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Historischer Höchststand: Inflationsrate in Hessen im Jahr 1973 bei 8,0 Prozent

Historischer Höchststand: Inflationsrate in Hessen im Jahr 1973 bei 8,0 Prozent

Das Hessische Statistische Landesamt veröffentlicht jeden Monat aktuelle Daten zum Verbraucherpreisindex. Die qualitätsgesicherten Aufzeichnungen reichen dabei zurück bis in das Jahr 1968. Der Blick in die Historie zeigt Phasen in Hessen mit hoher Inflationsrate und solche, in denen die Preise durchschnittlich nur gering stiegen oder sogar sanken.

Harth & Schneider

Höchste Inflationsrate im Jahr 1973 durch Ölkrise

Die höchste Inflationsrate in Hessen hat es dabei bis jetzt im Jahr 1973 gegeben. Sie hatte damals bei 8,0 Prozent gelegen. Auch im Folgejahr 1974 hatten sich die Verbraucherpreise in Hessen gegenüber dem Vorjahr stark erhöht. Mit 7,4 Prozent war das die zweithöchste jahresdurchschnittliche Inflationsrate seit der Gründung des Bundeslands Hessen 1946. Die hohe Inflation ab 1973 war maßgeblich auf die Ölkrise infolge des Yom-Kippur-Kriegs im Jahr 1973 zurückzuführen, in deren Verlauf die OPEC-Staaten (Organization of the Petroleum Exporting Countries) die Fördermengen von Rohöl stark reduzierten und damit einen Ölpreisschock auslösten.

Die dritthöchste jährliche Inflationsrate in Hessen war im Jahr 2022 verzeichnet worden: Die Verbraucherpreise hatten in diesem Jahr durchschnittlich 6,8 Prozent über dem Vorjahresniveau gelegen. Prägend für diese Jahresinflationsrate waren insbesondere die deutlichen Preissteigerungen für Energieprodukte und Nahrungsmittel in Folge des im Februar 2022 begonnenen Kriegs in der Ukraine.

Sinkende Preise im Jahr 2009 infolge der Finanzkrise

Eine negative Inflationsrate im Jahresdurchschnitt gab es in Hessen seit 1968 erst einmal, nämlich 2009. Damals war es im Zuge der globalen Finanzkrise zu einer Preisentwicklung von minus 0,2 Prozent gekommen. Die Finanzkrise hatte zu einem allgemeinen Nachfragerückgang und infolgedessen zu einem Einbruch der Preise für Energie und Rohstoffe geführt, was wesentlich zum Rückgang der Verbraucherpreise insgesamt beitrug.

Allerdings gab es auch Jahre mit nur sehr geringem Preisanstieg: Die niedrigste positive Inflationsrate war im Jahr 2020 mit 0,2 Prozent zu verzeichnen gewesen. Prägend für die Preisentwicklung im ersten Jahr der Corona-Pandemie waren insbesondere die im Vorjahresvergleich deutlichen Preisrückgänge für Kraftstoffe und Heizöl sowie die temporäre Senkung der Mehrwertsteuer in der zweiten Jahreshälfte.

Ebenfalls bei 0,2 Prozent hatte die Inflationsrate im Jahr 1986 gelegen. Damals hatte der Eintritt neuer Ölproduzenten in den Markt, Energieeinsparungen und die Ersetzung von Öl durch andere Energieträger zu einem Überangebot an Öl und infolgedessen zu einem Preisverfall geführt.

Aktuell wieder steigende Preise

Im vergangenen Jahr 2025 waren die Verbraucherpreise in Hessen um 2,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Starke Preiserhöhungen bei Dienstleistungen wirkten 2025 als Inflationstreiber. Energie hatte hingegen im Jahresdurchschnitt einen inflationsdämpfenden Effekt und auch der Preisanstieg für Nahrungsmittel schwächte sich im Jahresverlauf tendenziell ab.

Im Frühjahr 2026 stiegen die Verbraucherpreise in Hessen wieder stärker: Im März 2026 lag die Inflationsrate bei 2,9 Prozent und im April 2026 bei 2,8 Prozent, da insbesondere Heizöl und Kraftstoffe im Zuge des Kriegs im Iran preistreibend wirkten.

Hinweise:

Dem Hessischen Statistischen Landesamt liegen seit 1968 qualitätsgesicherte Daten zum hessischen Verbraucherpreisindex vor. Daher setzt diese Pressemitteilung in diesem Jahr an. Der Verbraucherpreisindex wird in regelmäßigen Abständen von fünf Jahren auf ein neues Basisjahr umgestellt. Dabei werden auch neue Wägungsschemata eingeführt, die die geänderten Verbrauchsgewohnheiten abbilden. Die Veränderungsraten sind daher über längere Zeiträume nur eingeschränkt vergleichbar.

Bis zum Jahr 2002 wurde der Verbraucherpreisindex unter dem Namen „Preisindex für die Lebenshaltung aller privaten Haushalte in Deutschland“ veröffentlicht. Inhaltliche Änderungen waren mit dieser Umbenennung nicht verbunden. 

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