Die Vorteile des Bausparvertrages
Wie der Name es schon vermuten lässt, bietet der Bausparvertrag Vorteile für Immobilienbesitzer oder solche, die es werden wollen. Ein wichtiger Faktor bei dieser Form des Sparens liegt in der Tatsache, dass bereits bei Vertragsabschluss mit der Bausparkasse die Höhe der Zinsen festgelegt wird. Dies gibt dem Sparer langfristige Planungssicherheit und eine gute Basis, um für die Zukunft zu kalkulieren. In welche Richtung sich der Kapitalmarkt auch entwickeln mag, die Zinsen des Bausparvertrags stehen fest. Der Vorteil wird deutlich, wenn man davon ausgeht, dass die Zinsen für Hypothekendarlehen steigen könnten: Die günstigen Zinsen für das Bauspardarlehen werden dann davon nicht beeinflusst. Des Weiteren bieten Bausparverträge zumeist die Möglichkeit jederzeit Sondertilgungen zu tätigen und einige Tarife lassen sich sogar ohne Kündigungsfrist komplett ablösen. Neben der großen Flexibilität des Bausparvertrags profitiert der Sparer zusätzlich von verschiedenen staatlichen Förderungsmöglichkeiten, wie der Arbeitnehmerzulage, der Wohnungsbauprämie und der Riesterzulage. Zusätzlich machen vermögenswirksame Leistungen erst die Attraktivität und Rentabilität eines Bausparvertrags aus. {jathumbnail off}
Wie der Bausparvertrag funktioniert
Bausparverträge funktionieren nach dem Solidarprinzip, was bedeutet, dass viele Sparer in einen Topf zahlen, über den die Auszahlungen abgewickelt werden. Am Beginn des Bausparens steht der Abschluss eines Vertrags über eine bestimmte Bausparsumme. Aus dieser ergeben sich die Höhe der Sparrate und das spätere Bauspardarlehen. Dieses zinsgünstige Darlehen wird an einem festgelegten Zuteilungstermin ausgezahlt, wenn eine sogenannte Zielbewertungszahl erreicht ist. Der Bausparvertrag darf ausschließlich für wohnwirtschaftliche Zwecke genutzt werden, also Neubau, Kauf, Umbauten und Modernisierungen. Selbstverständlich gibt es Bausparverträge in verschiedenen Variationen. Es lohnt sich somit, sich ausführlich beraten zu lassen.
Quelle: https://www.bkm.de/bausparvertrag/
So gelangen Sie zu Ihrem Bauspardarlehen
Das Bausparen teilt sich in drei Phasen: Ansparphase, Zuteilung und Darlehensphase. Diese Phasen lassen sich wie folgt kurz zusammenfassen.
1. Ansparphase
In der Sparphase wird das Mindestguthaben angespart, dieses beträgt für gewöhnlich 40 bis 50 Prozent der gesamten Bausparsumme. Die monatliche Sparleistung beträgt bei den meisten Bausparkassen drei bis zehn Promille dieser Summe. Auch Sonderzahlungen sind in der Regel möglich.
2. Zuteilung
Am Zuteilungstermin kann eine Auszahlung erfolgen, wenn alle Voraussetzungen des Bausparvertrags erfüllt wurden. Diese unterscheiden sich je nach Tarif. Der Sparer hat die Option, die Zuteilung komplett oder teilweise anzunehmen, diese zu verschieben oder abzulehnen und weiter zu sparen.
3. Darlehensphase
In der dritten Phase erfolgt die Rückzahlung, nachdem der Kredit gegen eine Darlehensgebühr ausgezahlt wurde.
Neuigkeiten vom Bundesgerichtshof: Keine Kontogebühr für Bauspardarlehen
Zum Abschluss noch eine Neuigkeit bezüglich der gesetzlichen Lage: In den letzten Jahren wurden durch Bausparkassen immer wieder Kontogebühren für Darlehen berechnet, zumeist bezeichnet als Bearbeitungsentgelte für die Auszahlung von Krediten oder Bauspardarlehen. Laut jüngstem BGH-Urteil von Mai 2017 wurde diese Gebühr schlussendlich als gesetzeswidrig erklärt. Begründet wurde diese Entscheidung damit, dass Bausparkassen die Konten nicht für die Kunden führen, sondern überwiegend im eigenen Interesse. Eine rückwirkende Zurückforderung bereits gezahlter Gebühren ist möglich, dabei ist jedoch die Verjährungsfrist zu beachten.




