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Hessen zahlt so viel wie nie an ärmere Bundesländer

Hessen zahlt so viel wie nie an ärmere Bundesländer

Hessen musste 2025 so viel wie noch nie an ärmere Bundesländer abgeben: 4 Milliarden Euro hat Hessen in den Finanzkraftausgleich eingezahlt. Pro Kopf waren das 638 Euro – ebenfalls ein Rekord. Nur die Bayern zahlten pro Kopf noch mehr. Seit 1950 zählt Hessen ununterbrochen zu den tragenden Säulen des bundesstaatlichen Solidaritätsmodells und hat insgesamt schon mehr als 81 Milliarden Euro eingezahlt.

Ministerpräsident Boris Rhein (CDU): „Die Finanzbeziehungen zwischen Bund und Ländern sind aus der Balance geraten. Wenn Hessen als starkes Land Schulden machen muss, um andere Länder mit vier Milliarden Euro pro Jahr im Länderfinanzausgleich zu unterstützen, stimmt etwas sehr grundlegend nicht mehr. Es kann nicht sein, dass wir uns verschulden, während andere Länder beitragsfreie Kitas, Baumpflanzaktionen oder immer neue Zusatzprogramme finanzieren. Solidarität darf die Geberländer nicht überfordern. Und sie muss mit klaren Reformschritten, einer effizienten Haushaltsführung und Leistungsanreizen in den Nehmerländern verbunden sein. Dringend nötig ist außerdem ein Deckel gegen die Überlastung der Geber. Deshalb brauchen wir eine Föderalismuskommission III, mit der wir die Finanzbeziehungen in Deutschland neu und fair ordnen.“

Finanzminister Professor Dr. R. Alexander Lorz (CDU): „Wir stehen zur Solidarität im Föderalstaat, aber Solidarität ohne Reform ist Stillstand. Hessen zahlt 2025 mehr als jemals zuvor in den Finanzkraftausgleich ein. Ein System, das Leistung so stark belastet, braucht dringend eine Reform. Nicht nur für Hessen, sondern für ganz Deutschland. Hessen ist ein leistungsfähiges Land. Doch wir müssen Schulden aufnehmen und gleichzeitig Milliarden an andere Bundesländer abgeben. Das kann nicht im Sinne eines fairen Finanzausgleichs sein. Wir brauchen ein System, das Anreize schafft, nicht eines, das Geberländer dauerhaft überlastet. Ein Föderalstaat, der seine stärksten Länder auszehrt, gefährdet seine eigene Zukunft. Wir brauchen mehr Netto vom Brutto. Starke Länder machen ein starkes Deutschland. Seit Jahrzehnten trägt Hessen diese Verantwortung und damit zur finanziellen Stabilität Deutschlands bei. Mit mehr als 81 Milliarden Euro haben wir seit 1950 anderen Bundesländern unter die Arme gegriffen. Doch Stärke darf dauerhaft nicht nur von wenigen Ländern ausgehen. Ein Finanzausgleich, der bei finanzschwachen Ländern die unterdurchschnittlichen Steuereinnahmen zu stark kompensiert, schafft nicht die nötigen Anreize, sich zu verbessern. Daher brauchen wir ein System, das die erforderlichen Anreize setzt. Die Rekordzahlungen Hessens zeigen: Solidarität ist wichtig, doch sie darf keine Einbahnstraße sein. Wirtschaftlicher Erfolg muss sich mehr lohnen. Nur das schafft die nötigen Anreize, die eigene Leistungsfähigkeit nachhaltig zu steigern. Wir brauchen daher faire Bedingungen für alle Bundesländer, die die Eigenverantwortung stärker betonen. Solidarität ja, aber keine Strafe für Stärke. Gerade in Zeiten globaler Umbrüche und wirtschaftlicher Unsicherheiten brauchen wir deutlich mehr starke und resiliente Länder als Fundament unserer staatlichen und wirtschaftlichen Handlungsfähigkeit.“

Fragen und Antworten:

Wie viel musste Hessen 2025 in den Finanzkraftausgleich einzahlen?

Hessen war 2025 eines von nur vier Geberländern und musste 4 Milliarden Euro Finanzkraftausgleich zahlen. Nur Bayern musste noch deutlich mehr abgeben. Das ebenfalls bevölkerungsreichere Baden-Württemberg gibt im Grunde die gleiche Summe ab wie Hessen. Hier im Überblick die Abschläge (gelb) und Zuschläge (grün) absolut im Finanzkraftausgleich 2025:

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Für Hessen ist das eine neue Rekordbelastung. Bisher hatte Hessen 2024 mit 3,7 Milliarden Euro am meisten abgeben müssen. Hessen hat seit 1950 mehr als 81 Milliarden Euro in den Finanzkraftausgleich sowie das Vorgängersystem, den Länderfinanzausgleich, eingezahlt – und noch nie einen einzigen Cent erhalten.

Wie viel musste Hessen 2025 pro Kopf in den Finanzkraftausgleich einzahlen?

Die Höhe der tatsächlichen Belastung wird nicht im Vergleich der absoluten Summen deutlich, sondern angesichts der unterschiedlichen Größe der Bundesländer bei den pro Kopf zu leistenden Zahlungen. Hessen hat 2025 pro Kopf 638 Euro in den Finanzkraftausgleich einzahlen müssen. Damit liegt es in dieser maßgeblichen Betrachtung auf Rang zwei hinter Bayern. Auch die Pro-Kopf-Zahlungen sind die höchsten, die Hessen je leisten musste. Hier im Überblick die Abschläge (gelb) und Zuschläge (grün) pro Kopf im Finanzkraftausgleich 2025:

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Wie könnte eine Reform des Finanzkraftausgleichs angestoßen werden?

