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Keiler Bier

Gefährliches Glas für Rotkehlchen, Spatz und Meise

Ein dumpfer Knall, ein verräterischer Fleck an der Scheibe und im schlimmsten Fall ein toter Vogel auf dem Boden: Jährlich kollidieren zahllose Vögel mit unseren Glasscheiben.

„Das Problem ist, dass Vögel die Glasscheiben schlichtweg nicht sehen können und daher ungebremst in sie hineinfliegen. Besonders problematisch wird es, wenn das Glas durch eine Spiegelung oder einen Durchsichteffekt dem Vogel eine freie Flugbahn vorgaukelt“, erklärt Maik Sommerhage, Landesvorsitzender des NABU Hessen. Allein in Deutschland sterben laut Hochrechnungen der Länderarbeitsgemeinschaft der Vogelschutzwarten jedes Jahr 100 Millionen Vögel durch den Aufprall gegen Glasscheiben. Da immer noch viel Glas verbaut wird, ohne an den Vogelschutz zu denken, steigt die Zahl der verunglückten Vögel weiter an.

Gut geplant vorbeugen
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Nicht jede Glasscheibe ist gleichermaßen gefährlich. Generell gilt: Je größer die Glasflächen, desto größer das damit verbundene Risiko für den Vogelanprall. Besonders gefährlich sind verspiegelte oder blank geputzte Glasfronten und solche in der Nähe von Gärten, Waldrändern und Flüssen – dort, wo sich besonders viele Vögel aufhalten und sich attraktive Vegetation in den Scheiben spiegeln kann. Zudem haben Vögel große Probleme mit Verglasungen über Eck, wie beispielsweise bei Wintergärten oder verglasten Bushaltestellen, Lärmschutzwänden, Verbindungsgängen oder Treppenhäusern. „Wir sollten beim Bau den Vogelschutz standardmäßig mitdenken und problematische Verglasungen schon in der Planungsphase vermeiden. Dafür müssen Planungsbüros und Architekt*innen mehr für das Thema sensibilisiert werden“, so Sommerhage. Fachlich gut aufbereitetes Infomaterial wie die NABU-Broschüre „Vogelfreundliches Bauen mit Glas und Licht“ können dabei helfen. Bauherr*innen sollten das Thema am besten schon in der Planungsphase aktiv ansprechen und vogelfreundliche Lösungen einfordern.

Unwirksame Hilfsmaßnahmen für Vögel
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Beim Thema Vogelschlag denken Menschen meist zuerst an Aufkleber mit Greifvogelsilhouetten an der Glasscheibe. Die Aufkleber bringen aber nichts, da Singvögel darin keine natürlichen Feinde erkennen, sondern nur schwarze Flecken auf dem Fenster. Oft fliegen sie dann direkt neben den Aufklebern auf die Scheibe zu. Auch UV-Markierungen, die darauf zurückgreifen,  dass viele Vogelarten Licht im ultravioletten Bereich wahrnehmen können, sind nicht hilfreich. Nach aktuellen Untersuchungen im Freiland zeigen sie keine oder nur eine schwache Schutzwirkung.

Glas besser sichtbar machen
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Für bereits vorhandene Problemstellen gibt es einfache und kostengünstige Lösungen, die das Risiko eines Vogelschlages deutlich reduzieren können. Ein flächiges Muster mit Punkten, Streifen oder andere kreative Ideen helfen den Vögeln, das Hindernis früh zu erkennen. Wichtig dabei ist: „Die Markierungen müssen immer an der Außenseite der Scheibe angebracht werden, damit sie Spiegelungen vermeiden und die Vögel sie auch gut sehen können. Als Faustregel gilt, dass die Abstände zwischen den Elementen nicht größer als eine Handbreit sein sollen. Sonst versuchen die Vögel durch die vermeintliche Lücke hindurchzufliegen“, rät der Ornithologe Sommerhage. Insgesamt haben sich senkrechte Linien und Punktmuster besonders bewährt und stören auch den Ausblick aus dem Fenster kaum. Wenn kostengünstiger Vogelschutz für die Fensterscheibe benötigt wird, sind von außen angebrachte Fliegengitter, Schnurvorhänge aus Kordeln, Fensterfarben sowie milchige Klebestreifen die einfachste Lösung. „Wer Kinder hat oder sich selbst gerne kreativ betätigt, kann die Scheiben auch mit Kunstwerken aus Fensterkreide verzieren. Das macht Spaß und hilft den Vögeln optimal, die Scheiben wahrzunehmen“, empfiehlt Sommerhage.

 

 

 

Kommentare

9
Prof. ad. Wilfried W
1 monat vor
Die Fallzahlen für Vögel - nehmen Sie Insekten gleich hinzu! -
sind allgemein zugängliche Daten.

Das betrifft bei WKA's die Rotorblätter.
Die Umweltbelastung durch Landnahme und Fundament ist
ebenfalls bekannt.
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Wolfram
1 monat vor
zitiere Prof. afd. Wilfried W:
Die Fallzahlen für Vögel - nehmen Sie Insekten gleich hinzu! -
sind allgemein zugängliche Daten.

Das betrifft bei WKA's die Rotorblätter.
Die Umweltbelastung durch Landnahme und Fundament ist
ebenfalls bekannt.


Handbuch der Populisten, Regel 28: "Niemals überprüfbare konkrete Angaben machen. Bewährte Gegenstrategie: Der Frage Ausweichen"
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Prof. ad. Wilfried W
1 monat vor
Na, da fallen mir auch noch die Umwelt-verschandelnden "WKA'S" ein ...

Und dann auch noch der NABU, der ja eigentlich ...

Doch wenn es an die Planung für neue Anlagen wie in BK-Roßdorf geht -
können Sie da Widerstand feststellen?
Von der ehemaligen Umweltpartei ganz zu schweigen ...
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8
Wolfram
1 monat vor
Der NABU benennt die Größenordnung mit 100 Millionen Vögeln pro Jahr in Deutschland.
Sicher kann Prof. ad. W. uns auch eine Größenordnung für die von ihm angeprangerten WKA's nennen.
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8
A.S.
1 monat vor
NABU!
Die exakte Zahl von 100 Millionen Vögeln beruht vermutlich auf der vom NABU durchgeführten Vogelzählung durch den Laien.
In Mitmachaktionen die schön illustriert und werbewirksam zu verkaufen sind.
Ist demnach in Bezug auf seine Größe und seiner Art Mitglieder zu rekrutieren das Maß der Dinge.
Jedenfalls glaubt man dem Naturschutzriesen so ziemlich alles was er "fundiert" in die Öffentlichkeit entlässt.
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