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„Schnupperkurs mit Baby“

„Schnupperkurs mit Baby“

„Ich hätte nicht gedacht, dass es so anstrengend sein wird“, so das Resümee der 15 Mädchen und des einen Jungen der Kopernikusschule Freigericht, die am „Schnupperkurs mit Baby“ teilgenommen haben.

VORSPRUNG - Anruf genuegt

Sie waren vier Tage und drei Nächte Eltern eines Säuglings und mussten die lebensecht gestalteten und nach realen Beobachtungen programmierten Babysimulatoren versorgen und betreuen. „Trotzdem werden wir unsere Babys vermissen.“ Von Dienstag bis Freitag waren die Schüler des Realschulzweigs und des Gymnasiums zu zweit für einen Babysimulator verantwortlich. In Zusammenarbeit mit dem Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) hatte Schulseelsorgerin Alexandra Pinkert zu diesem freiwilligen Projekt eingeladen. „Mir ist es wichtig, dass die Jugendlichen erfahren, was es heißt für sich und andere Verantwortung zu übernehmen“, so Pinkert.

Aufgabe der Teilnehmer war es, ihre Babys so gut wie möglich zu versorgen. Wenn das Baby, dem sie am ersten Tag auch einen Namen geben durften, schrie, mussten sie entweder die Flasche geben, Windeln wechseln oder das Baby hin und her wiegen. Außerdem mussten sie dafür Sorge tragen, dass der Kopf nicht nach hinten fällt. „In einer Nacht hatte unser Baby viermal Hunger, das war schon anstrengend“, so eine der Teilnehmerinnen. „Aber wenn es dann gelacht hat, wurde man doch für die Mühe und das Aufstehen belohnt.“ Der Alltag sei plötzlich ganz anders, berichteten sie. Man könne nichts mehr planen und werde teilweise sogar auf der Straße angesprochen. Die Simulatoren sind echten Babys in Größe, Gewicht und Verhalten nachempfunden. Ein Computer zeichnet auf, wenn sie vernachlässigt, nicht gefüttert oder nicht auf den Arm genommen werden. Um sicherzugehen, dass die Babys nicht an jemand anderen abgegeben werden, bekamen die Jugendlichen ein unlösbares Armband mit einem Sensor. Jedes Mal, wenn der Babysimulator schrie, musste der Sensor erst an das Baby gehalten werden, damit es seine Bezugsperson erkennt, erst dann konnte es versorgt werden.

Die Gruppe hat sich während des Schnupperkurses dreimal zum Erfahrungsaustausch, zur Diskussion über Lebenspläne, Perspektiven, Kindesmisshandlung und zur Information über Hilfsmöglichkeiten für minderjährige Schwangere getroffen. Ziel des Projektes ist es, die Jugendlichen mit ihren Sehnsüchten und Hoffnungen ernst zu nehmen und ihnen die Möglichkeit zu geben, Erfahrungen zu machen, die ihnen reflektierte und selbstbestimmte Lebensentscheidungen ermöglichen. Die acht „Elternpaare" erreichten am Ende des Kurses zwischen 80 und 99 Prozent für ihre gute Pflege. Fachmännisch begleitet wurden die Projektteilnehmer von den beiden Referentinnen des Skf, Isabel Gömpel-Lederer und Sandra Stockham.

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