Mit rund 300 Euro Bargeld entkamen die Täter unerkannt. Gegen 15.30 Uhr klingelte eine Frau an der Wohnungstür der 91-Jährigen. Angeblich wollte sie eine Nachricht für die Nachbarin hinterlassen und benötigte hierfür Zettel und Stift. Die Rentnerin ließ die Unbekannte herein, führte sie in die Küche, wo die Frau auch einige Notizen auf einen Zettel schrieb. In der Zwischenzeit betrat eine Komplizin die Wohnung und hielt ein Bettlaken vor den Kücheneingang, um den Blick in die Wohnung zu verwehren. Der Spuk dauerte nicht lange und die beiden Frauen verließen die Wohnung der Rentnerin. Als diese in den übrigen Räumen nach dem Rechten schaute, stellte sie fest, dass aus ihrem Geldbeutel im Schlafzimmer 300 Euro Bargeld fehlten. Mit ihren Ablenkungen ermöglichten die beiden Frauen einem Komplizen die Wohnung zu betreten, damit dieser in Ruhe die restlichen Räume nach Beute durchsuchen konnte.
Die Rentnerin kann die beiden Frauen wie folgt beschreiben: Beide zwischen 20 und 30 Jahre alt. Eine der Diebinnen war etwa 160 bis 165 cm groß, "mollig" und hatte dunkle kurze Haare. Ihre Komplizin dagegen war schlank und auffällig stark geschminkt. Bei der dritten Person in der Wohnung kann das betagte Opfer lediglich sagen, dass es sich um einen Mann handelte. Die Frauen sprachen akzentfrei Deutsch, nach Einschätzung der Bestohlenen könnte das Trio aus dem Ausland stammen. Die Polizei in Butzbach bittet um Mithilfe. Zeugen, die Angaben zur Identität des Trios machen können oder die die Diebe vor der Tat oder später nach dem Diebstahl in der Mozartstraße beobachtet haben, werden gebeten sich unter Tel.: (06033) 91100 zu melden.
Trickdiebstahl in Wohnungen ist nach dem Taschendiebstahl auf der Straße die vermutlich häufigste Straftat, von der ältere Menschen betroffen sein können. Täter täuschen ihre Opfer, um sich Zutritt zur Wohnung zu verschaffen und zu stehlen. Opfer der zumeist nichtdeutschen Täterinnen und Täter sind fast ausschließlich ältere, teils hochbetagte Menschen. Beim Trickdiebstahl an der Haustür werden viele Maschen angewandt:
Der Glas Wasser-Trick: Täterinnen täuschen Schwangerschaft, Übelkeit oder die Notwendigkeit einer Arzneimitteleinnahme vor und bitten um ein Glas Wasser.
Der Papier- und Bleistift-Trick: Täter oder Täterinnen wollen für angeblich nicht angetroffene Nachbarn eine Nachricht hinterlassen.
Dazu fragen sie nach Schreibzeug sowie Papier und drängen auf eine Schreibunterlage in der Wohnung oder bitten das Opfer, die Nachricht selbst zu erfassen.
Für Trickdiebinnen und Trickdiebe, die in Wohnungen aktiv werden, gibt es nur ein einziges ernsthaftes Hindernis, das sie überwinden müssen, um zum Erfolg zu kommen: die gesperrte oder geschlossene Wohnungstür. Daher sollten Sie zum Schutz vor Trickdieben folgende Ratschläge beherzigen.
- Lassen Sie keine Fremden in die Wohnung!
- Sehen Sie sich Besucher vor dem Öffnen durch den Türspion oder mit einem Blick aus dem Fenster an und machen Sie von Ihrer Türsprechanlage Gebrauch.
- Öffnen Sie die Wohnungstür niemals sofort
- legen Sie immer Sperrbügel oder Sicherheitskette an.
- Überlegen Sie bei angeblicher hilfebedürftiger Lage von Fremden an der Tür (Beispiel: Bitte um Schreibzeug oder um ein Glas Wasser): Woher sollte der Nachbar die Besucher wirklich kennen? Warum wenden sich die Besucher im Notfall nicht an eine Apotheke, eine Gaststätte oder ein Geschäft, sondern an eine Privatwohnung?
- Machen Sie bei hilfebedürftiger Lage von Fremden an der Tür das Angebot, selbst nach Hilfe zu telefonieren oder das Gewünschte (Schreibzeug, Glas Wasser etc.) hinauszureichen, und halten Sie dabei die Tür gesperrt.
- Wehren Sie sich gegen zudringliche Besucher notfalls auch energisch. Sprechen Sie sie laut an und rufen Sie um Hilfe.
- Rufen Sie beim geringsten Zweifel bei der Polizei an - auch über den Notruf: 110.



