen war mir schnell klar, dass meine Befürchtungen alle stimmten. Und dass ein Verkauf von großen Teilen Ørsteds längst auf dem Weg war. Dies zu verleugnen und auf Zeit zu spielen, ist ein Foulspiel, das man mit einer roten Karte bewerten muss.” Nun sei es so gekommen, wie es er selbst und viele Experten vorausgesagt hätten: "Das dänische Private Equity Unternehmen CIP (Copenhagen Infrastructure Partners) hat die Vereinbarung zur Übernahme des Onshore Geschäfts Ørsteds für circa.1,44 Milliarden Euro unterzeichnet. Dieser Verkauf umfasst operative Anlagen, Projekte im Bau sowie eine Pipeline für Wind, Solar und Speicher in Irland, Großbritannien, auch Deutschland ist Teil des Geschäfts, also auch das Vorhaben in Bad Orb."

An das Gute glauben

Mit CIP habe man inzwischen pro aktiv Kontakt aufgenommen. Tobias Weisbecker will positiv bleiben, ist aber bereit, alle Mittel und Wege zu nutzen, um den Windpark zu verhindern, so er am 15.3. einen klaren Auftrag der Bürgerinnen und Bürger hat. Er hofft, dass es mit CIP bis dahin bereits ein Treffen gegeben hat. “Wie ich es schon mehrfach klargemacht habe: Wir lassen uns nicht an der Nase herumführen. Erneut bieten wir auch dem neuen Eigner Verhandlungen an, um eine gute Lösung zu finden. Das wird aber der letzte Versuch werden. Danach nutze ich alle uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten. Durch CIP gibt es eine neue Chance, so sehe ich das. Und ich will gerne nochmal an das Gute glauben”, so Weisbecker. Er betont allerdings auch, dass es einen Plan B gebe, sollte eine gute Einigung nicht möglich sein.

Artikel teilen: Teilen Tweeten Teilen
Ihnen ist etwas Interessantes aufgefallen im Main-Kinzig-Kreis? Schreiben Sie uns an info@vorsprung-online.de

Kommentare

3
Winkler
3 monate vor
Aus dem Bericht geht hervor, dass der Bürgermeister auf jeden Fall, unabhängig vom Ausgang der Abstimmung am 15. März, durch die Bürger von Bad ORB, auf jeden Fall alle Register ziehen wird.
Ist damit die Abstimmung nicht eigentlich hinfällig? Oder möchte man dann nur die Möglichkeit haben es auf die Bürger zu schieben falls es nach hinten losgeht?
Man sollte wirklich gut darüber nachdenken, ob man der Stadt einen Freibrief für immense Ausgaben gibt, um den Klageweg zu beschreiten.
Gefällt mir 5 Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren | Kommentar melden
1
Thorsten H.
3 monate vor
Sehr geehrter Herr Weisbecker,
Ich war gestern auf der Info-Veranstalung im Alfons-Lins-Haus.
Dabei hatte ich diesen Gedanken:

Das ist wie beim Brettspiel "Malefiz". Die eine Seite hat ein Ziel und die andere versucht möglichst viele Hindernis-Steine auf den Weg zu legen. Die dann geduldig weggeräumt werden müssen.

Nund schreiben Sie von einem Foulspiel.
Glauben Sie tatsächlich die Energiewende sei nur ein "Spiel"?
Gefällt mir 5 Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren | Kommentar melden
Zeig dein Herz und spendiere der Redaktion einen Kaffee! Jede Unterstützung hilft uns, weiterhin unabhängig aus der Region zu berichten.
☕ Kaffee spendieren
Interkulturelle Wochen im Main-Kinzig-Kreis