Fuldas Bischof Dr. Michael Gerber würdigte Kant als einen Priester, dessen Glaubenszeugnis und Dienst viele Menschen über Generationen hinweg geprägt haben: „Noch vor wenigen Monaten durfte ich Pfarrer Bruno Kant zu seinem 110. Geburtstag die Segenswünsche von Papst Leo XIV. überbringen. Die Begegnung mit ihm hat mich tief beeindruckt. Bis ins hohe Alter strahlte er jene Bescheidenheit, Menschenfreundlichkeit und geistliche Tiefe aus, die sein ganzes priesterliches Leben geprägt haben. Das Bistum Fulda blickt mit großer Dankbarkeit auf sein Wirken und seinen Dienst zurück.“
Zu seinem 110. Geburtstag am 26. Februar hatte Kant ein persönliches Gratulationsschreiben von Papst Leo XIV. erhalten. Darin dankte ihm der Papst für seinen langjährigen treuen und hingebungsvollen priesterlichen Dienst und erteilte ihm sowie allen, die ihm nahestanden, den Apostolischen Segen. Bischof Gerber gratulierte dem Jubilar am selben Tag persönlich in Eichenzell-Löschenrod, gemeinsam mit Weihbischof Prof. Dr. Karlheinz Diez und dem für die Priester zuständigen Personalreferenten des Bistums Fulda, Prof. Dr. Cornelius Roth. Vor Ort versammelten sich zahlreiche Gratulantinnen und Gratulanten, darunter Kommunionkinder, Messdienerinnen und Messdiener sowie Gläubige aus der Gemeinde.
Dank und Anerkennung
Der Eichenzeller Ortspfarrer Dr. Guido Pasenow würdigte Kants langjährige Verbundenheit mit der Kirchengemeinde. „Mit dem Tod von Pfarrer Bruno Kant verliert unsere Pfarrgemeinde einen Menschen, der über viele Jahre ihr Herz gewesen ist. Auch nachdem er sich aus dem aktiven Dienst zurückgezogen hatte, blieb er für viele Gläubige ein geschätzter Gesprächspartner, Seelsorger und geistlicher Begleiter. Wir sind dankbar für alles, was er unserer Gemeinde geschenkt hat.“
Ein Leben im Dienst der Kirche
Bruno Kant wurde am 26. Februar 1916 in Werblin/Westpreußen geboren. Er legte 1934 am Städtischen Gymnasium in Danzig das Abitur ab und begann an der Staatlichen Akademie Braunsberg sowie an der Universität Freiburg im Breisgau seine philosophisch-theologischen Studien.
1943 wurde Kant zum Militärdienst einberufen. Erst nach der Rückkehr aus russischer Kriegsgefangenschaft 1948 konnte er sein Theologiestudium in Fulda wieder aufnehmen. Am 19. März 1950 wurde er im Fuldaer Dom durch Bischof Dr. Johannes Baptist Dietz zum Priester geweiht.
Prägende Jahrzehnte in Marbach
Nach ersten Stationen als Kaplan in Blankenau und Schwarzbach sowie ab 1955 in der Pfarrei St. Joseph in Kassel wurde ihm am 20. Juni 1960 die Pfarrei St. Ägidius in Petersberg-Marbach übertragen. Dort wirkte Bruno Kant mehr als drei Jahrzehnte lang als Pfarrer und prägte zugleich die Filialgemeinden Bernhards, Dammersbach und Rückers.
In seine Amtszeit fielen umfangreiche Umbau- und Renovierungsmaßnahmen an mehreren Kirchen. Mit großem Engagement verstand es Kant, Menschen für gemeinsame Aufgaben zu gewinnen und Verantwortung vor Ort zu bündeln. Darüber hinaus setzte er sich als Seelsorger und Gesprächspartner für die Anliegen der politischen Gemeinden ein.
Verantwortung im Dekanat
Von 1971 an war Bruno Kant zehn Jahre lang stellvertretender Dechant des damaligen Dekanats Hünfeld. Im Dezember 1980 wurde er zum Geistlichen Rat ernannt. Von Ende 1981 bis 1986 wirkte er als Dechant des Dekanats. Darüber hinaus war er ab 1974 über viele Jahre Dekanatspräses des Cäcilienverbandes.
Seelsorger bis ins hohe Alter
Nach seinem Eintritt in den Ruhestand im Jahr 1991 zog Bruno Kant nach Eichenzell-Löschenrod. Dort bezog er ein Haus direkt neben der Kirche und blieb auch als Ruhestandspriester eng mit dem Gemeindeleben verbunden. Noch bis zu seinem 102. Lebensjahr übernahm er regelmäßig seelsorgliche Dienste.
In den Gemeinden, in denen er wirkte, genoss Bruno Kant hohe Wertschätzung. In Petersberg-Marbach trägt eine Straße seinen Namen; in Eichenzell-Löschenrod wurde der Platz an der Kirche zu seinen Ehren als „Pfr.-Bruno-Kant-Platz“ benannt.
Dankbares Gedenken
Mit Bruno Kant verliert das Bistum Fulda einen Priester, dessen Lebensweg mehr als ein Jahrhundert kirchlicher und gesellschaftlicher Geschichte berührte. Sein seelsorglicher Dienst, seine Treue zum priesterlichen Auftrag und seine Verbundenheit mit den Menschen vor Ort bleiben in dankbarer Erinnerung. www.bistum-fulda.de


