Über einem Zeitraum von vier Stunden gelang es, sechzig sehr individuelle, kleine Gottesdienste zu feiern. Jedem Paar – seit Jahren zusammenlebend oder frischverliebt, glücklich oder in einer Beziehungskrise – wurde ein passgenauer Segen zugesprochen. Dies gelang ohne Zeitdruck und ohne jede Hektik.
In seiner Laudatio bezeichnete Lars Hillebold (Direktor des Michaelisklosters in Hildesheim) die Feier als beispielhaft dafür, »wie lebendig, überraschend und menschennah Kirche sein kann. Und wie der Geist Gottes mitten in unserer Welt spürbar wird, wenn Kirche sich traut, die Sprache der Liebe zu sprechen. "Ein Höhepunkt aller sechzig Feiern war der Beitrag eines Sängers, der für jedes Paar einen Song vortrug, den diese aus einer Jukebox auswählen konnten. »Auf diese Weise werden Menschen ernstgenommen – in ihren Beziehungen, Sehnsüchten und Verletzlichkeiten", so der Laudator. "Die Sprache des Lebens erklang. Und zwar musikalisch, sinnlich, humorvoll. So wurde der Raum der Kirche weit geöffnet. Ohne feste Liturgie, vor allem aber ohne Schwellenangst. Die Feier zeigte, dass Segen nicht exklusiv, sondern inklusiv ist und allen gilt, die lieben und geliebt werden wollen."
Die Stiftung zur Förderung des Gottesdienstes verleiht den mit 3.000 Euro dotierten Gottesdienstpreis seit dem Jahr 2009. Bisher wurden fast 25 innovative Gottesdienste ausgezeichnet. In diesem Jahr ging es um Gottesdienste und Feiern, die rund um den Valentinstag gefeiert wurden. Für das Jahr 2026 lautet Thema des Gottesdienstpreises: "Gottesdienste im Kontext von Militärseelsorge." Gesucht werden Gottesdienste, in deren Mitte die Themen Krieg und Frieden stehen.