Der Finanzkraftausgleich kann nach dem 31. Dezember 2030 neu verhandelt werden. Das sieht das Grundgesetz vor. Die Neuverhandlungen können zum Beispiel von mindestens drei Bundesländern gemeinsam verlangt werden. Innerhalb von fünf Jahren nach der Kündigung muss eine gesetzliche Neuordnung des bundesstaatlichen Finanzausgleichs beschlossen sein, sonst endet das gegenwärtige Ausgleichssystem.

Kommentare

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Thomas Jackel
3 monate vor
Finanzausgleiche dienen dazu Steuerkraftunterschiede auszugleichen. Unterschiede, die maßgeblich auf Entscheidungen des Bundes beruhen. Der entscheidet nämlich wo Flughäfen, Autobahnen oder Bahnstrecken gebaut werden. Alles Dinge, die den Anrainern- natürlich auch Belastungen durch Lärm usw.- aber vor allem Standortvorteile bei Gewerbeansiedlungen und damit Steuereinnahmen bescheren. Der Bund kommt so seiner gesetzlichen Aufgabe nach, möglichst gleiche Lebensbedingungen in allen Bundesländern zu schaffen. Der Finanzausgleich ist deshalb kein Defizitausgleich. Das Geld würde auch fließen, wenn Nehmerländer Leistungen wie Kinderbetreuung nicht kostenlos anbieten. Das wissen Söder und Rhein auch ganz genau und daher ist diese ganze, stets wiederkehrende Debatte nichts als Stimmungsmache und Populismus. Dass die Steuerkraft der einzelnen Länder dabei überprüft werden muss, versteht sich von selbst. Aber das erfolgt auch in regelmäßigen Abständen.
Also: kein Grund zur Aufregung.
TJ
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8
Hätteesgernschönhier
3 monate vor
"Versteht sich von selbst" ist in Deutschland schon lange abgeschafft. Belohnt wird, wer am meisten klagt, jammert, fordert. Nicht wer am meisten leistet, wirtschaftet oder vernünftig handelt. Absurd, das ganze.
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9
Zurechnungsfähiger
3 monate vor
So groß und prächtig kann ein Flughafen gar nicht sein, als dass die Berliner daraus etwas zu machen wüssten.........

:D

Jenseits aller Provinzialität
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0
falscher Hase
3 monate vor
Ohne die Kapitalisten in Frankfurt wäre Hessen wohl eher auf der anderen Seite der Statistik zu finden.
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9
Hans
3 monate vor
Die armen Hessen und Bayern! Im Klagen sind sie großartig, alle Jahre wieder, in Wahlkampfzeiten ganz besonders. Armselig finde ich das. Seit Jahrzehnten wird das Klagelied gesungen, nehmen ist seliger als geben. Warum ändert man nicht endlich die Regelungen, die einem verkehrt vorkommmen? Man könnte sie prüfen lassen. Vielleicht sind sie überholt. Vielleicht spricht aber auch nur der Neid in der Debatte und es fehlt Verantwortung fürs ganze? Oder es ist gerade wieder angesagt.
Poltiker und Kommentarschreiber, denken Sie bitte mal mit Abstand darüber nach!
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Hätteesgernschönhier
3 monate vor
Wenn Sie den Artikel gelesen hätten, wüssten Sie, dass das erst 2030 möglich ist.
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8
Uk
3 monate vor
Dies muss abgestellt werden. Grade in Berlin sollten die ganzen Träumer ihre ganzen Aktionen schön selber zahlen.

Länderfinazausgleich muss weg. Warum sollte man Verschwender mit den Geld von Sparsamen beschmeissen? Ein Unding ist das!
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7
Hätteesgernschönhier
3 monate vor
Es ist ein Skandal. Berlin verbrät 110% von dem, was BW oder Hessen zahlen. Zum Vergleich: das arme Saarland benötigt nur ganz wenig. Es ist eine Schande.
Kein Wunder, dass in Berlin eine solche absurde Einstellung zum Leben praktiziert wird, wenn man sich so von der Wirklichkeit entkoppelt hat und alles ein Selbstläufer ist, egal wie bescheuert man entscheidet. Die anderen bezahlens schon. Da gehört mal richtig reingekrätscht, dass das ein Ende hat.
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falscher Hase
3 monate vor
Und zum Dank wählt der Osten blaue Nazis:-(
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A.S.
3 monate vor
Es lebe die Veränderung!

Da sag einer es bewegt sich nichts. Immerhin war man in der Lage oder Willens die Bezeichnung zu verändern!
Von Länderfinanzausgleich in Finanzkraftausgleich!

Das verdient Hochachtung.

Ironie aus.
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De alde Hanauer
3 monate vor
Wie arm. Berlin spendet seinen Nichtsnutzen auf unsere Kosten Hosianna und Manna. Aber sonst alles OK an der Spree?
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7
Uk
3 monate vor
Mit anderer Leute Geld lebt es sich halt gut.
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7
uǝʌS
3 monate vor
Zum K*****
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Ruffty
3 monate vor
"Arm aber sexy" propagierte einst ein Berliner Oberbürgermeister den Finanzhabitus seiner "Stadt".
Wäre Berlin eine Bordsteinschwalbe, könnte sie gar nicht so viele Meilen ablaufen wie zur Abtragung ihrer Schulden notwendig wären.
Aber diese Mätresse hat ja großzügige Freier inmitten ihres Regierungsviertels, die sie auf unser aller Kosten großzügig freihalten.
Wäre Bonn nur Hauptstadt geblieben.
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