„Pyrotechnische Effekte gehören schon immer zu den Festspielen“, weiß Knud Kragh, der als technischer Leiter seit mehr als 25 Jahren für die Installation und Koordination dieser Überraschungsmomente zuständig ist. So würden in der jüngsten Dramatisierung von Jan Radermacher „Der Teufel mit den drei goldenen Haaren“ mit gelbgoldenen Fackeln eindrucksvolle Akzente gesetzt. „Aber was wir dieses Jahr im Faust bieten, übertrifft alles bisher Dagewesene,“ kündigt der Bühnenmeister an.
„Soviel Pyrotechnik wie noch nie zuvor“ hat Intendant Frank-Lorenz Engel, der auch Regie bei der Klassiker-Inszenierung führt, dem Publikum versprochen. Die Dramatisierung des bekannten Stücks aus der Feder von Johann Wolfgang von Goethe feiert am kommenden Samstag, 10. Juni, seine Premiere. Engel beschreibt das Drama über den Professor Faust, der durch einen Pakt mit dem Teufel Mephisto verjüngt wird und als ihr Liebhaber das Leben der jungen Margarethe zerstört, als ein spannendes Spektakel mit viel Witz und Wortakrobatik, aber auch voller Magie. „Goethe schuf hier ein Sittengemälde, das seine Aktualität bis heute behalten hat, denn die Themen, mit denen er sich hier auseinandersetzt - Verführung, Glaube, Liebe und selbst Burnout –verlieren zu keiner Zeit an Bedeutung.“ Das Publikum darf sich also auf eine Aufführung freuen, die neben ausdrucksstarkem Schauspiel und hinreißenden Kostümen auch verblüffende Licht- und Geräuscheffekte bieten wird.
Damit es auf der Festspiel-Bühne im Amphitheater aber ordentlich knallen und leuchten kann, sind präzise Planungen und aufwendige Vorarbeiten notwendig, weiß der Bühnenmeister zu berichten. Gemeinsam mit Barbara Müller ist er verantwortlich dafür, dass die notwendigen Zündimpulse auch zum richtigen Zeitpunkt ihr Ziel erreichen. In einem Schacht, der unter dem Pflaster zwischen dem „Tonhaus“ im Hintergrund des Zeltes und der Bühne verläuft, liegen die Kabel. „Es sind wohl so rund 250 Meter Kabel, die wir verlegt haben“, schätzt Kragh und ergänzt, dass innerhalb der Kabel weitere acht Litzen liegen – jede einzelne davon transportiert einen Impuls. Ob das Timing wie gewünscht klappt, lässt sich vorher nur einmal testen. Bei der Generalprobe am Tag vor der Premiere sehen Bühnentechnik und Regisseur das erste Mal, ob die Pyrotechnik die erhofften Effekte setzen kann. Mehr als ein letztes Nachjustieren in der Abfolge ist dann kaum mehr möglich.
Noch bevor der erste Knalleffekt bei der Generalprobe seine Wirkung entfalten darf, gilt es allerdings, die erforderlichen Genehmigungen einzuholen. „Wir arbeiten hier zwar nur mit Pyrotechnik der Klasse T1, aber auch diese muss beim Ordnungsamt angemeldet werden.“ Die Behörde verbindet die Freigabe mit entsprechenden Auflagen. So müssen beispielswiese bei den Aufführungen zwei Feuerwehrleute das feurige Geschehen beaufsichtigen. Denn, so der technische Leiter, ein Feuerwerk unter dem Kuppeldach des Amphitheaters stelle unter dem Gesichtspunkt der Sicherheit immer eine besondere Herausforderung dar. „Aber die Reaktionen der Zuschauerinnen und Zuschauer, die von Blitz und Donner auf der Theaterbühne überrascht werden, sind immer wieder eine tolle Belohnung für aufwendigen Vorarbeiten.“
Foto: Auch beim "Teufel mit den drei goldenen Haaren" zaubert Pyrotechnik Überraschungsmomente. Foto: Stadt Hanau
Foto: Knud Kragh, der technische Leiter der Festspiele, ist auch für die pyrotechnischen Effekte zuständig. Foto: Stadt Hanau




