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Keiler Bier

Musikalische Lesung bewegt Publikum

Musikalische Lesung bewegt Publikum
Sorgten für bewegende und berührende Momente des Erinnerns: die Holocaust-Überlebende Edith Erbrich (Dritte von rechts), der Schauspieler Roman Knižka (links daneben) und das Bläserquintett „Opus 45“.

Mit minutenlangen stehenden Ovationen endete am Donnerstagabend (28.5.) die musikalische Lesung „Ich wand’re durch Theresienstadt …“ im Barbarossasaal des Main-Kinzig-Forums.

Mehr als 160 Gäste erlebten einen ebenso berührenden wie bedrückenden Abend, der die Erinnerung an die Opfer und Überlebenden des Nationalsozialismus eindrucksvoll wachhielt. Mit musikalischen Lesungen und Zeitzeugengesprächen erinnert die Veranstaltung an das Leid und die kulturelle Selbstbehauptung der in Theresienstadt inhaftierten Menschen. Im Mittelpunkt stehen dabei insbesondere die Schicksale von Kindern und Jugendlichen.

Der Schauspieler Roman Knižka las Texte ermordeter Kinder, Gedichte und Erinnerungen aus dem Ghetto Theresienstadt. Mit eindringlicher Stimme verlieh er den Schicksalen jener Menschen Ausdruck, die unter der menschenverachtenden Ideologie des Nationalsozialismus entrechtet, deportiert und ermordet wurden. Die Lesung machte die grausame Realität des Lebens in Theresienstadt ebenso spürbar wie die unfassbare Perversion des NS-Regimes.

Musikalisch begleitet wurde der Abend vom Bläserquintett „Opus 45“. Die Musikerinnen und Musiker interpretierten Werke von Komponisten wie Pavel Haas, Viktor Ullmann, Hans Krása und Gideon Klein – Künstlern, die selbst in Theresienstadt inhaftiert waren und später von den Nationalsozialisten ermordet wurden. Die Verbindung aus Literatur und Musik schuf eine intensive Atmosphäre des Erinnerns und des Gedenkens.

Im Anschluss berichtete die Holocaust-Überlebende Edith Erbrich aus Frankfurt von ihren eigenen Erinnerungen. Als Kind wurde sie zusammen mit ihrer Schwester und dem Vater von Frankfurt nach Theresienstadt deportiert und gehört zu den wenigen Kindern, die das Lager überlebten. Offen und eindrucksvoll schilderte sie ihr Leben vor, während und nach der Zeit im Ghetto. Ihre Worte bewegten das Publikum tief.

Besonders eindringlich war ihr Appell an die Anwesenden: „Haltet Augen und Ohren offen, damit so etwas nie wieder passieren kann.“ Dieser Satz hallte spürbar im Saal nach und machte deutlich, wie wichtig Erinnerung und gesellschaftliche Wachsamkeit auch heute sind. Der Abend zeigte eindrucksvoll, dass die Stimmen der Zeitzeugen und die Schicksale der Opfer auch Jahrzehnte nach den Verbrechen des Nationalsozialismus nichts von ihrer Mahnung verloren haben. Erinnerungskultur bleibt damit nicht nur ein Blick in die Vergangenheit, sondern zugleich ein Auftrag für Gegenwart und Zukunft.

Die Veranstaltung bildete den Auftakt der Reihe „Zeit(zeugen)los: Erinnerungskultur ohne Zeitzeugen“, die von den drei Institutionen – dem Büro für Interkulturelle Angelegenheiten, der DEXT-Fachstelle sowie der Partnerschaft für Demokratie des Main-Kinzig-Kreises – initiiert und gemeinsam umgesetzt wird. Die drei Institutionen stehen für Demokratieförderung, Vielfalt und ein entschiedenes Engagement gegen Extremismus. Gefördert wird die Reihe durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“, das Landesprogramm „Hessen – aktiv für Demokratie und gegen Extremismus“ sowie den Main-Kinzig-Kreis.

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Sorgten für bewegende und berührende Momente des Erinnerns: die Holocaust-Überlebende Edith Erbrich (Dritte von rechts), der Schauspieler Roman Knižka (links daneben) und das Bläserquintett „Opus 45“.

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