Das Historische Museum Hanau Schloss Philippsruhe zeigt die Ausstellung als zweite Station im Anschluss daran vom 20.08.2013 bis zum 20.10.2013. Die Ausstellung ist das erste Kooperationsprojekt des Historischen Museums Hanau Schloss Philippsruhe mit der Klassik Stiftung Weimar. Es ist zudem die erste große Ausstellung, verbunden mit einem langjährigen Forschungsprojekt, die die Spuren und das Werk Friedrich Burys der Öffentlichkeit präsentiert.
Das Projekt wurde durch Dr. Katharina Bott initiiert und begann bereits im Jahr 2009. Die nun entwickelte Ausstellung basiert auf der langjährigen Forschungsarbeit Dr. Katharina Botts, die viele neue Erkenntnisse gewinnen konnte. In Skizzenbüchern aus Privatbesitz und Archiven entdeckte Sie wichtige und bisher unbekannte Lebensereignisse, Zeugnisse von Reisen, die Bury unternommen hat und spürte verschollen geglaubte Zeichnungen auf. Diese werden erstmals in der Ausstellung präsentiert.
Mehr als 100 Gemälde und Grafiken werden in der bedeutenden Ausstellung präsentiert.
Zu Friedrich Bury
In diesem Jahr feiert das Historische Museum Hanau - Schloss Philippsruhe den 250. Geburtstag des Hanauer Malers Friedrich Bury. Dieser wurde am 21. März 1763 als Sohn des Goldarbeitersund Graveurs Jean Jaques Bury in Hanau geboren.
Nach seiner Ausbildung an der Hanauer Zeichenakademie und weiteren Lehrjahren an der Düsseldorfer Akademie zog es Bury 1782 gemeinsam mit dem Kupferstecher Johann Heinrich Lips zum Studium der Antike nach Italien, wo er insgesamt 17 Jahre verbrachte.
Die Jahre in Rom wurden zu seinen entscheidenden Lehr- und Studienjahren. In der heutigen Casa di Goethe auf der Via del Corso wohnte er mit Johann Heinrich Lips und Johann Heinrich Wilhelm Tischbein, dem „Goethe-Tischbein“, in einer Künstler-Wohngemeinschaft zusammen. In den Jahren 1784 bis 1790 lebten die Züricher Maler Johann Heinrich Meyer und der Frankfurter Maler Johann Georg Schütz mit Bury in dieser Wohnung. Entscheidend für Bury waren die Jahre von 1786 bis 1789 als Johann Wolfgang von Goethe in die Via del Corso einzog. Die ehemalige Wohnung auf der Via del Corso ist heute als „Casa di Goethe“ bekannt und beherbergt das Goethemuseum in Rom.
Goethe nannte Bury aufgrund von Ähnlichkeiten mit dem Weimarer Fritz von Stein seinen »zweiten Fritz«, was ihre besondere Verbundenheit zum Ausdruck bringt. Durch den Kontakt zu Goethe erhielt er Zutritt in den Kreis der Herzogin Anna Amalia von Sachsen-Weimar-Eisenach, die ebenfalls nach Rom reiste und ihm neue Aufträge verschaffte. In Rom studierte Bury die Originale, wie beispielsweise die Fresken in der Sixtinischen Kapelle und zeichnete nach antiken Vorbildern.
Er unternahm von dort aus auch zahlreiche Reisen. So studierte er beispielsweise die Werke von Giulio Romano in Mantua und zeichnete nach Mantegna in Florenz. Aufgrund politischer Unruhen in Europa als Folge der Französischen Revolution verließ Bury Italien 1799 und versuchte in Weimar Fuß zu fassen. Doch durch die hofinternen Intrigen gelang es Bury nicht, an Goethes Wirkungsstätte die Stelle des Hofmalers zu erringen. Größeren Erfolg hatte Bury als er nach Berlin umzog, wo er ab 1806 Auguste, Kurprinzessin von Hessen-Kassel, und ihrer Schwester Wilhelmine, der späteren Königin der Niederlande, Zeichenunterricht gab.
An den Höfen von Hessen-Kassel und Den Haag arbeitete Bury bis zu seinem Lebensende als gefragter Porträtist. Neben bekannten Persönlichkeiten, wie z.B. Goethe, Herder und Fichte fertigte er auch Bildnisse wichtiger Militärangehöriger an. Seinen größten Auftrag erhielt er von Königin Luise von Preußen, die bei ihm eine Kopie der berühmten Sixtinischen Madonna von Raffael bestellte.
Am 18. Mai 1823 starb Friedrich Bury in Aachen. Seine beiden fürstlichen Schülerinnen setzten ihm auf dem dortigen Friedhof ein Denkmal.
Zur Bedeutung Hanaus zur Zeit Friedrich Burys
Hanau war zu dieser Zeit blühende Residenzstadt. Die Erweiterung des Stadtschlosses, die Anlage englischer Gärten oder der Bau der Kur- und Badeanlage Wilhelmsbad erfolgten zu dieser Zeit. Bedeutende Besucher kamen hierher. So bestellte auch Goethe bei der Familie Bury Schmuckstücke.
Mit der Ausstellung und dem Katalog, soll an die internationalen Verbindungen Hanaus als Residenzstadt und an den Glanz dieser Stadt erinnert werden.
Friedrich Bury gehört zu den bedeutenden Porträtisten des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts in Deutschland. Er ist als gebürtiger Hanauer bisher nur wenigen bekannt, jedoch von großer kunstgeschichtlicher Bedeutung. 2013, dem Jahr von Burys 250. Geburtstag und 190. Todestag, soll an den Hanauer Maler erinnert werden.
Für die Beiträge im Ausstellungskatalog konnte ein international wissenschaftliches Team, das who is who der Forschung des 18. Jahrhunderts, gewonnen werden.
Besucherinformation
Kombi-Tickets für die Ausstellung und das Historische Museum Hanau Schloss Philippsruhe
Eintritt: Erw. 5,00 € - ermäßigt 2,50 €
Führungen: 7,00 € - ermäßigt 5,00 €
Kunstgenuss am Abend (Führung inkl. Getränk): 9,00 € - ermäßigt 7,00 €
Termine für individuelle Führungen innerhalb der Öffnungszeiten, max. 20 Personen, Dauer 1 Stunde
Preis: 45,00 € zzgl. Gruppeneintritt pro Person 2,50 €
Buchbar über Tel.: 06181 - 295-1799 oder museen@hanau.de
Aktuelle Informationen und Termine zum Begleitprogramm entnehmen Sie bitte zeitnah auch der neu eingerichteten Homepage www.bury.hanau.de
Öffnungszeiten:
Di - So 11-18 Uhr
Besucheranschrift:
Philippsruher Allee 45
63454 Hanau, Brüder-Grimm-Stadt
Schloss Philippsruhe



