Batho Gündra, Schatzmeister der Gesellschaft für Goldschmiedekunst e.V., Dr. Maximilian Bieri (SPD), Bürgermeister der Stadt Hanau, Dr. Petra Hölscher, Kustodin der Neuen Sammlung München und Melanie Isverding, Professorin für Schmuck und Metallgestaltung an der HAWK Hildesheim begrüßten die Besuchenden. Die Eröffnung von gleich zwei Ausstellungen der namenhaften Schmuckmacher*innen Sophie Hanagarth und Peter Skubic lockte zahlreiche Gäste aus Hanau und Deutschland, aber auch internationale Besucher*innen in das Goldschmiedehaus. Im Silbersaal, der in zwei Räume aufgeteilt wurde, werden ihre Werke präsentiert. Mit Weißwein und Brezeln wurden die Eröffnungen bei den warmen Temperaturen gefeiert.
Unter dem Titel „Ich bin in Schmuckhaft. Peter Skubic“ wird dem verstorbenen Künstler (1935-2024) anlässlich seines 90. Geburtstag die Ausstellung gewidmet. Peter Skubic ist nicht nur einer der wichtigen Schmuckmacher seiner Generation. Er ist der Gesellschaft für Goldschmiedekunst e.V. auf besondere Weise verbunden: Im Jahr 2005 wurde er mit dem Goldenen Ehrenring ausgezeichnet. Es war eine Auszeichnung an Künstler*innen, um herausragende gestalterische Leistungen zu würdigen. Die Besonderheit: Die neuen Preisträger*innen wurden durch die Gemeinschaft der vorherigen Ringträger*innen ausgewählt. Gestaltet und angefertigt wurde ein neuer Ring immer von der Person, die die Auszeichnung zuletzt erhalten hat. Im Zeugnis dieser Tradition fertigte Peter Skubic den Goldenen Ehrenring für die im vergangenen Jahr verstorbene Schmuckmacherin Tone Vigeland. Nach ihrem Tod ist dieser Ehrenring wieder nach Hanau gekommen und in der Ausstellung zu sehen. Zudem präsentiert die Ausstellung Arbeiten von ihm, die zwischen Schmuck und Skulptur changieren. Mit ihnen verhandelt Skubic immer wieder die Frage „Was ist Schmuck“? Die Ausstellung ist mit Leihgaben aus Museen in München (Die Neue Sammlung – The Design Museum) und Pforzheim (Schmuckmuseum) sowie aus Privatbesitz bestückt.
Unter dem Titel „Verschlingen. Schmuck von Sophie Hanagarth“ wird das Werk der in der Schweiz geborenen und in Frankreich lebenden Künstlerin gezeigt, die persönlich bei der Eröffnung anwesend war. Das Verschlingende, wie der Titel von der Ausstellung ankündigt, zieht sich durch die Arbeiten Hanagarths Zu sehen sind Zungen aus Stahl, die sich Küssen. Würmer, die sich um Handgelenke winden. Ringe, geformt wie Lippen, die Finger zu verschlingen scheinen. Mit dem Werk der Künstlerin präsentiert das Deutsche Goldschmiedehaus Hanau einen erweiterten Blick auf Schmuck. Denn Hanagarths Arbeiten lassen danach fragen, wie Schmuck zum Körper steht und welche Rolle Sinnlichkeit und Körpergefühl dabei einnehmen.
Zitat Malte Guttek, Leiter des Deutschen Goldschmiedehauses Hanau: „Mit Sophie Hanagarth zeigen wir eine Künstlerin aus Frankreich, die sich durch ihr sensibles Gespür für das Zusammenkommen von Form, Material und Narration auszeichnet. Mit Humor und Tiefgang wendet sich Hanagarth ihren Arbeiten zu, die eine Vielfalt an Assoziationsräumen anbieten. Wir freuen uns, mit Sophie Hanagarth eine Künstlerin zu präsentieren, deren Werke neugierig machen und berühren. Sie parallel zu dem international renommierten Schmuckmacher Peter Skubic zu zeigen, erlaubt es, die Vielfalt im Umgang mit Stahl und Eisen zu entdecken.“
Beide Ausstellungen laufen bis zum 18. Januar 2026. Zum Ausstellungsende findet eine Finissage mit einem Artist Talk mit Sophie Hanagarth und einem Gespräch zu Peter Skubic im Deutschen Goldschmiedehaus Hanau statt.
Führungen durch die Ausstellung:
Sonntagsführung: 24. August 2025 um 15:00 Uhr
Sonntagsführung: 14. September 2025 um 15:00 Uhr
Sonntagsführung: 19. Oktober 2025 um 15:00 Uhr
Öffentliche Führung aus kuratorischer Sicht: 16. November 2025 um 15:00 Uhr
Sonntagsführung: 14. Dezember 2025 um 15:00 Uhr
Dr. Petra Hölscher nach ihrer Rede zu Peter Skubic, 29.06.2025 im Deutschen Goldschmiedehaus Hanau. Foto: Ina Bauer
Petra Zimmermann, Nachlassverwalterin von Peter Skubic, 29.06.2025 im Deutschen Goldschmiedehaus Hanau. Foto: Ina Bauer
Peter Skubic: Goldener Ehrenring für Tone Vigeland. Weißgold, Edelstahl, Lack. 2008. Sammlung der Gesellschaft für Goldschmiedekunst e.V.. Foto: Ina Bauer
Sophie Hanagarth, 29.06.2025 im Deutschen Goldschmiedehaus Hanau. Foto: Ina Bauer
Sophie Hanagarth: Armschmuck „Trap“. Eisen. 2009. Foto: Ina Bauer
Ausstellung „Verschlingen. Schmuck von Sophie Hanagarth“, 29.06.2025 im Deutschen Goldschmiedehaus Hanau. Foto: Ina Bauer







