Und weiter:"Für Transport und Entsorgung des Restmülls (graue Tonne) entstanden 2024 insgesamt Kosten von knapp 500.000 Euro, dafür kassierte die Gemeinde von allen Bürgern etwas mehr als eine Million Euro Gebühren, genaue Zahlen siehe Tabelle:
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2024 |
Einnahmen |
Kosten |
Differenz |
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Restmüll |
1.011.038,37 € |
463.598,10 € |
547.440,27 € |
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Biomüll |
324.070,94 € |
348.066,56 € |
-23.995,62 € |
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Sperrmüll |
741,52 € |
138.135,13 € |
-137.393,61 € |
Diese Zahlen gab Bürgermeister Ungermann in der letzten Sitzung der Gemeindevertretung am 24.02.2026 auf eine Anfrage des Gemeindevertreters Werner Fischer aus dem letzten Jahr bekannt. Weitere Angaben zum Linsengerichter Müll sind auf der Homepage der Gemeinde (RIS) zur 38. Sitzung der Gemeindevertretung unter TOP 14.1 in der Antwort zur Anfrage nachzulesen", so Fischer weiter.
Zu diesen immensen Einnahmen kam es laut seinen Angaben durch die Gebührenerhöhung in 2024: "Praktisch eine Verdoppelung der Müllgebühren. Grundlage war die vorgelegte Kalkulation des Bürgermeisters, diese war offensichtlich weit überzogen. Gebühren-Einnahmen müssen den Kosten entsprechen, sollen für die Gemeinden einigermaßen ausgeglichen sein und sind keine Neben-Einnahmen der Gemeinden. Sie sind ein Honorar für eine klar umrissene Leistung. Um Unschärfen in der Kalkulation auszugleichen, kann eine Gebühren-Ausgleichsrücklage angelegt werden. Für den Biomüll beträgt die Abweichung von Einnahmen und Kosten circa 7 %, das kann über Rücklagen ausgeglichen werden. Die Quer-Subventionierung des Sperrmülls durch die Restmülltonnen wird rechtlich nicht haltbar sein. Da sollte für die hohen Sperrmüll-Kosten auch ein anderes System und direkter Kostendeckung beschlossen werden. Davon abgesehen bleibt immer noch ein erheblicher Überschuß für die Müllentsorgung übrig. Für 2024 sind in den Rücklagen schon über 300.000 € vorhanden, die Zahlen für 2025 liegen noch nicht vor. Große Veränderungen sind nicht abzusehen. Aber bei dem hier vorliegenden Überschuß wird eine angemessene Rücklage weit überschritten. Viele Bürger/Wähler wollen von den angetretenen Parteien und Kandidaten wissen, wie sie sich die Rückerstattung dieser von ihnen zuviel gezahlten Gebühren vorstellen. Die Bürger/Wähler erwarten hierzu klare Absichten und haben das verdient", so Fischer abschließend.




Kommentare
Die Veröffentlichung einer transparenten Kalkulation der Müllgebühren, sowohl der Budgetberechnung als auch der Istrechnung im RIS ist ein absolutes muß.
Mein Versuch Anfang letzten Jahres nach der Gebührenrally eine detaillierte Budgetrechung beim Kämmerer zu bekommen, war leider nicht von Erfolg gekrönt.
Zahle Michel und halte deine Klappe!
Grundlage der Diskussion ist die Antwort des Gemeindevorstands auf eine Anfrage in der Gemeindevertretung am 24.02.2026 (TOP 14.1). Die veröffentlichten Zahlen zeigen:
TOP-Mappe-von-TOP-141-der-38-Si…
Restmüll: Einnahmen 1.011.038 €, Kosten 463.598 €, Überschuss 547.440 € Biomüll: Einnahmen 324.071 €, Kosten 348.067 €, Defizit –23.996 € Sperrmüll: Einnahmen 742 €, Kosten 138.135 €, Defizit –137.394 €
Beim Restmüll liegen die Einnahmen deutlich über den Kosten. Gleichzeitig besteht ein strukturelles Problem beim Sperrmüll, dessen hohe Kosten derzeit teilweise über andere Gebührenbereiche aufgefangen werden.
Auch mir ist diese Vorlage der Gemeindevertretung aufgefallen, und ich war bereits dabei, die Zahlen auszuwerten und mich dazu öffentlich zu äußern. Die Fakten wurden in einer öffentlichen Sitzung vorgestellt, bei der Vertreter aller Parteien anwesend waren.
Jetzt geht es um Lösungen. Möglich sind:
* Ausgleich über Rücklagen, sodass Gebühren künftig sinken
* Überprüfung der Gebührenkalkulation
* Neuregelung beim Sperrmüll
* Prüfung einer möglichen Rückerstattung
Solche Schritte erfordern einen Vorschlag des Bürgermeisters und eine Beschlussfassung der Gemeindevertretung. Als parteiunabhängiger Bürgermeister kann ich hier sachorientiert handeln.
Für die Bürger geht es um konkrete Entlastung: Müllgebühren von über 200 € im Jahr sollten spürbar sinken. Eine Reduzierung um etwa 50 € jährlich halte ich für realistisch – gerade auch angesichts anderer Belastungen, etwa durch die Grundsteuer.
Ich habe zugesagt, die finanzielle Situation unserer Gemeinde genauer zu untersuchen und transparenter zu machen. Genau darum geht es jetzt: faire und nachvollziehbare Gebühren für die Bürgerinnen und Bürger.
Claus Naujoks parteiloser Bürgermeisterkandidat für Linsengericht
Was spräche dagegen?