Bei Temperaturen von bis zu 40 Grad entwickelte sich die Regatta zu einer regelrechten Hitzeschlacht. Hinzu kam ein heftiger Sturm in der Nacht von Samstag auf Sonntag, der bei vielen Vereinen erhebliche Schäden an Booten, Zelten und Material verursachte. Die Hanauer Delegation blieb glücklicherweise verschont. Auch der Wettkampfmodus wurde den Bedingungen angepasst: Es gab keine Hoffnungsläufe, sodass bereits die Vorläufe über das Weiterkommen entschieden. Zudem entfielen die B-Finals und die Rennabstände wurden verkürzt. Trotz aller Herausforderungen funktionierte die Veranstaltung für die gesamte Rudergemeinschaft bemerkenswert gut.
Gold und Silber für die U19-Ruderinnen
Die größten Erfolge aus Hanauer Sicht in der Altersklasse U19 feierten Lou Dörner und Nikki McMeeken. Gemeinsam mit Neele Knauf (Kassel), Karla Friedrich (Frankfurt) und Hassia-Steuermann Maximilian Röthig errang die Crew im gesteuerten Vierer die Silbermedaille. Mit einem starken Endspurt kämpfte sich das Boot noch auf den zweiten Platz vor.
Für Lou Dörner sollte die Meisterschaft sogar noch erfolgreicher verlaufen. Aufgrund eines kurzfristigen krankheitsbedingten Ausfalls erhielt sie überraschend einen Startplatz im Achter der Regionalgruppe Süd. Gemeinsam mit ihren Partnerinnen aus Bayern, Baden-Württemberg und Hessen dominierte die Mannschaft das Rennen und sicherte sich souverän die Goldmedaille.
Einen weiteren Medaillenerfolg steuerte Paulina Pfeil bei. Die junge Leichtgewichtsruderin qualifizierte sich zunächst im Leichtgewichts-Einer der U19 für das Finale und belegte dort Rang sechs. Im Leichtgewichts-Doppelvierer mit Anneke Ihmann und Livia Wolff (beide Saarbrücken) sowie Lisa Denkinger-Rueda gelang ihr anschließend der Gewinn der Bronzemedaille. Für die Athletin, die erst seit dem vergangenen Herbst Leistungssport betreibt, stellt dies einen bemerkenswerten Erfolg dar.
Antonin Dickel erlebte einen wechselhaften Wettkampf. Nach einem starken Vorlauf im Zweier ohne Steuermann mit Ruben Panther (Gießen) durfte sich die junge Mannschaft Hoffnungen auf die Qualifikation für das A-Finale machen. Im Halbfinale verpassten beide den Finaleinzug jedoch knapp und belegten am Ende Rang acht. Im zweiten Achter der Regionalgruppe Süd erreichte Dickel zudem Platz sechs.
U19-Trainer Robby Gerhardt zog trotz der schwierigen Bedingungen ein positives Fazit: „Die Hitzeschlacht in Krefeld war für alle Beteiligten eine enorme Herausforderung. Zudem hatten unsere Athletinnen und Athleten im Vorfeld mit Krankheiten zu kämpfen. Deshalb können wir mit Silber im Vierer, Bronze im Leichtgewichts-Doppelvierer und natürlich Gold für Lou Dörner im Achter sehr zufrieden sein – zumal alle noch dem jüngeren Jahrgang angehören.“
U23-Ruderer überzeugen im Doppelvierer
In der Altersklasse U23 gingen Jakob Rastetter und Julius Klein im Einer an den Start. Aufgrund seines Sieges in der Rangliste des Deutschen Ruderverbandes galt insbesondere Jakob Rastetter als Mitfavorit auf den Titel. Eine durch einen grippalen Infekt beeinträchtigte Vorbereitung verhinderte jedoch die optimale Leistungsfähigkeit. Nach einem Sieg im Vorlauf und Platz zwei im Halbfinale qualifizierte er sich dennoch für das Finale, in dem er zunächst im Führungstrio mitfuhr, letztlich aber Rang vier belegte.
Julius Klein überzeugte zunächst ebenfalls im Vorlauf und zeigte auch im Halbfinale eine starke Leistung. Die extremen Temperaturen und die intensive Sonneneinstrahlung forderten jedoch ihren Tribut, sodass er das Rennen nicht ordnungsgemäß beenden konnte und aus dem Wettbewerb genommen werden musste.
Einen versöhnlichen und zugleich erfolgreichen Abschluss fanden beide Athleten im Doppelvierer des Deutschen Ruderverbandes. Die Mannschaft mit Julius Klein gewann mit deutlichem Vorsprung die Goldmedaille, während die Crew um Schlagmann Jakob Rastetter die Silbermedaille errang.
Trainer Lechtenberg bilanzierte: „Die Bedingungen in Krefeld waren für alle extrem anspruchsvoll. Gerade im Einer waren wir aufgrund der gesundheitlichen Einschränkungen in der Vorbereitung nicht optimal aufgestellt, weshalb die Ergebnisse dort nicht ganz den Erwartungen entsprachen. Mit Gold und Silber im Doppelvierer haben die Jungs die Meisterschaften aber hervorragend abgeschlossen.“
U17-Juniorinnen erkämpfen Bronze
Für einen emotionalen Höhepunkt sorgte der Juniorinnen-Doppelvierer mit Steuerfrau der U17. Die Mannschaft mit Steuermann Maximilian Röthig sowie Helena Hünicke und Hannah Reelfs vom Hanauer Ruderclub Hassia, Elin Hamm vom Weilburger Ruderverein und Charlotte Häuser vom Limburger Club für Wassersport gewann die Bronzemedaille.
Nach einer zunächst enttäuschenden Leistung im Vorlauf steigerte sich die Mannschaft kontinuierlich und erkämpfte sich im Halbfinale mit Rang drei den Einzug ins A-Finale. Dort zeigte die Crew eindrucksvoll ihren Kampfgeist: Mit den schnellsten letzten 500 Metern des gesamten Feldes stürmte das Boot auf den letzten 700 Metern nach vorne und schob den Bugball lediglich 0,2 Sekunden vor die Konkurrenz aus Hamburg über die Ziellinie. Nur vier Sekunden trennten die Mannschaft letztlich vom Siegerboot aus Halle/Magdeburg.
U17-Trainer Nick Stollenmeyer zeigte sich entsprechend stolz auf die Entwicklung seiner Mannschaft: „Die Crew ist über die gesamten Meisterschaften Tag für Tag an ihrer Aufgabe gewachsen. Nach dem Vorlauf haben die Athletinnen die notwendige Leistungssteigerung konsequent umgesetzt. Im Finale haben sie mit ihrem Kampfgeist, ihrer Moral und ihrem Willen beeindruckt. Dass sie sich mit den schnellsten letzten 500 Metern noch die Bronzemedaille sichern konnten, macht diese Leistung besonders wertvoll.“
Im Junioren-Doppelzweier der U17 qualifizierten sich Ole Dzieia und Max Koch durch einen starken Vorlauf souverän für das Halbfinale. Dort reichte die Leistung zwar nicht für den Einzug ins A-Finale, dennoch blickt das Duo auf eine erfolgreiche Saison zurück und möchte im kommenden Jahr erneut bei den Deutschen Meisterschaften angreifen.







