Schon im Titel der diesjährigen Projektwoche vom 7. bis zum 11. November war die enorme Vielfalt verborgen, die dann in all den Aktivitäten ans Licht kam: Hier kamen Neurophysiologie und Kunst ins Gespräch miteinander, Musik und Körper, Menschen und Außerirdische, Sprechende und Stumme. Als würde nicht sowieso schon jeder mit jedem quatschen, ständig im Dialog mit Mitschülern, mit dem Smartphone, über Whatsapp, Twitter und Instagram. Nein, was die Schülerinnen und Schüler diesmal untersuchten, war das Außergewöhnliche, was den Unterrichtsalltag besonders bereicherte und in den Kommunikations- und Lernerfahrungen sogar überstieg. Im Mittelpunkt standen Selbstständigkeit, Methodenbewusstsein und Reflexion der eigenen Lernprozesse.
Besonders waren allein schon die Themen der sieben Projekte, in denen die Jugendlichen unter Anleitung ihrer Lehrerinnen und Lehrer in der Rolle der Teamer gearbeitet haben. In einem Projekt beschäftigten sich die Teilnehmer mit non-verbaler Kommunikation, insbesondere im Hinblick auf Autisten, Gehörlose und Flüchtlinge. Im Projekt „Geocaching“ zeigten die Schüler beim Erstellen eigener Geocaches handwerkliches Geschick. Kunst und Biologie wurden verbunden im Projekt „Optische Täuschungen“, in dem neurophysiologische Ursachen für Täuschungsphänomene in eigenen kunstvollen Produkten demonstriert wurden. Das Projekt „Charmieren, scharwenzeln und schäkern“ beschäftigte sich mit literarischen Formen der erotischen Annäherungskommunikation. Im Projekt „Dialog mit Außerirdischen“ wurde der uralten Menschheitsfrage, ob wir einzigartig im Universum sind oder ob es noch andere Lebewesen im All gibt, nachgegangen. Die Projektteilnehmer konnten am Ende eindeutig bestätigen: Wir sind nicht allein auf dieser Welt. Im Projekt „Gegen Ausgrenzung und Rassismus“ wurde für die Jahrgangsstufe 8 ein Lernkonzept entwickelt, mit dem Oberstufenschüler Aufklärung zum Thema Diskriminierung betreiben und Handlungsmöglichkeiten aufzeigen wollen.
Besonders waren dann auch die Ergebnisse der einzelnen Projekte, die in einer mehrstündigen Präsentation am Freitag in der Aula der Schule mit den Mitteln unterschiedlicher Präsentationstechniken vorgeführt wurden. Dabei traten die Qualitäten der Darstellungskunst, Rhetorik und Darbietung, Sprache und Gestik, Theaterspiel und Film, Musik und Tanz in den Vordergrund. Die Fähigkeit, ein hochkomplexes Thema wie die zur Ermittlung extraterrestrischen Lebens erstellte Drake-Formel verständlich zu vermitteln, trat neben die Kunst, über Neurophysiologie so zu referieren, dass die Zuschauer gebannt waren; die Faszination, dem körperseelischen Ausdruckstanz zu folgen, folgte dem honorierenden Beifall über die antiken und mittelalterlichen Scharwenzelkünste der Männer, wenn es darum ging, die Frauen zu umgarnen. Den Abschluss der Projektpräsentationen bildete eine Crossover-Choreographie, in der Bewegung und Musik miteinander verschmelzen. „Dass wir Spaß hatten und gleichzeitig viel gelernt haben“, war für eine Schülerin am wichtigsten; andere betonten die Freiheit der Erarbeitung, die Diskussionen, neue Erkenntnisse, wozu sicher auch gehört, „die Lehrer einmal neu erfahren zu haben“. Es war eine rundum gelungene Projektwoche mit Erarbeitung und Darbietung, waren sich auch die beiden seit 15 Jahren Verantwortlichen der Projektwoche, Kerstin Mathie und Günter Krause einig.


