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Bund der Steuerzahler: Hessentag in Fulda völlig überdimensioniert

Bund der Steuerzahler: Hessentag in Fulda völlig überdimensioniert

Der Bund der Steuerzahler (BdSt) Hessen kritisiert, dass ab Freitag in Fulda erneut das teuerste und längste Landesfest Deutschlands stattfindet. Zwar richte sich die Kritik nicht gegen den Hessentag als solchen, doch die dafür aufgewendeten Summen müssten endlich deutlich gesenkt werden.

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„Wir wollen sicher keine Spaßbremse sein – Feiern gehört zum Leben dazu. Was wir aber wollen, ist eine Kostenbremse! Schließlich sind die Ausgaben für den Hessentag völlig ausgeufert. Das ist in Krisenzeiten nicht mehr tragbar. Wenn überall nach Reformen gerufen wird, muss die Landesregierung endlich auch den Hessentag abspecken!“, erklärt Joachim Papendick, Vorsitzender des BdSt Hessen. Der Verein werde nicht müde, seine Position zum Hessentag offensiv zu vertreten. Schließlich ließen sich Spaß und Gemeinschaft auch in einem bescheideneren Hessentags-Format erleben. Hessen solle endlich von den Nachbarländern lernen und sich auf ein dreitägiges Landesfest beschränken.

Für die Ausrichter-Städte ist die Durchführung eines zehntägigen Hessentags regelmäßig mit einem Millionendefizit verbunden. Auch Fulda rechnet nach eigenen Angaben damit, rund 8 Mio. Euro aufwenden zu müssen. In Pfungstadt lag das Defizit 2023 sogar bei über 10 Mio. Euro. Im Gegenzug erhalten die Hessentags-Städte Investitionszuschüsse des Landes von 6,5 Mio. Euro. Fulda erhält diese Zuschüsse sogar in doppelter Höhe (insgesamt 13 Mio. Euro), weil das in Fulda geplante Landesfest 2021 wegen Corona abgesagt werden musste. Hinzu kommen nach Angaben der Stadt eine Beteiligung des Landes an der Durchführung mit 2,6 Mio. Euro und zinslose Darlehen in Höhe von 10 Mio. Euro.

Berücksichtigt werden müssen nach Auffassung des BdSt Hessen auch die Kosten der auf dem Hessentag vertretenen Institutionen: u.a. Landesregierung, Landtag, Landesbehörden, Polizei und Bundeswehr. “Schon vor Pandemie, Krieg und Inflation flossen pro Hessentag weit über 20 Mio. Euro aus unterschiedlichen öffentlichen Kassen. Diese Summe hat sich nun deutlich erhöht. Ohne den massiven finanziellen Einsatz des Landes würden sich vermutlich gar keine Ausrichter mehr finden lassen.”, kritisiert Papendick. Aber auch so sei die Suche zuletzt immer schwieriger geworden. Ende 2025 verzichtete Bebra aus finanziellen Gründen auf die Ausrichtung 2027, Idstein sprang kurzfristig ein.

„Auch wenn das Land anderes behauptet: Angesichts gestiegener Sicherheits-, Hygiene-, Energie- und Lohnkosten, die eben nicht pauschal anfallen, macht es natürlich einen Unterschied, wie viele Tage das Fest dauert“, so Papendick. Die Welt und damit auch die Rahmenbedingungen eines solchen Mega-Events hätten sich so stark verändert, dass Hessen sein Landesfest endlich deutlich verschlanken müsse. Der Hessentag dürfte nur eine Zukunft haben, wenn man sich auf die Ursprungsidee besinnt und kürzer und/oder seltener feiert – so wie es alle übrigen Bundesländer vormachen. Beispielsweise kommen Nordrhein-Westfalen, Thüringen und Rheinland-Pfalz inzwischen jeweils mit einem dreitägigen Fest alle zwei Jahre aus.

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