Während allerorten über komplizierte Entscheidungsprozesse im Umgang mit Flüchtlingen geklagt wird, zeigen die Hanauer Arbeitsagentur und die Bildungsträger wie es geht: Schnell und unbürokratisch wurden finanzielle Mittel zum Fließen gebracht, Räume gefunden und Kurse eingerichtet, die schon jetzt eine Erfolgsgeschichte sind.
Heike Hengster, neue Leiterin der Arbeitsagentur, besuchte gemeinsam mit Stadtrat und Bildungsdezernent Axel Weiss-Thiel Sprachkurse der Hanauer Volkshochschule mit syrischen, eritreischen und iranischen Flüchtlingen. „Wir sind alle ein bisschen stolz, dass wir gemeinsam in kurzer Zeit so viel auf die Beine gestellt haben. Und wir freuen uns, dass dieses Angebot mit viel Begeisterung und Lernbereitschaft angenommen wird“, so Hengster in ihrem Willkommensgruß. „Die Kurse sind jetzt schon eine Erfolgsstory“, bestätigt auch Stadtrat Axel Weiss-Thiel. „Wir haben gezeigt, dass es funktionieren kann, wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen – und wie wichtig es ist, den Menschen diese Möglichkeiten zu bieten.“
Die Kursleiterinnen Waltraud Bundels und Heidi Moritz sind angetan von der Motivation ihrer Schützlinge, die sie seit kurzem im früheren Berufsinformationszentrum unterrichten. „Man hat nicht mal Zeit für eine Zigarettenpause“, lacht Heidi Moritz. „Die Leute sind so motiviert, die wollen gar keine Pause machen. Und wenn ich doch mal fünf Minuten unterbreche, arbeiten sie einfach weiter.“
Die Kurse laufen acht Wochen und sollen neben der Sprache den Zugang zum deutschen Lebensalltag vermitteln: Wie kauft man eine Fahrkarte? Wie lebt eine deutsche Durchschnittsfamilie? Was ist ein Mietvertrag? – Diese und noch viel mehr Themen sollen den Männern und Frauen vermittelt werden. Am Ende der 320 Unterrichtseinheiten soll jeder und jede Einzelne nicht nur besser Deutsch können, sondern auch besser im Alltag zurechtkommen. Im Anschluss kann dann ein Integrationskurs oder ein „PerF“-Kurs (Perspektiven für Flüchtlinge) besucht werden. Im gesamten Main-Kinzig-Kreis sind bis jetzt – finanziert durch die Arbeitsagentur – schon 30 Kurse mit 626 Teilnehmerinnen und Teilnehmern bei verschiedenen Trägern gestartet. Weitere kommen bis Jahresende noch dazu.
Arbeitgeber, die sich vorstellen können, Flüchtlinge für ein Praktikum zur Feststellung ihrer beruflichen Kompetenz einzustellen, sollten den Hanauer Arbeitgeber-Service kontaktieren. Zur Überprüfung der Ausbildungseignung ist dabei, im Rahmen der Einstiegsqualifizierung, ein Praktikum bis zu einem Jahr möglich. Ansprechpartner/innen sind erreichbar unter der kostenlosen Hotline 0800 4 5555 20 oder unter der E-Mail-Adresse Hanau.Arbeitgeber@arbeitsagentur.de.
Fotos: Heike Hengster, Leiterin der Arbeitsagentur, und Stadtrat und Bildungsdezernent Axel Weiss-Thiel besuchen Sprachkurse der Hanauer Volkshochschule mit syrischen, eritreischen und iranischen Flüchtlingen.



