„Um mehr darüber zu erfahren, wie sich der Langstreckenzieher dem Klimawandel anpasst, ruft der NABU Hessen dazu auf, zu melden, wann und wo die ersten Kuckucke in Hessen zu hören sind“, erläutert Gerhard Eppler, Landesvorsitzender des NABU Hessen, das Ziel der Aktion. Meldung können per Mail an kuckuck@NABU-Hessen.de, telefonisch unter 06441-67904-0 oder online auf der Homepage www.kuckuck-hessen.de abgeben werden.
Viele Frühlingsboten wie Weißstorch, Gartenrotschwanz oder Rauchschwalbe treffen auf Grund der Klimaerwärmung immer zeitiger in Hessen ein. So sind bereits einige Weißstörche in ihre heimischen Brutgebiete eingeflogen. Beim Kuckuck, der als Langstreckenzieher in Afrika überwintert, wurde bisher angenommen, dass er seine Ankunftszeit noch nicht an den Klimawandel angepasst hat. Sein unverwechselbarer Ruf ist meist erst im Laufe des Aprils bei uns zu hören. Die Wirtsvögel des Kuckucks wie z.B. der Teichrohrsänger kommen jedoch inzwischen mehrere Tage früher wieder bei uns an. Wenn schließlich auch der Kuckuck hier eintrifft, hat für viele Wirtsvögel die Brutzeit bereits begonnen. „Für die Kuckucksweibchen wird es immer schwieriger, ihre Eier erfolgreich den zukünftigen ‚Zieheltern‘ unterzuschieben“, erläutert Eppler.
Mit der Aktion „Wann kommt der Kuckuck?“ möchte der NABU Hessen herausfinden, wie der Kuckuck auf die veränderten Lebensbedingungen durch den Klimawandel reagiert. Der Lebensraumverlust durch immer strukturärmere Landschaften wird künftig nicht sein einziges Problem sein. Um sich erfolgreich fortzupflanzen, ist es für den Kuckuck wichtig, sich genau auf das Brutgeschehen seiner Wirtsvögel abzustimmen. Dieses sensible Gefüge kann durch die Klimaerwärmung gestört werden.
Bei der Kuckuck-Aktion in 2011 konnten noch keine Veränderungen im Zugverhalten des Frühlingsvogels festgestellt werden. „Die meisten Kuckucke kamen wie üblich von Ende April bis Anfang Mai nach Hessen zurück“, so Eppler. Die Auswertung der Kuckucksrufe habe aber gezeigt, dass der Kuckuck grundsätzlich das Potenzial besitzt, sich an den Klimawandel anzupassen. In allen hessischen Regionen seien schon Ende März erste Balzrufe zu hören gewesen. Kuckucke, die früher nach Hessen zurückkehren, hätten auf jeden Fall einen Vorteil. Erfreulich sei auch, dass der Kuckuck nach wie vor in ganz Hessen verbreitet ist.


