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Keiler Bier

Gemälde von Max Weinberg

Gemälde von Max Weinberg

Bunt, laut und groß kommen die Gemälde von Max Weinberg daher.

Harth & Schneider

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Alsbald drängen sich weitere Adjektive beim Betrachten seiner Bilder auf: Provokant. Feministisch?, Antifeministisch? Pink! Und Fragen wie: Ist das etwa ein Hakenkreuz? Sehe ich da einen dreibrüstigen Alien? Die Wirkung, die seine Bilder auf den Betrachter haben, sind nicht leicht in Worte zu fassen. Aber was immer es ist, etwas in ihnen wühlt auf, rührt an Urinstinkte.

Auch Bürgermeister Erich Spamer konnte sich bei einem Sondierungsbesuch in Weinbergs Atelier diesem Einfluss nicht entziehen und sagte kurz darauf die Schirmherrschaft der Stadt Büdingen zu. Man muss die Bilder von Max Weinberg nicht schön finden, aber sie haben unleugbar eine magische Anziehungskraft. Weinberg selbst ist ebenso faszinierend und schillernd wie seine Werke. Weiße lange Haare, Bart, kajalgeränderte Augen, die Kleidung mit Graffitifarbe besprüht. 89. 1928 in Kassel geboren. Jüdische Eltern, vier Schwestern und einen behinderten älteren Bruder, den er nie kennen lernte und der vermutlich 1941 in Hadamar ermordet wurde.

Die Familie floh 1933 aus Deutschland – den behinderten Sohn in sicherer Obhut wähnend – über Belgien nach Palästina. Hier erfuhr Max Weinberg die Freiheit des Geistes: Schlangen, Skorpione, Wärme, Meer und eine Gesellschaft, die der Kreativität der Kinder keine Grenzen setzte. Der Junge malte wie besessen, verkaufte seine Bilder auf der Straße und zimmerte sich mit 19 eine Bude am Strand, die sein erstes Atelier war. Der Militärdienst wiederum lief eher schlecht, nachdem er sich geweigert hatte, palästinensische Bauern zu erschießen. Er wurde unehrenhaft aus der Armee entlassen und entschloss sich, ausgerechnet nach Deutschland zurückzukehren. Seitdem ist die Stadt Frankfurt seine Wahlheimat. Er hat in den letzten Jahrzehnten viel gemalt, viel experimentiert, viel provoziert, hat Liebhaber und sicher auch solche, die es nicht sind. Neben dem Urthema des ewig Weiblichen drängt in vielen Bildern immer wieder die Naziherrschaft an die Oberfläche. Viele Ausstellungen und Jahrzehnte später kommt Max Weinberg nun ins Lo Studio nach Büdingen.

„MAX WEINBERG“ wird am Samstag, dem 4. November 2017 mit einer Vernissage um 18:30 Uhr eröffnet. Die Ausstellung ist bis zum 25. Februar 2018 zu sehen. Öffnungszeiten sind Mittwoch bis Sonntag von 14 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung.

Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.lostudiosabineuhdris.com.

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