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"HessenGegenHetze": 93 Prozent der Meldungen ohne Hessenbezug

"HessenGegenHetze": 93 Prozent der Meldungen ohne Hessenbezug

Die Hessische Landesregierung hat nach dem Mord an Dr. Walter Lübcke mit dem Aktionsprogramm „Hessen gegen Hetze“ eine Vielzahl an Maßnahmen gegen Hass-Postings angestoßen. Mit der Meldestelle sollte ein Weg geschaffen werden, dass Hinweise über zum Beispiel rassistische und volksverhetzende Äußerungen im Internet ohne größeren Aufwand gemeldet werden können. "Die unsägliche Hetze nach dem Mord an Dr. Walter Lübcke hat diesen Schritt notwendig gemacht", heißt es aus Wiesbaden.

Jetzt war die Meldestelle Thema in einer Debatte im Hessischen Landtag. Innenminister Roman Poseck (CDU) führte in dieser aus: „Die Meldestelle dient Bürgern seit nunmehr rund fünf Jahren als Anlaufstelle, um antisemitische, extremistische oder volksverhetzende Inhalte zu melden. Gerade vor dem Hintergrund der zunehmenden Verrohung der Debattenkultur und insbesondere nach dem Terrorakt der Hamas auf Israel hat es einen Anstieg an Meldungen gegeben. Seit Gründung der Meldestelle sind rund 85.000 Inhalte bei Hessen gegen Hetze eingegangen, darunter viele eindeutig strafbare Posts. Nicht zuletzt war die Meldestelle in den vergangenen Wochen kritisiert worden, da eine dort eingegangene Meldung zu einer Hausdurchsuchung geführt hat. Für mich ist die Kritik daran durchaus nachvollziehbar. Wir stellen uns der Kritik und werden die Meldestelle grundsätzlich neu aufstellen. 

Wir sollten die Zukunft der Meldestelle sachlich diskutieren. Die Bewertungen und Entscheidungen, die zur Durchsuchung geführt haben, sind durch die Berliner Justiz getroffen worden. Die Meldestelle entscheidet nicht. Sie nimmt lediglich eine erste unverbindliche Bewertung vor. Danach werden die Meldungen zur strafrechtlichen Würdigung an das Bundeskriminalamt oder an die Generalstaatsanwaltschaft weitergeleitet. Mit ihrer Filter- und Sammelfunktion entlastet die Meldestelle Polizei und Justiz und sorgt dafür, dass potenzielle Straftaten zur weiteren Bearbeitung an die richtige Stelle gelangen. Das Internet ist kein rechtsfreier Raum. Auch dort müssen Recht und Gesetz durchgesetzt werden. Die Meinungsfreiheit ist in Deutschland ein hohes Gut und sie schützt vielfältige Ansichten und auch harsche Kritik. Es gibt aber auch Grenzen, wenn die Rechte und die Sicherheit anderer verletzt werden. Schließlich sind Aufrufe zur Gewalt, das Verbreiten von Propagandamittel verfassungswidriger und terroristischer Organisationen, volksverhetzender Inhalt sowie verhetzende Beleidigung strafbar. 

Ich möchte Opfer von Hass und Hetze nicht im Regen stehen lassen. Deshalb befinde ich mich auch im intensiven Dialog mit Betroffenen. Unter anderem habe ich beispielsweise die jüdischen Gemeinden in Hessen zu einem Gespräch über eine Neuausrichtung der Meldestelle eingeladen. 

Bei der Neuausrichtung kommt es mir darauf an, dass wir die Zuständigkeit der Meldestelle auf den im Interesse der Opfer notwendigen Bereich beschränken. So ist für mich denkbar, dass wir die Zuständigkeit auf Fälle mit Hessenbezug beschränken. Bei 93% der Meldungen ist dies gegenwärtig nicht der Fall. Es ist aus meiner Sicht fraglich, dass wir hier eine Serviceleistung für ganz Deutschland übernehmen müssen, zumal auch andere Länder entsprechende Angebote haben. Die von der Polizei eingerichtete Online-Wache kann ebenso aktiv eingebunden werden wie Beratungs- und Informationsangebote. Diese und weitere Möglichkeiten werden wir nun prüfen. Mein Ziel ist es, bis zum Ende des Jahres ein Update der Meldestelle vorzustellen und dabei vor allem auch einen Mehrwert für diejenigen zu erreichen, die in unserem Bundesland von Hass und Hetze betroffen sind.“

hessengegenhetze az

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Kommentare

11
W̷i̸n̵s̷t̵o̴n̸
6 monate vor
„Verpetze deinen Nachbarn, boykottiere die falschen Läden, und um Himmels willen: Sag bloß nicht offen, was du denkst.“

Kommt einem verdächtig bekannt vor, oder?
Aber keine Sorge – unsere selbsternannten Muster-Demokraten rufen ja tapfer: „Nie wieder ist jetzt!“

Ironischerweise klingt das inzwischen eher wie eine Bedienungsanleitung.
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Anti Grün
6 monate vor
Ach, Nancy's Petzportal. Hatte ich ja schon fast vergessen. Kann man da eigentlich auch deutschfeindliche Posts melden ? Oder Hater gegen das Christentum und deren Kirchen ?

