Mit ihrem Arbeiten nimmt Aghaei Bezug auf die industrielle Verarbeitung von Edelsteinen. Sie bespricht Kriterien wie Wert, Vergänglichkeit und Schönheit von Steinen, die aus aller Welt stammen und in ihrem Vorkommen begrenzt sind. Aghaei arbeitet mit Ausschüssen aus der Edelsteinproduktion, die als nicht verwertbar gelten. Sie wendet sich Steinen mit Einschlüssen zu, die oft mit bloßem Auge nicht erkennbar sind, und verarbeitet Abfälle vom Schleifen oder Bruchware. Mit diesen Materialien erzeugt Aghaei mosaikhafte Oberflächen, in denen die Individualität der Edelsteine die Ästhetik ihres Schmucks unterstreicht.
2024 wurde die Brosche „Autumn“ für die Sammlung des Deutschen Goldschmiedehauses erworben. Sie ist aktuell in der Ausstellung „Aus dem Depot. Eine Bestandsaufnahme“ zu sehen.
Mit „Sharareh Aghaei. Unseen Values“ gibt das Haus einen erweiterten Einblick in das Werk der Künstlerin.
Sharareh Aghaei (*1983, Teheran, Iran) lebt und arbeitet in Idar-Oberstein. Bis 2008 studierte sie an der Kunstuniversität Teheran Kunst und Kunsthandwerk und absolvierte von 2013 bis 2017 an der Hochschule Trier am Standort Idar-Oberstein den Studiengang Edelstein und Schmuck. 2015 verbrachte sie ein Jahr an der Alchimia Contemporary Jewellery School in Florenz. Seit 2017 lebt und arbeitet sie als Schmuckkünstlerin und Steinschneiderin in Idar-Oberstein. Aghaei gewann 2023 den Grand Award der Romanian Jewelry Week in Bukarest und 2024 den Grassipreis der Carl und Anneliese Goerdeler-Stiftung auf der GRASSI-Messe Leipzig.
Sharareh Aghaei, Halsschmuck „Heritage“, 2022, Messing, Blattgold, synthetischer Quarz, Dop-Sticks. Foto: Nima Ashrafi


