In ihrem Schreiben wünschen sie den muslimischen Gläubigen, ihren Familien und Gemeinden Frieden, Gesundheit und Zuversicht. Sie heben hervor, dass Abraham für Juden, Christen und Muslime eine wichtige gemeinsame Bezugsgestalt sei: „Abrahams Gottvertrauen, seine Hingabe an Gott und die Erfahrung von Gottes Barmherzigkeit verbinden uns.“
Das Opferfest erinnere an Werte, die weit über religiöse Grenzen hinaus Bedeutung hätten: Vertrauen, Verantwortung, Mitgefühl und die Bereitschaft, füreinander einzustehen. Gerade in einer Zeit internationaler Krisen und gesellschaftlicher Spannungen gewännen diese Werte noch mehr an Bedeutung, so Tietz und Hofmann. Das Fest könne ein Zeichen dafür sein, „Brücken zu bauen, einander zuzuhören und Menschlichkeit im Alltag sichtbar zu machen“.
Hofmann und Tietz würdigen zudem das vielfältige Engagement von Menschen unterschiedlichen Glaubens für eine solidarische Gesellschaft – in Familien, Vereinen, Gemeinden und im Ehrenamt.
Hintergrund: Das islamische Opferfest (Eid al-Adha)
Das Opferfest, arabisch Eid al-Adha oder türkisch Kurban Bayram, ist das höchste islamische Fest und wird weltweit von Muslimen gefeiert. Es erinnert an Abrahams Gottvertrauen und Gottes Barmherzigkeit. Das Fest beginnt am 10. Tag des islamischen Pilgermonats Dhu l-Hiddscha und dauert vier Tage – in diesem Jahr vom Abend des 26. bis zum 30. Mai. Der 27. Mai ist dabei der Höhepunkt des mehrtägigen Festes, das als Familienfest in seiner Bedeutung mit Weihnachten vergleichbar ist. Die Kinder freuen sich auf Geschenke, und vielfach finden in größeren Städten kirmesartige Feste statt. Das Opferfest fällt auf den Höhepunkt der Hadsch, der islamischen Pilgerfahrt nach Mekka. Während die Pilger vor Ort in Mekka die Rituale vollziehen, feiern Muslime weltweit zeitgleich das Opferfest – ein Ausdruck der globalen Gemeinschaft (Umma) aller Gläubigen.