Nicht, dass ich besonders religiös wäre.
Aber ich bin für gleiches Recht für alle.

Die Verfolgung in diesem System nimmt sehr einseitige Züge an.
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Jürgen
6 monate vor
Die christliche Kirche kann man ja auch nur noch haten, ist ja nicht so dass die Leute völlig grundlos aus der Kirche austreten. Oder wollen sie die ausgetretenen auch verhaften lassen?
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Ruffty
6 monate vor
Dem Kommentator geht's wohl kaum um Kirchenaustritte, sondern um die Beurteilung von Kommentaren durch eine Pseudobehörde. Man könnte sie auch als Denunziantenplattform bezeichnen.
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Hätteesgernschönhier
6 monate vor
Also eines ist ja mal klar. Was da teilweise im Netz abgeht ist manchmal schon unterirdisch. Und eine Meldung pauschal als Denunziation (also wird der Melder verächtlich betrachtet und nicht die Tat, die vielleicht tatsächlich vorliegt) zu beurteilen ist genauso Quatsch, wie die Polizei loszuschicken, weil einer einen Schwachkopf nennt.
Bei der gegenwärtigen Bedrohungslage im Innern finde ich es z.B. absolut richtig, verschwurbelte Gewaltankündigungen und Drohungen zu melden. Wir wissen auch, dass nicht alle noch alle Kerzen auf der Lampe haben, die sich hier ins extreme echauvieren. Also, das ist nicht so schwarz weiß, wie hier manche tun.
Richtig finde ich Posecks Reaktion, Kritik ernst zu nehmen und zu schauen, wie man es besser machen kann. Guter Mann.
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Heck
6 monate vor
Inkompetenz par exellence aus dem Innenministerium!

Wie schon so oft.
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D.A.
6 monate vor
@Berger Vorsicht!
Ihr Beitrag könnte als Hass /Hetz Posting verstanden werden je nach Auslegung auch wenn er 100 mal richtig ist.
In einem Land in dem wir gut und gerne Leben.
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Berger
6 monate vor
hi D.A., und das ist eine Einschränkung der Meinungsfreiheit. !!! Wahrheit bleibt wahrheit auch wenn sie unterdrückt wird. hatte schon den Staatsschutz vor der Tür.....!!!mal sehen was kommt...danke für deine offene Meinung.... aus Geschichtserzählungen hörte ich, das das gleiche, denunzieren, etwas in veränderten Form, schon vor 90 Jahren in Deutschland Mode war. die Geschichte wiederholt sich wieder....
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felix
6 monate vor
Straftaten sollten in einem Rechtsstaat bei Polizeidienststellen angezeigt werden.
Mit einer einer "Meldestelle" wie die, die Minister Poseck glaubt verteidigen zu müssen (weil die Landesregierung damit bundesweit und gar international Spott auf sich gezogen hat?), hat man ein Instrument geschaffen, das offensichtlich die Gefahr birgt, hauptsächlich der Denunziation zu dienen.
Ist der nächste Schritt vielleicht einer literarischen "Anregung" folgend ein Wahrheitsministerium? Werden dann unbequeme Wahrheiten nicht mehr nur inoffiziell sanktioniert?
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Berger
6 monate vor
Man darf seine persönliche Meinung über die katastropalen Zustände in Deutschland nicht mehr sagen, was die Politiker seit Jahren mit ihrer idiotischen Politik verbocken.. Man sieht und hört es jeden Tag, das mit den Illegalen, Asylanten aus aller Welt, die Verbrechen ins Land einwandern. Nehmt euch ein Beispiel an Dänemark, Schweden, und jetzt rigeros ENGLAND !!!!!!wann folgen wir diesen Ländern ??? Bei jährlich 52 MRD € für diese fremde Kulturen in unsewrem Land !!! Unser Sozialsystem wird ruiniert !!!
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Hätteesgernschönhier
6 monate vor
Thema verfehlt
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