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Offenbach / Mühlheim: Zahlreiche Verstöße bei Verkehrskontrollen

Verkehrsspezialisten des Polizeipräsidiums Südosthessen haben am Sonntag bei umfangreichen Kontrollen in Offenbach und Mühlheim am Main zahlreiche Verstöße festgestellt.

Morgenpost

Zwischen 10 und 12.30 Uhr kontrollierten die Beamten auf der Mühlheimer Straße in Fahrtrichtung Offenbach, anschließend von 13.30 bis 16 Uhr auf der Offenbacher Straße in Mühlheim in die entgegengesetzte Richtung. Neben stationären Kontrollstellen kam ein Geschwindigkeitsmesssystem mit Front- und Heckaufnahmen zum Einsatz. Unterstützt wurden die Maßnahmen von Motorradpolizisten sowie speziell ausgestatteten Dienstfahrzeugen, die auffällige Zweiräder und Autos in die Kontrollstellen leiteten.

Die Bilanz der Geschwindigkeitskontrollen fiel deutlich aus: Auf der Mühlheimer Straße wurden bei 790 gemessenen Fahrzeugen 68 Verstöße festgestellt. In die Gegenrichtung registrierten die Beamten bei 856 Fahrzeugen sogar 133 Geschwindigkeitsüberschreitungen. Insgesamt wurden vor Ort Verwarnungs- und Sicherheitsleistungen in Höhe von mehr als 1.300 Euro erhoben.

Neben Tempoverstößen rückten insbesondere technisch veränderte Fahrzeuge in den Fokus der Kontrolleure. Bei fünf Fahrzeugen war die Betriebserlaubnis aufgrund unzulässiger Veränderungen erloschen. In drei Fällen wurden die Fahrzeuge wegen erheblicher Umweltbeeinträchtigungen sichergestellt und sollen nun von Sachverständigen untersucht werden. Einem 17-jährigen Motorradfahrer aus Mühlheim wurde die Weiterfahrt wegen gravierender Mängel untersagt. Er musste sein Zweirad nach Hause schieben.

Für Aufsehen sorgte zudem die Kontrolle einer Harley-Davidson. Bereits bei der Einfahrt in die Kontrollstelle bemerkten die Beamten erheblichen Abgasgeruch. Eine Geräuschmessung ergab einen Wert von 105 Dezibel statt der zulässigen 100 Dezibel. Zudem schlugen während der Messung Stichflammen aus den Endrohren der Abgasanlage. Der vorgeschriebene Katalysator fehlte, weitere technische Veränderungen wurden ebenfalls festgestellt. Das Motorrad wurde sichergestellt.
Auf den Fahrer kommen ein Bußgeld, ein Punkt sowie Gutachterkosten in Höhe von rund 1.000 Euro zu.

Ebenfalls sichergestellt wurde der Audi RS3 eines 22-jährigen Offenbachers. An dem Fahrzeug stellten die Spezialisten eine unzulässige Steuerung der Abgasklappen fest, wodurch die Betriebserlaubnis erloschen war. Der Fahrer war den Beamten bereits bekannt: Vor nahezu genau zwei Jahren war bereits ein von ihm geführter Audi S3 wegen manipulierter Abgastechnik sichergestellt worden.

Dass solche Manipulationen aufgedeckt wurden, zeigt einmal mehr: Solche Verstöße können häufig nur entdeckt werden, wenn die Einsatzkräfte über das notwendige Fachwissen und ein geschultes Auge für technische Veränderungen verfügen. Besonders negativ fiel ein 38-jähriger Autofahrer aus Offenbach auf, der seine Tochter im Kleinkindalter völlig ungesichert auf dem Beifahrersitz transportierte. Trotz der Beanstandung zeigte sich der Mann uneinsichtig und stellte die Rechtmäßigkeit der Maßnahme infrage. Ihn erwarten ein Bußgeld von 60 Euro sowie ein Punkt im Fahreignungsregister.

Insgesamt kontrollierten die Einsatzkräfte 90 Personen, 40 Motorräder, fünf Elektrokleinstfahrzeuge und 44 Pkw. Neben einem Verstoß gegen das Pflichtversicherungsgesetz wurden mehrere Mängelkarten ausgestellt und zahlreiche Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet. Die Polizei kündigte an, auch künftig verstärkt gegen Raser und Fahrzeugmanipulationen vorzugehen. LaBi

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