TPL_VORSPRUNG_SKIP_NAV
Keiler Bier

Machtlos gegen die Magie des Roulettes

Machtlos gegen die Magie des Roulettes

In die Welt der Spielsüchtigen und abgründigen Liebeskämpfe tauchen zwei Schauspieler, eine Violinistin und fünf metergroßen Puppen in dem Theaterstück "Der Spieler" nach dem Roman von Fjodor Dostojewskij am Freitag, 1. Februar, 19.30 Uhr, im Comoedienhaus in Wilhelmsbad ein, zu dem der Fachbereich Kultur der Stadt Hanau einlädt.

CID

Auf der Bühne stehen unter anderem Charlotte Schwab, Daniel Rohr und Bettina Boller.

Das expressiv-rasantes Spiel um Liebe und Geld, Hoffnung und Absturz erzählt von Alexej Iwanowitsch, der als Hauslehrer der Familie eines russischen Generals in Wiesbaden arbeitet. Er ist heimlich verliebt in dessen Stieftochter Polina. Den General plagen Geldsorgen und er hofft auf den baldigen Tod seiner Tante Babuschka, die unversehens auftaucht. Das Spielkasino von "Roulettenburg" zieht Babuschka und Alexej gleichermaßen in den Bann. Zunächst will Alexej nur seine ruinöse Finanzsituation verbessern, aber bald erliegt er gänzlich der Magie des Roulettes. Als ihm Polina schließlich ihre Liebe gesteht, kann er den eingeschlagenen Weg nicht mehr verlassen. Er verliert seine Geliebte, der schmerzlich bewusst wird, dass sie gegen die "Poesie des Spiels" machtlos ist Wie sein Protagonist Alexej war der große russische Dichter Dostojewskij selbst der Magie des Spiels erlegen und hatte ein Vermögen in den Kasinos von Baden-Baden, Bad Homburg und Wiesbaden verloren, als er seinen Roman "Der Spieler" 1866 in knapp drei Wochen niederschrieb. Auch Dostojewskij war wie sein literarisches Alter Ego Alexej in eine unglückliche Liebesaffäre verstrickt, so dass sein ganzer Schmerz in den Roman einfloss.

Diese Bekenntnisse eines leidenschaftlichen Spielers und Liebhabers hat Regisseur Volker Hesse in einer eigenen, auf der Neuübersetzung von Svetlana Geier basierenden Dramatisierung auf die Bühne gebracht. Dostojewskij ist einer der bedeutendsten Dichter der Weltliteratur. 1821 in Moskau geboren wuchs er als Sohn eines Arztes aus verarmter Adelsfamilie auf. Er studierte an der Militäringenieurschule in Petersburg, arbeitete für kurze Zeit als Zeichner im Kriegsministerium und lebte ab 1844 als freier Schriftsteller. Vier Jahre Zwangsarbeit als politischer Häftling und beständige Geldnot wegen seiner Spielleidenschaft prägten sein Leben und sein Werk. 1866 schrieb er "Der Spieler" und "Verbrechen und Strafe", die erste der großen Roman-Tragödien. Später folgten "Der Idiot", "Böse Geister", "Der grüne Junge" und "Die Brüder Karamasow". Nach längeren Aufenthalten im Ausland starb Dostojewskij 1881 in Petersburg, dem Hauptschauplatz seiner berühmtesten Romane.

Karten sind an den bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich und am Veranstaltungstag ab 18.30 Uhr an der Abendkasse des Comoedienhauses. Nähere Informationen unter der Telefonnummer 06181/295-8125 oder unter www.hanau.de

Artikel teilen: Teilen Tweeten Teilen
Ihnen ist etwas Interessantes aufgefallen im Main-Kinzig-Kreis? Schreiben Sie uns an info@vorsprung-online.de
Zeig dein Herz und spendiere der Redaktion einen Kaffee! Jede Unterstützung hilft uns, weiterhin unabhängig aus der Region zu berichten.
☕ Kaffee spendieren
Interkulturelle Wochen im Main-Kinzig-Kreis