
Die in diesem Fall ermittelnden Beamten des Kommissariats K 12 ließen durch das Landeskriminalamt Wiesbaden unter Mithilfe des Opfers ein Phantombild des Täters anfertigen. Mit der Veröffentlichung dieses Bildes erhoffen sich die Ermittler, Hinweise auf den "falschen Polizisten" zu erhalten, der auch für andere gleichgelagerte Taten in Frage kommt.
Die junge Frau war am Dienstagabend im Rewe-Markt an der Wittrockstraße einkaufen. Etwa gegen 18.35 Uhr verließ sie den Lebensmittelmarkt und begab sich über einen Fußweg und Treppenabgang auf den Gehweg der Wittrockstraße. An der Bushaltestelle der Wittrockstraße Ecke Kirchweg überquerte sie die Wittrockstraße, passierte die dortige Eisdiele und bog dann nach links in die Wilhelmshöher Allee ein. In Höhe der Hausnummer 129 a überquerte sie an einer weiteren Fußgängerampel die Wilhelmshöher Allee und bog dann auf der anderen Straßenseite in den Kirchweg ein. Dort nutzte sie den linken Gehweg und blieb auch beim Einbiegen in die Herkulesstraße auf dem linken Bürgersteig. In Höhe des Hintereingangs des Diakonissenkrankenhauses an der Herkulesstraße war ihr der Mann, der eine auffällige schwarze Umhängetasche über der Schulter trug, auf dem rechten Gehweg im Bereich der mit Schranken versehenen Zufahrt der Kliniktiefgarage aufgefallen. Nachdem der Mann eine Weile hinter der jungen Frau herlief, wechselte er die Straßenseite und sprach sie an. Er gab sich als Polizist aus, der vorgab, die Frau durchsuchen zu müssen. Als Begründung erklärte er ihr, dass in der Gegend Drogen verkauft würden und der Drogendealer die Drogen in den Sachen von Frauen oder Mädchen verstecke. Bei der anschließenden Durchsuchung berührte der Mann die junge Frau unsittlich. Das kam der Frau komisch vor, worauf sie einen Dienstausweis sehen wollte. Als der Mann die junge Frau daraufhin gegen eine Wand drückte, fing sie laut zu schreien an, woraufhin der Täter ihr den Mund zuhielt.
Nachdem sich die junge Frau heftig zur Wehr setzte, ergriff der Mann die Flucht in Richtung Huttenstraße. Den Täter beschreibt das Opfer wie folgt: Etwa 20 Jahre alt, zwischen 175 und 180 cm groß, schlanke Figur mit relativ breiten Schultern, dunkler Dreitagebart, kantiges Gesicht, sprach fließend und akzentfrei Deutsch. Er trug auf dem Kopf eine schwarze Wintermütze und war bekleidet mit einer dunklen, hüftlangen Winterjacke (Art Sweatshirtjacke) mit Reißverschluss, hellen Jeanshosen und dunklen Schuhen. Die mitgeführte Umhängetasche soll groß und schwarz gewesen sein. An der Vorderseite soll sie zwei Aufsatztaschen gehabt haben.
Sehen Sie hierzu auch das unter www.polizeipresse.de sowie auf der Internetseite des Polizeipräsidiums Nordhessen unter www.polizei.hessen.de/ppnh veröffentlichte Phantombild. Ebenfalls dort eingestellt ist eine Skizze vom Weg, den das Opfer vom Rewe Markt bis zum Tatort zurück gelegt hatte. Es ist nicht auszuschließen, dass der Unbekannte seinem Opfer schon früher, möglicherweise beim Verlassen des Rewe-Marktes, gefolgt war.
Im November war der Polizei eine gleichgelagerte Tat bekannt geworden. Auch in diesem Fall gab sich gegenüber einer jungen Frau ein Mann als Polizist aus, der sie unter dem gleichen Vorwand durchsuchen wollte. Das Opfer ließ sich nicht darauf ein und rannte davon. Der Mann stieg mit der jungen Frau am Königsplatz in die Straßenbahn ein, war mit ihr am Auestadion ausgestiegen und hatte ebenfalls den Bus der Linie 25 Richtung Wehlheiden genommen. Als das Opfer an der Ludwig-Mond-Straße Ecke Eberhard-Wildermuth-Straße ausstieg, sprach der Mann sie noch an der Haltestelle an. Anhand der gleichen Tathandlung sowie einer ähnlichen Beschreibung gehen die Ermittler des Kommissariats K 12 von ein und demselben Täter aus.
Bei der Polizei ist es grundsätzlich nicht üblich, dass Polizisten bei Frauen körperliche Durchsuchungen vornehmen. Weibliche Verdächtige werden nur von Polizistinnen durchsucht. Zeugen, die Hinweise zum Täter geben können, werden gebeten, sich unter 0561-9100 beim Polizeipräsidium Nordhessen zu melden. Die Ermittlungen führt das Kommissariat K 12 der Kasseler Kripo.



