"Seit Jahren beobachte ich eine Entwicklung, die aus meiner Sicht nicht nur unsere Branche betrifft, sondern den gesamten regionalen Mittelstand und das Handwerk. Immer weniger junge Menschen entscheiden sich für eine Friseurausbildung. Immer weniger Betriebe bilden aus. Gleichzeitig geraten viele Friseurunternehmen wirtschaftlich zunehmend unter Druck. Besonders problematisch ist dabei die starke Zunahme von Schwarzarbeit sowie von Kleinstbetrieben, die häufig kaum kontrolliert werden und dadurch einen erheblichen Wettbewerbsnachteil für ehrliche, ausbildende Betriebe schaffen", teilt er in einer Pressemitteilung mit.
Corona zeigte, wie wichtig Friseure sind – warum verschwindet der Beruf jetzt trotzdem
Und weiter: "Dabei sollten wir uns alle noch an die Corona-Zeit erinnern. Als die Friseursalons geschlossen waren, wurde vielen Menschen erstmals bewusst, wie wichtig Friseure für den Alltag sind. Die Wiedereröffnung wurde sehnsüchtig erwartet, Termine waren sofort ausgebucht und viele Friseurinnen und Friseure wurden gefragt, ob sie privat oder „heimlich“ Haare schneiden könnten. Heute erleben wir dagegen, dass handwerkliche Dienstleistungen am Menschen häufig nicht mehr die Wertschätzung erhalten, die notwendig wäre, um den Beruf langfristig attraktiv zu halten.
Die Folgen sehen wir bereits deutlich:
- Nachwuchsmangel
- Rückgang von Ausbildungsbetrieben
- Geschäftsaufgaben
- zunehmende Schwarzarbeit
- Fachkräftemangel
- Verlust eines traditionellen Handwerks
Dabei geht es nicht nur um Friseursalons. Es geht um die Zukunft unserer Innenstädte, um Ausbildungsplätze, um faire Wettbewerbsbedingungen und um die Frage, welchen Stellenwert Handwerksberufe in unserer Gesellschaft künftig noch haben."


